Auckland

Inzwischen kenn ich mich im Raum-Zeit-Kontinuum gar nicht mehr aus. Von den Cook Islands kehren wir zurück nach Auckland, was bedeutet, dass wir die Datumsgrenze wieder überqueren müssen und damit quasi in die Zukunft reisen. Der 16. Mai existiert praktisch in unserem Kalenderjahr 2014 nicht, bzw. dauert im Flieger 2 Stunden. Verrückt!

In Auckland kommen wir um 4 Uhr in der Früh völlig groggy an und müssen durch die etwas eigenwilligen Kontrollen der neuseeländischen Zollbehörden. Außer ein paar Muscheln und unsere übrig gebliebenen Nudeln haben wir glücklicherweise nichts, das wir deklarieren müssen. Bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machen, müssen wir uns eine preiswerte und zentral gelegene Unterkunft aussuchen, was nicht so einfach ist, wenn man insgesamt nur 30 Minuten Zeit hat. Längere kostenlose  Internetsessions gestattet der Flughafen leider nicht. Am Ende entscheiden wir uns für ein Hostel im Stadtviertel Parrell, da man das Stadtzentrum von dort aus leicht zu Fuß erreichen kann und der Preis vergleichsweise günstig ist.

Mit dem Bus fahren wir in aller Herrgottsfrühe in die Großstadt von Auckland und versuchen uns zu orientieren. Glücklicherweise sieht man in dieser Stadt von wahrscheinlich jedem Punkt aus den Sky Tower, so dass man nie komplett planlos ist.

Skytower
Skytower

Leider steigen wir aber an einer anderen Station aus, als wir ursprünglich geplant haben, so dass wir mit unserem Gepäck etwa 2 Kilometer laufen müssen. Dass die Stadt ziemlich hügelig ist, macht das Ganze nicht gerade zu einem Kindergeburtstag!

Am Hostel angekommen ruhen wir uns erstmal ein paar Stunden aus und erfreuen uns an der nach zwei von der Außenwelt abgeschnittenen Wochen wiedererlangten Kommunikationsmöglichkeit in Form von Free Wifi.

Irgendwann raffen wir uns dann doch noch auf und spazieren eine Runde durch unser Stadtviertel und suchen uns was Leckeres zu Essen. Eigentlich wollten wir uns heute schon mit Sabine treffen, so dass wir versuchen uns nicht allzu lange außerhalb unserer Erreichbarkeitszone aufzuhalten, aber am Ende müssen wir unser „Business-Meeting“ ;-) am anderen Ende der Welt doch auf morgen verlegen. Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz unglücklich, dass ich heute doch recht zeitig ins Bett komme, denn die Fliegerei und die kurze Nacht haben mich doch ein wenig aus der Bahn geworfen.

 Nach einer von erholsamen Schlaf gesegneten Nacht starten wir den Tag mit Fußball-Streaming und dabei Frühstück im Bett. So kann ein Sonntag beginnen!

Gegen halb 10 Uhr kommt Sabine schließlich völlig erschöpft und vollbepackt mit unseren Habseligkeiten bei unserer Unterkunft an. Ich freue mich sehr, sie zu sehen und heute mit ihr was zu machen. Wir überlegen in Ruhe, was wir unternehmen wollen und entscheiden uns sodann, auf die Insel Waiheke zu fahren, da die Stadt Auckland offensichtlich nicht so viele Must-Have-Seens zu bieten hat. Uns ist das auch recht, denn das Wetter ist gut und ein Ausflug aufs „Land“ hört sich auch gut an.

Mit dem Bus fahren wir zum Britomat, von wo aus die Fähre um 12 Uhr abfährt. Auf der Fähre genießen wir einen schönen Ausblick auf die Skyline von Auckland, die beherrscht wird vom Hafen und dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre, dem Skytower. Einzig der etwas starke Wind stört uns ein wenig.

Skyline
Skyline

Nach etwa 35 Minuten auf der Fähre erreichen wir Waiheke Island und befinden uns fernab jeglichen Großstadttrubels. Waiheke ist mit einer Fläche von 92 Quadratkilometer die zweitgrößte Insel im Hauraki Gulf. Ehe wir uns darüber Gedanken machen können, wie wir uns auf dieser Insel fortbewegen und vor allem wohin wir uns bewegen wollen, werden wir von einem Guide namens Horst angesprochen und auf eine interessante Bustour aufmerksam gemacht. Horst, ein vor 25 Jahren ausgewanderter Deutscher, kann unser Interesse schnell wecken. Insbesondere seine Pronunciation des „th“ lässt uns schmunzeln und führt dazu, dass wir uns von ihm die Insel zeigen lassen wollen. Die Tour dauert etwa 1,5  Stunden und führt an vielen Buchten, sowie unzähligen feinkörnigen Sandstränden vorbei und Horst erklärt uns mit größter Motivation geschichtliche Hintergründe, was man machen kann und wie die Leute hier leben.

eine der vielen Buchten
eine der vielen Buchten

Am letzten Strand, den wir passieren, zeigt er uns die – wie wir sagen würden – Bonzenvillen und die hiesigen Sicherheitsvorrichtungen: Gartenzäune, über die ICH mit einem Schritt rüber gehen kann… :-)

Schließlich setzt uns Horst an diesem Strand ab und nachdem wir ein bisschen auf dem Sand umher getollt sind, kehren wir in einem netten Café mit Beachview ein. Herrlich – die Sonne hat auch ihren Weg gefunden. Ehe wir uns versehen, verpassen wir sogar den Bus, den wir eigentlich angepeilt hatten.

Mit dem Nächsten fahren wir schließlich das nahegelegene Weingut Te Motu, um zum Sonnenuntergang ein paar lokale Weine zu kosten. Was soll ich sagen? Perfekt, so kann man seinen Sonntag schon mal verbringen!

Weinprobe
Weinprobe

Zufrieden kehren wir schließlich mit dem Bus zurück zum Fährhafen, von wo aus wir wieder in die Metropole fahren. Insgesamt war es ein wirklich gelungener Tag und an dieser Stelle ein dickes Bussi an Sabine – wir sehen uns dann wieder in good old Germany!!

 Am darauffolgenden Tag heißt es dann endgültig Abschied nehmen von Neuseeland und in eine ganz andere Welt aufbrechen! Da unser Flieger erst um 16 Uhr geht, verbringen wir den Vormittag zunächst damit, unsere Sachen zu packen. Hier sei angemerkt, dass wir nun den wahrscheinlich bisher schwersten Rucksack mit uns tragen und mir das nicht so wirklich gefällt!

Fertig gepackt sitzen wir unsere Zeit im Aufenthaltsraum der Unterkunft ab und schauen uns bei der Gelegenheit mal wieder einen Tatort an. Gegen Mittag brechen wir schließlich auf in Richtung Flughafen. Eins ist klar, aus Neuseeland auszureisen ist wesentlich unkomplizierter als einzureisen. So reicht unsere etwas knapper als gewöhnlich bemessene Zeit dennoch locker aus, um rechtzeitig am Gate zu stehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.