Rarotonga

Es ist soweit – wir begeben uns auf unserem wohlverdienten Urlaub, um uns mal vom Reisen ein bisschen zu erholen. Es mag zwar vielleicht verrückt klingen, aber es ist wirklich anstrengender in der Weltgeschichte herumzureisen, als man denkt. Kaum hat man sich irgendwo eingelebt, heißt es schon wieder Rucksack packen und weiter geht’s. Ein Nomadenleben hald…

Unser Flug nach Rarotonga, die Hauptinsel der Cook Islands, geht am Sonntag Abend um 19:00 Uhr, und wir kommen in Rarotonga um 0:00 Uhr an, allerdings auch wieder am Sonntag, da wir die Datumsgrenze passieren. Das ist ein wenig verwirrend, vor allem weil wir unsere Unterkunft, das Rarotonga Backpackers, für Samstag schon buchen müssen… Da soll einer durchblicken.

Am Flughafen müssen wir dann durch die Immigration und bekommen einen Cook-Islands-Stempel in unseren Reisepass, bevor wir von einem Angestellten unserer Unterkunft bereits abgeholt werden. Wir fahren ca. 10 Minuten mit dem Minivan und erreichen in völliger Dunkelheit unsere Bleibe für die nächsten 6 Nächte: ein wunderschöner kleiner Beachhut bei Rarotonga Backpackers! Als Budget-Unterkunft wirklich zu empfehlen. Wir quartieren uns nur schnell ein und schon fallen wir erschöpft vom Zeitreisen ins Bettchen…

Hach, ist das herrlich nach 6 Wochen im Auto schlafen, endlich wieder richtige Betten zu haben. Dementsprechend schlafen wir gleich mal richtig lang, bevor wir uns auf dem Weg machen, Nahrungsmittel zu kaufen. Außer 5 Kilo Nudeln, einigen Kaffeepäckchen, Cookies und Instant-Suppe haben wir nicht viel dabei. Zum Glück gibt es gleich in der Nähe einen kleinen Laden, der auch am Sonntag geöffnet hat und uns das Notwendigste verkauft.

Den Tag verbringen wir dann tatsächlich mal damit GAR nichts zu machen.

einfach mal die Seele baumeln lassen
einfach mal die Seele baumeln lassen

Und das Beste daran ist, wir haben dabei weder ein schlechtes Gewissen, noch das Gefühl irgendetwas zu verpassen, da wir genau dafür hier her gekommen sind. Es ist herrlich warm, das Meerwasser glasklar und angenehm und es weht permanent eine sanfte Brise, da kann man wirklich stundenlang in der Sonne liegen – auch wenn Hank der Wind nicht ganz so gut gefällt wie mir. Die Zeit vergeht wie im Flug – ehe wir uns versehen geht die Sonne langsam am Horizont unter und ein erholsamer Tag neigt sich dem Ende zu.

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Den nächsten Tag wollen wir dann mal in die Hauptstadt der Insel fahren und einen richtigen Supermarkt aufsuchen. Auf der Insel gibt es zwei Busse. Einen, der im Uhrzeigersinn um die Insel fährt und einen, der in die entgegengesetzte Richtung fährt. Die Busse halten unmittelbar vor unserer Unterkunft und fahren den ganzen Tag. Wie wir hinterher feststellen, empfiehlt es sich allerdings, gleich eine 10er-Karte zu kaufen, da das definitiv billiger ist, als Einzelfahrkarten zu kaufen. Wir waren uns jedoch noch unschlüssig, ob wir einen Roller ausleihen wollen, deshalb haben wir diesbezüglich nicht genauer nachgefragt. Um einen Roller auszuleihen, muss man einen Cook-Islands-Führerschein machen. Verrückt, der kostet 20 NZ-Dollar extra. Ob man allerdings auch eine Fahrprüfung machen muss, wissen wir leider nicht. Wir haben uns in jedem Fall dagegen entschieden.

In Avarua, der Hauptstadt, angekommen setzt urplötzlich ein richtiger Wolkenbruch ein und wir stehen ein bisschen planlos da. Fluchtartig springen wir in die vielen Giftshops, die es hier gibt, und kruschen ein bisschen rum. Außerdem informieren wir uns noch über die Aktivitäten, die man auf der Insel machen kann und irren ein wenig durch die 4 Straßen, die es hier gibt. Wir enden schließlich bei einem indischen Lokal, dass mit Mittagsgerichten für 7 NZ-Dollar for Take-Away wirbt. Glücklicherweise haben wir uns aber dann doch dafür entschieden, im Lokal zu essen, denn ein weiterer Wolkenbruch steht schon wieder an.

Nach dem Essen klart es dann doch wieder richtig auf und die Sonne zeigt sich wieder. Verrückt, das Inselwetter! Wir marschieren ein wenig am Strand entlang, Hank sammelt mal wieder Muscheln (die er wahrscheinlich eh nicht mitnehmen kann) und genießen die Postkarten-Idylle dieser wunderschönen Insel.

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Im Supermarkt decken wir uns noch mit den notwendigen Lebensmitteln und Getränken ein. Es ist eindeutig teurer als in Neuseeland, aber hingegen eine Flasche Corona gibt es für 3 NZ-Dollar. Das ist ja billiger als bei uns. GEKAUFT! J

Schwer bepackt machen wir uns auf den Rückweg mit dem Anti-Clockwise-Bus und genießen noch einen herrlichen Sonnentag an „unserem“ Hausstrand.

Der nächste Tag gehört einem anderen Strandabschnitt der Insel. Paul, der Inhaber unserer Unterkunft, hat uns diesen Strand als Snorkling-Spot empfohlen. Bei ihm bekommen wir auch kostenloses Schnorchel-Equipment und schon machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum 3 Kilometer entfernten Strand. Puh, der Weg zieht sich doch etwas mehr als erwartet, vor allem weil es am Strand immer wieder steinige Abschnitte gibt, so dass wir gelegentlich auf die Straße ausweichen müssen.

Am Strand angekommen, sind wir schwer beeindruckt. Das Meer ist so unglaublich klar, so herrlich türkis und der Strand isteinfach wunderschön. Wir fühlen uns pudelwohl.

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Wir ziehen uns den Schnorchel über, schlüpfen in die Taucherflossen und schon sind wir im kühlen Nass. Man muss noch nicht mal weit ins Wasser gehen, bereits nach 5 Metern befindet man sich in einer Unmenge an bunten und wundervollen Fischen. Es ist wirklich traumhaft und das Beste, es ist umsonst. Wir müssen nicht die unfassbar teuren Schnorchelausflüge buchen, um die bunte Unterwasserwelt zu erforschen, nein, sie befindet sich auch schon unmittelbar an der Küste. Gut, es ist kein Mega-Riff, aber trotzdem ist es herrlich. Hank, die alte Wasserratte kann gar nicht genug bekommen und verfolgt die Fische stundenlang mit der Kamera. Ich glaub, er hat mittlerweile schon Schwimmhäute, während ich hingegen nach einiger Zeit im Wasser, das Brutzeln in der Sonne vorziehe. Hach – Urlaub ist schon was Schönes!!

Auf dem Rückweg zu unserem Beach Hut ernten wir noch eine Avocado von einem Baum. Früchte sind hier relativ teuer im Supermarkt, aber man findet hier an allen Ecken irgendwelche tropischen Früchte, die man ernten kann. Unglücklicherweise war die Avocado noch nicht reif…

Für den darauffolgenden Tag haben wir wieder große Pläne. Wahrscheinlich ist es mal wieder total verrückt, aber wir können es irgendwie dann doch nicht lassen. Auf der Insel gibt es einen „Cross-Island-Track“, der ca. 4 Stunden dauert und den 420 m hohen Needle überquert. Es hat ca. 30 Grad und somit die perfekten Voraussetzungen um anstatt sich am Strand zu sonnen, eine Halbtageswanderung zu machen.

Wir fahren mit dem Bus bis kurz vor Avarua und gehen von dort aus zum Beginn des Wanderpfades. Unterwegs entdecken wir Papaya-Bäume, die ganz offensichtlich reife und leckere Früchte tragen. Lediglich die Ernte gestaltet sich als schwierig. Hank versucht es mehrmals mithilfe eines Steines, den er verzweifelt nach oben wirft, sowie einem Stock, aber alle Versuche bleiben erfolglos. Wir sind schon ein wenig frustriert, weil wir uns bereits auf das leckere Obst gefreut haben, bis wir schließlich ein paar Meter weiter ein paar Papayas auf Augenhöhe entdecken. Juppie, die lassen sich einfach pflücken. Zufrieden und gut ausgestattet geht es sodann zum Startpunkt unserer Wanderung. Hier trägt man sich in eine Liste ein und am anderen Ende kann man sich dann wieder austragen. Wir sind die Nummer 9 und 10 für die Tageswanderung. Puh, es gibt also noch weitere ebenso Durchgeknallte, die ebenfalls den Dschungel dem Strand vorziehen.

Ich bereue bereits, dass ich meine Wanderschuhe in Auckland gelassen habe, denn mit den Chucks erweist sich dieser Track doch als ein wenig tricky. Zu Beginn geht es einen einfachen Weg, aber bereits nach ca. 15 Minuten befinden wir uns mitten im Dschungel. Glücklicherweise gibt es auf der Insel weder Schlangen noch giftige Insekten, so dass ich mir darüber wenigstens keine Gedanken machen muss. Es geht steil bergauf, über Wurzeln und Matsch, daher ist es teilweise ziemlich rutschig. Ich habe bereits ein wenig Angst vor dem Weg nach unten, da ich mit meinen Schuhen sehr wenig Halt habe, aber bergauf kommen wir dann doch ziemlich gut.

Wir brauchen etwa eine Stunde bis wir am Needle ankommen und genießen dort eine herrliche Aussicht auf die Insel. Man kann von diesem Punkt noch weiter nach oben am Felsen entlang klettern, da wir aber keine erfahrenen Kletterer sind und auch keine vernünftige Ausrüstung haben, lassen wir das dann doch lieber.

Nachdem wir diesen atemberaubenden Ausblick genossen haben, starten wir unseren Weg nach unten. Dieser gestaltet sich doch tatsächlich als Herausforderung, da es ganz schön steil und unbefestigt nach unten geht. Der Abstieg macht dafür aber auch wirklich Spaß. Wir schlingen uns an den Wurzeln hinunter, überqueren gefühlte 100 Mal einen fließenden Bach, der in einem Wasserfall enden soll und waten durch den Matsch. Dreck klebt mittlerweile überall an uns, aber es ist trotzdem ein Spaß. Irgendwann wird es mir nur ein wenig zu viel mit den Bachüberquerungen. Immer wieder müssen wir aufpassen, dass wir nicht auf den nassen Felsen ausrutschen und mit all unseren Habseligkeiten ins Wasser plumpsen. Ein paarmal wird es ziemlich knapp und wir können uns gerade noch retten.

Glücklicherweise kommen wir trocken und unversehrt nach den vorgegebenen 4 Stunden am Wasserfall an. Der ist allerdings ein wenig enttäuschend – zumindest für uns. So begeben wir uns unmittelbar auf den Weg zur Hauptstraße um einen Bus zu erwischen.

Wir wollen gerade nachschauen, wann der Clockwise-Bus kommt, als er auch schon eintrifft. Ja wunderbar, perfektes Timing. Wenig später sind wir wieder in unserer Unterkunft, genießen ein leckeres Essen und verweilen noch eine Weile am Strand. Herrlich!

Nach diesem erlebnisreichen Tag ist danach wieder ein ruhiger Tag angesagt. Wir müssen uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass wir genau deshalb eigentlich hier sind: Ruhe und Erholung! Und das machen wir dann auch: Faulenzen, lesen, in der Sonne braten, ein bisschen im Meer rumtollen, essen, Kaffee trinken, was man hald so macht, wenn man nix macht… :-)

Schließlich heißt es am nächsten Vormittag unseren Bungalow verlassen und weiter ziehen. Was aber gar nichts macht, denn uns erwartet noch die Perle der Cook Inseln – Aitutaki. Unser Flug geht allerdings erst um 15:30 Uhr, so dass wir die Zeit vom Check-Out bis zum Flug noch ein wenig vertrödeln müssen. Zum Glück haben wir ausreichend Lesestoff mitgebracht, so vergeht die Zeit bis unserer Bus fährt dann doch recht schnell. Wir fahren zum Flughafen und sind erstaunt: wir brauchen weder unseren Reisepass, noch die Buchungsbestätigungen oder eine Sicherheitskontrolle. Wir sagen nur unsere Namen und bekommen sodann Zettel in die Hand gedrückt, die als Boardingpässe fungieren sollen. Aha, na dann warten wir mal bis wir die Mini-Maschine betreten dürfen…

Boardingpässe von Air Rarotonga
Boardingpässe von Air Rarotonga

2 comments on “Rarotonga

    1. danke, aber Du hast unsere Bilder von Aitutaki noch nicht gesehen – die sind richtig klasse! :-) Der Bericht ist aber leider noch nicht fertig, wir arbeiten noch dran.
      Bussi zruck

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