Tupiza

Gegen halb sieben marschieren wir vollgepackt zum Busbahnhof und kurz nach unserer Ankunft geht die Fahrt gen Norden in den Grenzort La Quiaca auch schon los. Nach etwa 6 Stunden Fahrt stehen wir an einem winzigen Busbahnhof und müssen uns den Weg zur Grenze erfragen. Die Antworten auf unsere in der Schule gelernten Fragen sind zwar nicht ganz Schul-mäßig, aber nach etwas gestikulieren kennen wir uns dann doch aus und machen uns auf den Weg. Zu Fuß reisen wir nach Bolivien ein. Verläuft fast problemlos. Leider hat der argentinische Grenzer keinen Stempel in Carinas Pass gemacht, deswegen will ihr auch der Bolivianische keinen geben. Also muss sie noch mal zurückmarschieren. Aber nur etwa 10 Meter, die beiden Behörden sitzen gleich nebeneinander. Nachdem alles vorschriftsmäßig abgehandelt wurde stehen wir auch schon im bolivianischen Grenzort Villazon und erfragen uns den Weg zum nächsten Geldautomaten und dem Busbahnhof. Der erste Geldautomat will uns mit keiner unserer drei Kreditkarten Geld geben. Der zweite auch nicht. Verdammt, heute ist ja Sonntag und die Geldautomaten werden erst morgen wieder aufgefüllt. Immer diese Wochentage, da können wir ja nicht auch noch drauf achten…

Bienvenidos a Bolivia!
Bienvenidos a Bolivia!

Tja, was nun, ohne die Landeswährung werden wir kein Busticket bekommen. Wir fragen erst mal nach was die Fahrt kostet und sind sehr überrascht, dass es pro Person nur 15 Bolivianos sind. Also gehen wir unsere restlichen 55 argentinischen Pesos wechseln und bekommen dafür genau 31 Bolivianos. Punktlandung würde ich sagen. Zurück an der Bushaltestelle kommt Asien-Feeling auf, die einzelnen Anbieter wollen uns alle zu ihrem Ticketstand ziehen. Wir stehen dann vor der Entscheidung sofort im Minivan zu fahren oder noch ein bis zwei Stunden zu warten und in einem Reisebus zu fahren. Da wir kein Geld haben, um uns die Wartezeit in irgendeiner Art zu verschönern entscheiden wir uns schließlich für den Minivan. Von diesen Gefährten sind wir zwar nicht die größten Fans, aber wenigstens werden sie hier nicht ganz so vollgestopft wie in Asien. So sitzen wir wenig später im Bus und düsen los in den Norden.

Etwa 90 Minuten später kommen wir dann in dem kleinen Ort Tupiza an und gehen das kurze Stück von der Bushaltestelle zu unserer vorgebuchten Unterkunft. Von dort geht es gleich weiter in eine Travel-Agency, um einen Trip in den Reserva Eduardo Avaroa Nationalpark in der Südwestecke Boliviens sowie die Salar de Uyuni weiter nördlich davon zu buchen. Wir hatten schon per Mail mit der Agency Tupiza Tours Kontakt aufgenommen und so dauert es nicht lange, bis wir unser Programm für die nächsten Tage festgelegt haben. Buchen geht aber leider noch nicht, da kommen wir mit unserem einen Boliviano nicht weit ;-) Also heißt es erst mal Bargeld besorgen. Nachdem wir bei den ersten beiden Automaten wieder kein Glück haben und schön langsam befürchten heute ohne Essen auskommen zu müssen, spuckt der dritte dann endlich Bolivianos aus und wir können unseren Hunger in einem netten kleinen Lokal stillen.

Am nächsten Tag haben wir nicht viel vor. Hauptsächlich geht es darum uns ein wenig an die Höhenluft zu gewöhnen, Tupiza liegt auf etwa 3000 Metern, bevor wir morgen unseren Ausflug starten. So schlendern wir ein wenig durch die Gässchen und genießen die Sonne. Tupiza gefällt uns eigentlich recht gut und wir bedauern es fast schon für morgen unseren Ausflug gebucht zu haben und nicht für übermorgen. Aber jetzt ist es zu spät zum Umplanen. Da wir im Internet in den Bewertungen für unseren Ausflug gelesen haben, dass das Essen das man bekommt etwas knapp bemessen ist, decken wir uns noch mit Äpfeln, Keksen, Chips und Wasser ein.

Tupiza
Tupiza

Nachmittags erklimmen wir einen kleinen Hügel, von dem aus man einen Überblick über Tupiza und die Umgebung hat. Daheim wäre es gar kein Problem den Hügel einfach hochzurennen, er ist weder besonders steil noch besonders hoch. Aber wegen der etwas dünneren Luft hier ist es nicht ganz so einfach. Naja, überanstrengt haben wir uns auch wieder nicht, aber man merkt den Unterschied schon. Oben werden wir dann aber mit einem schönen Ausblick und strahlendem Sonnenschein belohnt. Da verweilen wir doch gerne ein wenig. Nachdem wir wieder von dem Aussichtspunkt herunter sind streifen wir wieder ein wenig durch die Gassen und ergänzen unsere Vorräte noch mal. Da es abends recht schnell ziemlich frisch wird wenn die Sonne weg ist ziehen wir uns dann in unser Hostel zurück und richten uns im Aufenthaltsraum ein.

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