Colonia de Sacramento

Für heute haben wir einen kleinen Abstecher nach Uruguay, genauer nach Colonia de Sacramento geplant. Alle haben uns erzählt, dass es da so toll ist und es auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Davon wollen wir uns natürlich selber überzeugen. Also stehen wir ziemlich früh auf, um die erste Fähre über den unglaublich breiten Rio Plata zu erwischen. Wir springen in das erste Taxi, das wir in den um diese frühe Zeit noch ausgestorbenen Straßen von Buenos Aires sehen. Wir erklären dem Taxifahrer auf Spanisch wo wir hinwollen und er meint darauf nur „Ferry?“ und wir nicken. Also düsen wir los und stehen kurze Zeit später vor einem Fährterminal. Leider jedoch nicht vor dem wo wir eigentlich hinwollten. Na toll, hat uns der Fahrer wohl doch nicht richtig verstanden. Aber da wir jetzt keine Zeit mehr haben weiterzufahren bleiben wir eben hier.

Wir stellen uns an der langen Schlange an und sind etwas skeptisch, da alle anderen schon ein Ticket haben, nur wir nicht. Als wir dann endlich an der Reihe sind, wird uns erklärt wir könnten hier zwar Tickets kaufen, aber nur die teuersten. Die billigen gibt’s nur im Internet. Na super. Aber hilft ja nix, jetzt sind wir schon mal da. Bevor wir dann die überteuerten Tickets kaufen dürfen müssen wir aber noch warten bis die komplette Warteschlange abgearbeitet ist und alle anderen eingecheckt haben. Auch das nehmen wir hin. Nachdem wir unsere Tickets dann haben folgt ein Security-Check wie am Flughafen, dann noch zur Passkontrolle und aus Argentinien ausreisen. Praktischerweise gibt’s am gleichen Schalter auch gleich den Einreisestempel für Uruguay. Irgendwann sind wir dann endlich an Bord und lassen uns erschöpft in die Sitze fallen. Die etwa einstündige Überfahrt verschlafe ich dann größten Teils.

In Colonia angekommen gehen wir erst einmal in die Touristeninformation und sind recht stolz auf uns, dass wir auf Spanisch und nicht auf Englisch nach den Infos gefragt haben und auch die Antworten recht gut verstanden haben. Ausgestattet mit einem Stadtplan geht es los in den kleinen historischen Stadtteil. Erstes Ziel ist ein Restaurant zum Frühstücken. Da wir uns Zeit lassen und die Bedienung etwas verplant ist dauert das dann fast bis 12 *g* Danach schlendern wir durch die kleinen Gässchen und schauen uns um. Dabei fällt uns gleich mal der Leuchtturm auf, auf den man auch rauf kann. Also erklimmen wir die enge Wendeltreppe und kommen mit einem leichten Drehwurm oben an. Von hier aus haben wir einen guten Überblick und genießen die Aussicht. Sieht aus, als würde der Ort am Meer liegen, aber es ist ein Fluss. Vom anderen Ufer fehlt jedoch jede Spur, man sieht nichts als Wasser. Beeindruckend.

Gässchen in Colonia

Gässchen in Colonia

Auf dem Leuchtturm von Colonia

Auf dem Leuchtturm von Colonia

Wieder unten angekommen spazieren wir etwas am Ufer entlang und gehen dann wieder durch die Gässchen und erforschen die Plätze. Das Örtchen ist echt recht schön und entspannt. Als wir unsere Runde nach 2 3 Stunden fertig haben stellt sich uns die Frage „was nun?“. Da sowohl die Dame in der Info als auch der Kellner vom Frühstück auf einen ca. 5 km entfernten Platz hingewiesen haben, der recht schön sein soll entscheiden wir uns dorthin zu fahren. Bloß wie ist die Frage. Viele Touris leihen sich wohl Räder dafür aus, aber das ist uns mit 4 US Dollar pro Rad pro Stunde dann doch zu teuer. Man könnte auch mit einem Golf-Buggy herumdüsen, aber das kostet natürlich noch mehr. Praktischerweise hält direkt vor unserer Nase die Lösung des Problems an, der Stadtbus. So kommen wir günstig zur „Plaza del Torro“.

Die haben wir uns allerdings komplett anders vorgestellt. Da sie als Attraktion gepriesen wurde und auch im Stadtplan dick markiert ist dachten wir hier ist etwas mehr los und wir könnten auch was essen. Es stellt sich aber heraus, dass der Platz mit Uruguays einziger Stierkampfarena mitten im nirgendwo liegt und hier sonst nicht viel ist. In einer Nebenstraße stöbern wir zwar ein Restaurant auf, das hat heute aber geschlossen. Also beschließen wir wieder in das historische Viertel zurückzukehren. Vorher werfen wir noch einen kurzen Blick in die langsam vor sich hin verrottende Arena. Ganz nett, mehr aber auch nicht. Wenig später sitzen wir wieder an der Bushaltestelle. Hier zeigt sich dann auch der Haken an unserem tollen Plan mit dem Bus: er fährt nur stündlich und der letzte war vor etwa einer viertel Stunde da. Also sitzen wir eine geschlagene dreiviertel Stunde an der Haltstelle und haben Hunger. Nicht mal ein Taxi fährt vorbei in das wir springen könnten. Wenigstens scheint die Sonne noch…

Plaza del Torro

Plaza del Torro

Als der Bus dann endlich kommt sind wir heilfroh. Und zurück im Zentrum stürmen wir auch sogleich ins nächst Restaurant und schlagen uns den Bauch voll. Dummerweise stellen wir am Ende fest, dass unsere Uruguay-Pesos nicht ganz ausreichen die Rechnung zu bezahlen. Das ist ja peinlich. Zum Glück können wir den Restbetrag mit argentinischen Peso bezahlen. Inzwischen ist es auch schon dunkel geworden und die Sträßchen und Gässchen, die nachmittags gut bevölkert waren, sind menschenleer. Schon etwas unheimlich. Also gehen wir zurück zum Fährterminal, um die Rückreise nach Argentinien anzutreten. Vorher statten wir uns am Geldautomaten aber noch mit US Dollar aus. Die kann man hier problemlos ziehen und in Buenos Aires zu einem super Kurs tauschen. Stichwort „Blue Dollar“, falls wer mehr darüber ergoogeln will. Da wird dann ein US Dollar zu einem Euro. Schadet ja nicht die Reisekasse ein wenig zu entlasten ;-)

Abends in Colonia

Abends in Colonia

Zurück in Buenos Aires springen wir wieder in ein Taxi und kommen diesmal auch dort an wo wir hinwollten, nämlich in unserem Hostel. Müde von einem langen Tag fallen wir dann auch schnell ins Bett. Der Ausflug war auf jeden Fall ein schöner Tag und wir können ihn bedenkenlos weiterempfehlen (bis auf den „Plaza del Torro“ vielleicht). Für die Hinfahrt lohnt sich auf jeden Fall das Buchen eines Tickets im Internet. Zurück sind die Tickets dann auf der Uruguay-ischen Seite etwas günstiger. Und die Dollar nicht vergessen *g*


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