Auckland

Inzwischen kenn ich mich im Raum-Zeit-Kontinuum gar nicht mehr aus. Von den Cook Islands kehren wir zurück nach Auckland, was bedeutet, dass wir die Datumsgrenze wieder überqueren müssen und damit quasi in die Zukunft reisen. Der 16. Mai existiert praktisch in unserem Kalenderjahr 2014 nicht, bzw. dauert im Flieger 2 Stunden. Verrückt!

In Auckland kommen wir um 4 Uhr in der Früh völlig groggy an und müssen durch die etwas eigenwilligen Kontrollen der neuseeländischen Zollbehörden. Außer ein paar Muscheln und unsere übrig gebliebenen Nudeln haben wir glücklicherweise nichts, das wir deklarieren müssen. Bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machen, müssen wir uns eine preiswerte und zentral gelegene Unterkunft aussuchen, was nicht so einfach ist, wenn man insgesamt nur 30 Minuten Zeit hat. Längere kostenlose  Internetsessions gestattet der Flughafen leider nicht. Am Ende entscheiden wir uns für ein Hostel im Stadtviertel Parrell, da man das Stadtzentrum von dort aus leicht zu Fuß erreichen kann und der Preis vergleichsweise günstig ist.

Mit dem Bus fahren wir in aller Herrgottsfrühe in die Großstadt von Auckland und versuchen uns zu orientieren. Glücklicherweise sieht man in dieser Stadt von wahrscheinlich jedem Punkt aus den Sky Tower, so dass man nie komplett planlos ist.

Skytower
Skytower

Leider steigen wir aber an einer anderen Station aus, als wir ursprünglich geplant haben, so dass wir mit unserem Gepäck etwa 2 Kilometer laufen müssen. Dass die Stadt ziemlich hügelig ist, macht das Ganze nicht gerade zu einem Kindergeburtstag!

Am Hostel angekommen ruhen wir uns erstmal ein paar Stunden aus und erfreuen uns an der nach zwei von der Außenwelt abgeschnittenen Wochen wiedererlangten Kommunikationsmöglichkeit in Form von Free Wifi.

Irgendwann raffen wir uns dann doch noch auf und spazieren eine Runde durch unser Stadtviertel und suchen uns was Leckeres zu Essen. Eigentlich wollten wir uns heute schon mit Sabine treffen, so dass wir versuchen uns nicht allzu lange außerhalb unserer Erreichbarkeitszone aufzuhalten, aber am Ende müssen wir unser „Business-Meeting“ ;-) am anderen Ende der Welt doch auf morgen verlegen. Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz unglücklich, dass ich heute doch recht zeitig ins Bett komme, denn die Fliegerei und die kurze Nacht haben mich doch ein wenig aus der Bahn geworfen.

 Nach einer von erholsamen Schlaf gesegneten Nacht starten wir den Tag mit Fußball-Streaming und dabei Frühstück im Bett. So kann ein Sonntag beginnen!

Gegen halb 10 Uhr kommt Sabine schließlich völlig erschöpft und vollbepackt mit unseren Habseligkeiten bei unserer Unterkunft an. Ich freue mich sehr, sie zu sehen und heute mit ihr was zu machen. Wir überlegen in Ruhe, was wir unternehmen wollen und entscheiden uns sodann, auf die Insel Waiheke zu fahren, da die Stadt Auckland offensichtlich nicht so viele Must-Have-Seens zu bieten hat. Uns ist das auch recht, denn das Wetter ist gut und ein Ausflug aufs „Land“ hört sich auch gut an.

Mit dem Bus fahren wir zum Britomat, von wo aus die Fähre um 12 Uhr abfährt. Auf der Fähre genießen wir einen schönen Ausblick auf die Skyline von Auckland, die beherrscht wird vom Hafen und dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre, dem Skytower. Einzig der etwas starke Wind stört uns ein wenig.

Skyline
Skyline

Nach etwa 35 Minuten auf der Fähre erreichen wir Waiheke Island und befinden uns fernab jeglichen Großstadttrubels. Waiheke ist mit einer Fläche von 92 Quadratkilometer die zweitgrößte Insel im Hauraki Gulf. Ehe wir uns darüber Gedanken machen können, wie wir uns auf dieser Insel fortbewegen und vor allem wohin wir uns bewegen wollen, werden wir von einem Guide namens Horst angesprochen und auf eine interessante Bustour aufmerksam gemacht. Horst, ein vor 25 Jahren ausgewanderter Deutscher, kann unser Interesse schnell wecken. Insbesondere seine Pronunciation des „th“ lässt uns schmunzeln und führt dazu, dass wir uns von ihm die Insel zeigen lassen wollen. Die Tour dauert etwa 1,5  Stunden und führt an vielen Buchten, sowie unzähligen feinkörnigen Sandstränden vorbei und Horst erklärt uns mit größter Motivation geschichtliche Hintergründe, was man machen kann und wie die Leute hier leben.

eine der vielen Buchten
eine der vielen Buchten

Am letzten Strand, den wir passieren, zeigt er uns die – wie wir sagen würden – Bonzenvillen und die hiesigen Sicherheitsvorrichtungen: Gartenzäune, über die ICH mit einem Schritt rüber gehen kann… :-)

Schließlich setzt uns Horst an diesem Strand ab und nachdem wir ein bisschen auf dem Sand umher getollt sind, kehren wir in einem netten Café mit Beachview ein. Herrlich – die Sonne hat auch ihren Weg gefunden. Ehe wir uns versehen, verpassen wir sogar den Bus, den wir eigentlich angepeilt hatten.

Mit dem Nächsten fahren wir schließlich das nahegelegene Weingut Te Motu, um zum Sonnenuntergang ein paar lokale Weine zu kosten. Was soll ich sagen? Perfekt, so kann man seinen Sonntag schon mal verbringen!

Weinprobe
Weinprobe

Zufrieden kehren wir schließlich mit dem Bus zurück zum Fährhafen, von wo aus wir wieder in die Metropole fahren. Insgesamt war es ein wirklich gelungener Tag und an dieser Stelle ein dickes Bussi an Sabine – wir sehen uns dann wieder in good old Germany!!

 Am darauffolgenden Tag heißt es dann endgültig Abschied nehmen von Neuseeland und in eine ganz andere Welt aufbrechen! Da unser Flieger erst um 16 Uhr geht, verbringen wir den Vormittag zunächst damit, unsere Sachen zu packen. Hier sei angemerkt, dass wir nun den wahrscheinlich bisher schwersten Rucksack mit uns tragen und mir das nicht so wirklich gefällt!

Fertig gepackt sitzen wir unsere Zeit im Aufenthaltsraum der Unterkunft ab und schauen uns bei der Gelegenheit mal wieder einen Tatort an. Gegen Mittag brechen wir schließlich auf in Richtung Flughafen. Eins ist klar, aus Neuseeland auszureisen ist wesentlich unkomplizierter als einzureisen. So reicht unsere etwas knapper als gewöhnlich bemessene Zeit dennoch locker aus, um rechtzeitig am Gate zu stehen.

Aitutaki – welcome to paradise

OK, hier nun unser Bericht über Aitutaki:
Es war der Wahnsinn! Stell Dir den schönsten Ort vor, an dem Du je einen Strandurlaub verbracht hast. Und dann vergiss ihn! Weil Aitutaki besser ist. Punkt.
So, das wars, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. ;-)

Ausblick von unserem Balkon
Ausblick von unserem Balkon

Na gut, OK, für alle die noch ein wenig lesen wollen hier dann doch noch der ausführliche Bericht.

Nach einem etwa 40-minütigen Flug in der kleinen Maschine setzen wir auf Aitutakis Landebahn auf. In der winzigen Wartehalle des Flughafens werden wir von Tracey in Empfang genommen. Sie betreibt mit ihrem Mann Trevor die Matriki Beach Huts, unsere Unterkunft für die nächsten Tage. Als wir im Auto sitzen und sehr entspannt die Straße entlangfahren (Tempolimit auf der Insel: 40) bietet Tracey uns gleich mal an, uns zum nächsten Supermarkt zu fahren. Das Angebot nehmen wir doch dankend an. Der Supermarkt entpuppt sich als kleiner Tante Emma Laden und das Angebot hält sich in Grenzen. Da wir nicht alles finden was wir brauchen fahren wir also noch ein paar Kilometer weiter in die „Hauptstadt“ der Insel. Der Laden dort ist etwas größer und wir können unser Fresspaket dann noch ergänzen. Leider gibt es so gut wie kein frisches Obst auf der Insel, ein Zyklon hat vor einigen Wochen die Ernte ziemlich zerstört. Schade.

Dann fahren wir gut ausgestattet zurück und können unsere Unterkunft beziehen. Wir wohnen im Treehouse, dem ersten Stock einer etwas größeren Strandhütte. Wer jetzt besonderen Luxus erwartet hätte, wäre enttäuscht worden, es ist ziemlich einfach: eine Küchenzeile, ein Tisch mit zwei Stühlen und ein Bett mit Moskitonetz. Fertig. Mehr braucht man aber hier auch nicht und es ist genau so wie man sich eine Hütte auf einer einsamen Insel vorstellt. Und als Schmankerl haben wir noch einen traumhaften Balkon, von dem aus man aufs Meer sieht. Einfach umwerfend!

Dann lernen wir auch gleich noch Trevor kennen und Tracey stellt uns die restlichen Gäste vor: Ute aus Deutschland, Alan & Jane aus den USA und Carol aus Australien. Das wars es auch schon, mehr sind nicht hier. Insgesamt gibt es 5 Quartiere. Aber das macht diesen Ort eben auch aus. Als Zugabe gibt es noch die zwei Katzen Marmelade und Tiger, die natürlich auch gleich noch begrüßt werden. Als wir uns ein Essen gekocht haben besucht uns Tiger auch gleich auf dem Balkon und erschmust sich ein kleines leckeres Häppchen. Den restlichen Abend relaxen wir dann nur noch auf unserem Balkon und genießen den ersten Sonnenuntergang auf der Insel.

Sonnenuntergang Aitutaki
Sonnenuntergang Aitutaki

Den nächsten Morgen beginnen wir dann mit einem Frühstück auf dem Balkon, zu dem uns übrigens wieder Tiger besucht, ehe wir uns Schnorchel und Taucherbrillen schnappen und die Gewässer vor unserer Unterkunft erkunden. Das Schöne ist, dass es hier direkt wenn man im Wasser ist etwas zu sehen gibt. Überall sind mit Korallen bewachsene Felsen, zwischen denen sich bunte Fische tummeln. So schnorcheln wir zu einer etwa 100 Meter vom Ufer entfernten Boje, die eine Riesenmuschel markiert. Selbige ist auch echt groß, sowas haben wir zuvor noch nicht gesehen. Nachdem wir die Muschel ausgiebig betrachtet haben kehrt Carina um, um am Strand zu faulenzen. Ich erkunde noch etwas die Gewässer und knipse fleißig die Unterwasserwelt. Irgendwann kehre ich dann auch an den Strand zurück, um mich aufzuwärmen. Der Tag verläuft dann sehr ruhig, Carina liest und sonnt sich, ich mache das Selbe, gehe aber auch noch zweimal Schnorcheln.

Als uns im Laufe des Tages Tracey über den Weg läuft machen wir noch einen Bootsausflug für morgen in die Lagune der Insel sowie zu One-Foot-Island klar. Als wir mehr Details als Lagune und Insel erfragen wollen lacht sie nur und meint, das sei so typisch deutsch, dass wir genau wissen wollen, was passiert. Wir sollten uns einfach überraschen lassen. Na gut, dann machen wir das halt. :-)

Nachdem wir unser Frühstück wieder in Gesellschaft von Tiger eingenommen haben geht es gegen neun los auf den Ausflug. Der Bootstrip wird direkt von Tracey und Trevor angeboten und durchgeführt und so sind wir mit selbigen sowie Ute, Alan und Jane zu siebt auf einem kleinen Boot. Das ist schon wesentlich angenehmer als bei den normalen Trips mit großen Anbietern. Weiterer Vorteil: heute ist Sonntag, und da die wirklichen Einheimischen (T&T sind aus Australien bzw. Neuseeland) sehr gläubig sind, bleiben hier auf der Insel alle anderen Boote heute im Hafen. Nach der kurzen Fahrt zur Pier lassen wir auch schon das Motorboot zu Wasser und starten los.

Wir brausen an kleinen Inselchen vorbei und genießen die supertolle Aussicht. Trevor der Skipper geht immer wieder vom Gas und erzählt uns etwas zu dem was wir sehen. Die Farben in der Lagune sind echt der Hammer, kaum zu glauben. So gleiten wir einige Zeit übers Wasser (schwer zu schätzen wie lang, da es so kurzweilig ist) und gehen schließlich an einer der kleinen Inseln an Land. Wir durchqueren den dschungelartigen Bewuchs und Trevor erzählt uns was zu den Pflanzen und Tieren hier. Schließlich zeigt er uns auch noch, wie man eine Kokosnuss öffnet. Diese liegen hier zu dutzenden herum. Aber eben nicht so wie bei uns im Geschäft, die harte Nuss (die gar keine Nuss ist) ist von einer dicken Faserschicht umgeben. Und die ist gar nicht so leicht zu entfernen. Nachdem ich die Technik gesehen habe lasse ich es mir nicht nehmen, meine eigene Kokosnuss „auszupacken“. Ist ein hartes Stück Arbeit, aber schließlich halte ich stolz eine Kokosnuss in der Hand.

Aitutaki Lagoon
Aitutaki Lagoon

Weiter geht’s nach One-Foot-Island. Hier bereitet uns Trevor der Koch einen sehr guten Burger zum Mittagessen. Davor haben wir aber auch noch etwa eine Stunde Zeit für uns. Wir wandern etwas auf der nächsten Sandbank herum, umrunden die Insel halb und baden etwas. Als Nachspeise zur Nachspeise öffnet Trevor noch eine Kokosnuss, aus der schon ein Sprössling gewachsen ist. Drinnen ist eine weiße Marshmellow-artige Kugel gewachsen (dort wo bei uns die Milch ist), die sehr gut schmeckt. Wir essen sozusagen den Nährboden einer Kokospalme.

Als nächsten Stopp peilen wir dann noch die südöstlichste der kleinen Inseln im Riff an und drehen auch hier dann nochmal eine kleine Runde. Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre fahren wir danach noch zu einem Schnorchel-Spot und haben ausgiebig Zeit die Unterwasserwelt zu erforschen. Danach heißt es dann aber die Rückfahrt anzutreten. So kommen wir gegen fünf wieder am Hafen an und holen das Boot aus dem Wasser. Carina und ich fahren dann auf dem Boot auf dem Anhänger mit zurück zu den Beach Huts, da wir nicht alle im Auto Platz haben. Das Ende dieses rundum gelungenen Tages verbringen wir dann wieder auf unserm Balkon. Der Ausflug war echt der absolute Hammer und der Beste, den wie je mitgemacht haben. Daumen hoch!

Mit Matriki in der Aitutaki Lagoon
Mit Matriki in der Aitutaki Lagoon

Der nächste Tag beginnt sehr aufregend: Tracey kommt zu uns hoch und hat eine kleine Mietzekatze im Arm. Die ist gestern Abend hier in die Anlage spaziert und sogleich aufgenommen worden. Da sie mehrere schwarze Punkte auf weißem Fell hat, ist sie auch schon auf den Namen Bubbles getauft worden. Da Tracey schnell weg muss, braucht sie wen, der auf Bubbles aufpasst. Das ist natürlich genau der richtige Job für mich. Tiger gefällt das zwar nicht besonders, aber da muss sie jetzt durch. So verbringen wir die nächste Stunde damit mit der süßen kleinen Katze zu spielen. Nachdem wir sie wieder in Traceys Obhut übergeben haben wandern wir zum Tante-Emma-Laden und kaufen ein paar Lebensmittel. Das war dann auch schon die größte Anstrengung des Tages. Wenn wir den Tag über nicht gerade mit Bubbles spielen, wird einfach mal gar nichts gemacht. Aber das geht hier richtig gut! :-D

Nach dem doch eher entspannten Tag gestern greifen wir heute wieder voll an: wir wollen auf den höchsten Berg der Insel klettern! Na gut, es ist kein Berg, sondern nur ein etwa 130 Meter hoher Hügel und wir müssen auch nicht klettern, sondern nur etwas spazieren gehen. Aber bei 30 Grad bringt uns auch das gut ins Schwitzen. Vom „Gipfel“ aus haben wir dann eine gute Aussicht über die Lagune und unsere Strandseite mit dem Riff. Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das war dann aber auch schon wieder unser gesamtes Tagespensum und den restlichen Tag gehen wir unserem Inselleben nach: Carina liest und sonnt sich, ich gehe Schnorcheln und Tiere jagen. Aber natürlich nur für die Kamera ;-) Zwischendurch hat auch Bubbels immer wieder ihre Auftritte und hält uns auf Trab (wo ist sie denn jetzt schon wieder hin?).

Wir können es kaum glauben, aber schon bricht unser letzter Tag auf Aitutaki an. Zum Abschluss machen wir noch einmal einen Ausflug. Diesmal ist aus unserer Unterkunft nur Trevor dabei (klar, wir brauchen ja nen Skipper), ansonsten nur noch ein französisches Paar aus einer benachbarten Unterkunft. Auf dem Programm steht heute hauptsächlich Schnorcheln. Heute sind wir also nicht in der Lagune unterwegs, sondern innerhalb des Riffs mit Blick aufs offene Meer. Wieder brausen wir übers Wasser und wieder hält Trevor immer wieder an, um uns das Ein der Andere zu erklären. Heute sind außer uns noch einige andere Touristenboote unterwegs. Aber von denen halten wir uns fern. Trevor hat seine eigenen Schnorchelspots abseits vom Mainstream.

Der erste Stopp ist zum Eingewöhnen. Es gibt keine Besonderheiten, „nur“ Felsen mit Fischen und Korallen. Natürlich ist das „nur“ eher ironisch gemeint und wir erfreuen uns an der bunten Unterwasserwelt. Nachdem wir alle vier wieder an Bord sind (mit ein Vorteil an den Matriki-Ausflügen: „Bleibt im Wasser so lange ihr wollt. Aber kommt zurück wenn die anderen schon an Bord sind.“) geht es zum zweiten Spot. Trevor nennt ihn „Hole in the Reef“. Es ist eine lange Korallenwand, die an einer Stelle einen Durchbruch hat, durch den man auf die andere Seite gelangt und so an die Innenseite kommt. Trevor versucht uns den Weg zu erklären, aber nachdem wir alle vier etwas unsicher dreinschauen kommt er kurzerhand mit ins Wasser und führt uns den „Weg“ entlang. Ich glaub ja nicht, dass wir ohne seine Hilfe auf der richtigen Route geblieben wären… Hier gibt es jede Menge Korallen und natürlich auch viele Fische. Trevor stöbert mit seiner Erfahrung auch allerhand versteckte kleine Fische auf, die wir allein wohl nicht gefunden hätten. Sehr schön.

Den dritten Halt machen wir dann an einer Stelle, wo sich der größte Fisch innerhalb des Riffs gerne aufhält: ein Napoleon-Fisch. Der kann bis zu 2,30 Meter lang werden. Wir haben Glück, er hat gehört dass wir vorbei schauen wollen und ist brav vor Ort ;-) Er ist zwar nicht ganz ausgewachsen, aber doch ein ganz schöner Brocken. Leider aber sehr schreckhaft, deshalb können wir nicht einfach ins Wasser springen, sondern müssen extrem vorsichtig reinklettern. Dann schwimmen wir zu viert vom Napoleon weg und lassen uns von der Strömung wieder in seine Richtung treiben. Leider ist unsere Aufteilung nicht ganz optimal und er verdrückt sich. Aber hier schwirren noch einige andere ziemlich große Fisch herum, also haben wir noch ein kleines Trostpflaster. Außerdem füttert Trevor noch einen Schwarm Schmetterlings-Fische an, die uns umschwirren und sogar manchmal anknabbern. In einigen Metern Entfernung sind dann auch noch ein paar Wrackteile von der Alexander, einem hier gesunkenen Transportschiff.

So, nach diesen drei etwas längeren Schnorchel-Stopps ist nun ein Landgang angesetzt. Wir fahren zu der kleinen Honeymoon-Island. Die ist wirklich traumhaft schön. Unter den wenigen Palmen hier nisten gerade red-tailed tropicbirds (deutscher Name unbekannt). Die haben eine sehr dünne, lange rote Schwanzfeder und sind ziemlich gute Flieger. Ihre Beinchen allerdings haben sie nur zum drauf sitzen, richtig gehen können sie nicht. Das ist eher ein sehr unbeholfenes Hopsen wenn sie am Boden sind. Und nach jedem Hopser landen sie mit dem Schnabel im Sand. Lustig anzuschauen, aber sie tun einem dabei schon irgendwie leid.

Danach heißt es erst mal Mittagsessen. Dazu setzen wir auf die benachbarte Insel über, da gibt es auch einen Picknick-Tisch. Zeit für Trevor als Koch zuzuschlagen. Er bereitet uns ein tolles Reisgericht mit Fisch zu, danach gibt es noch Ananaskuchen. Oje, und jetzt sollen wir wieder ins Wasser? Aber die Route ist gut geplant und wir halten an der sog. Muschel-Farm. Hier gibt es dutzende von den Riesenmuscheln in allen Größen. Wir müssen uns eigentlich nur treiben lassen und die Strömung erledigt die Arbeit für uns. Am Ende dieses Spots sammelt uns Trevor wieder auf.

Zu guter Letzt verlassen wir das Innere des Riffs noch und fahren durch die einzige Passage am Hafen hinaus an die Außenseite. Hier ist der Wellengang auch deutlich höher als innen und man muss ein wenig aufpassen, dass man dem Riff nicht zu nahe kommt. Außerdem ist es hier stellenweise auch richtig tief, innen sind es maximal 4 Meter. Aber dafür gibt es auch einige andere Fische zu bestaunen. Manchmal sind hier auch Rochen und Haie unterwegs, aber solche lassen sich heute nicht blicken. Ich bin trotzdem begeistert und möchte gar nicht wieder raus aus dem Wasser. Mein Highlight hier ist eine bestimmt 2 Meter lange Muräne, die sich vor mir in ein Felsloch flüchtet. Der große blaue Fisch der in dem Loch gesessen ist, ist davon aber gar nicht begeistert und versucht sein Heim zu verteidigen. Davon wiederum ist die Muräne nicht begeistert und zeigt ihre Zähne. Sie gewinnt. Außerdem ist es noch ganz lustig anzusehen wie die Fische alle von der Strömung vor und zurück geworfen werden.

Irgendwann muss ich dann doch auch aus dem Wasser und wir fahren zurück zum Hafen. Auf dem Weg halten wir noch kurz an einer Stelle, wo sich öfter Schildkröten tummeln. Und tatsächlich taucht gerade eine auf. Als sie uns erblickt ist sie aber auch schon wieder weg. Schade. Dann sind wir auch schon wieder an Land und fahren zurück in die Unterkunft. Auch der zweite Ausflug mit Matriki war ein voller Erfolg und einfach super. Kann man nur empfehlen. Ein perfekter Ausklang für unsere perfekte Zeit hier.

Schweren Herzens frühstücken wir das letzte Mal auf unserem tollen Balkon mit Tiger. Danach werden unsere Rucksäcke wieder gepackt. Da noch etwa eine Stunde Zeit ist packe ich nochmal Schnorchel und Taucherbrille und springe ins Wasser. Die Hoffnung innerhalb des Riffs noch eine Schildkröte aufzustöbern erfüllt sich aber leider nicht.

Dann heißt es Abschied nehmen von Trevor, Tiger, Bubbles, Marmelade und den anderen Gästen. Ein trauriger Moment. Tracey bringt uns dann eine dreiviertel Stunde vor Abflug – was hier vollkommen ausreichend ist – zum Flughafen und wir sagen auch ihr goodbye. Wir bekommen wieder unsere Kassenzettel-Boardingpässe und sitzen bald darauf in der kleinen Maschine, die uns zurück nach Rarotonga bringt.

Aitutaki: the Tiger of Matriki
Aitutaki: the Tiger of Matriki

Hier treffen wir uns dann noch mit Ute, die schon vor zwei Tagen Aitutaki verlassen hat, um noch etwas Zeit auf Rarotonga zu verbringen. Wir sind froh, dass wir eine Anlaufstelle haben und nicht den ganzen Tag mit unserem Gepäck in Avarua rumbringen müssen (unser Rückflug nach Neuseeland geht um 2 Uhr nachts). Ute wohnt in einer Unterkunft in Nuri am anderen Ende der Insel, wo wir mit dem Bus hinkommen. So sehen wir auch noch diese Ecke von Rarotonga und verbringen einen gemütlichen Tag mit Ute auf dem Balkon ihres Pavillons. Wir wären alle drei lieber auf Aitutaki. Nicht dass Rarotonga nicht schön wäre, aber Aitutaki ist eben noch schöner.

Rarotonga

Es ist soweit – wir begeben uns auf unserem wohlverdienten Urlaub, um uns mal vom Reisen ein bisschen zu erholen. Es mag zwar vielleicht verrückt klingen, aber es ist wirklich anstrengender in der Weltgeschichte herumzureisen, als man denkt. Kaum hat man sich irgendwo eingelebt, heißt es schon wieder Rucksack packen und weiter geht’s. Ein Nomadenleben hald…

Unser Flug nach Rarotonga, die Hauptinsel der Cook Islands, geht am Sonntag Abend um 19:00 Uhr, und wir kommen in Rarotonga um 0:00 Uhr an, allerdings auch wieder am Sonntag, da wir die Datumsgrenze passieren. Das ist ein wenig verwirrend, vor allem weil wir unsere Unterkunft, das Rarotonga Backpackers, für Samstag schon buchen müssen… Da soll einer durchblicken.

Am Flughafen müssen wir dann durch die Immigration und bekommen einen Cook-Islands-Stempel in unseren Reisepass, bevor wir von einem Angestellten unserer Unterkunft bereits abgeholt werden. Wir fahren ca. 10 Minuten mit dem Minivan und erreichen in völliger Dunkelheit unsere Bleibe für die nächsten 6 Nächte: ein wunderschöner kleiner Beachhut bei Rarotonga Backpackers! Als Budget-Unterkunft wirklich zu empfehlen. Wir quartieren uns nur schnell ein und schon fallen wir erschöpft vom Zeitreisen ins Bettchen…

Hach, ist das herrlich nach 6 Wochen im Auto schlafen, endlich wieder richtige Betten zu haben. Dementsprechend schlafen wir gleich mal richtig lang, bevor wir uns auf dem Weg machen, Nahrungsmittel zu kaufen. Außer 5 Kilo Nudeln, einigen Kaffeepäckchen, Cookies und Instant-Suppe haben wir nicht viel dabei. Zum Glück gibt es gleich in der Nähe einen kleinen Laden, der auch am Sonntag geöffnet hat und uns das Notwendigste verkauft.

Den Tag verbringen wir dann tatsächlich mal damit GAR nichts zu machen.

einfach mal die Seele baumeln lassen
einfach mal die Seele baumeln lassen

Und das Beste daran ist, wir haben dabei weder ein schlechtes Gewissen, noch das Gefühl irgendetwas zu verpassen, da wir genau dafür hier her gekommen sind. Es ist herrlich warm, das Meerwasser glasklar und angenehm und es weht permanent eine sanfte Brise, da kann man wirklich stundenlang in der Sonne liegen – auch wenn Hank der Wind nicht ganz so gut gefällt wie mir. Die Zeit vergeht wie im Flug – ehe wir uns versehen geht die Sonne langsam am Horizont unter und ein erholsamer Tag neigt sich dem Ende zu.

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Den nächsten Tag wollen wir dann mal in die Hauptstadt der Insel fahren und einen richtigen Supermarkt aufsuchen. Auf der Insel gibt es zwei Busse. Einen, der im Uhrzeigersinn um die Insel fährt und einen, der in die entgegengesetzte Richtung fährt. Die Busse halten unmittelbar vor unserer Unterkunft und fahren den ganzen Tag. Wie wir hinterher feststellen, empfiehlt es sich allerdings, gleich eine 10er-Karte zu kaufen, da das definitiv billiger ist, als Einzelfahrkarten zu kaufen. Wir waren uns jedoch noch unschlüssig, ob wir einen Roller ausleihen wollen, deshalb haben wir diesbezüglich nicht genauer nachgefragt. Um einen Roller auszuleihen, muss man einen Cook-Islands-Führerschein machen. Verrückt, der kostet 20 NZ-Dollar extra. Ob man allerdings auch eine Fahrprüfung machen muss, wissen wir leider nicht. Wir haben uns in jedem Fall dagegen entschieden.

In Avarua, der Hauptstadt, angekommen setzt urplötzlich ein richtiger Wolkenbruch ein und wir stehen ein bisschen planlos da. Fluchtartig springen wir in die vielen Giftshops, die es hier gibt, und kruschen ein bisschen rum. Außerdem informieren wir uns noch über die Aktivitäten, die man auf der Insel machen kann und irren ein wenig durch die 4 Straßen, die es hier gibt. Wir enden schließlich bei einem indischen Lokal, dass mit Mittagsgerichten für 7 NZ-Dollar for Take-Away wirbt. Glücklicherweise haben wir uns aber dann doch dafür entschieden, im Lokal zu essen, denn ein weiterer Wolkenbruch steht schon wieder an.

Nach dem Essen klart es dann doch wieder richtig auf und die Sonne zeigt sich wieder. Verrückt, das Inselwetter! Wir marschieren ein wenig am Strand entlang, Hank sammelt mal wieder Muscheln (die er wahrscheinlich eh nicht mitnehmen kann) und genießen die Postkarten-Idylle dieser wunderschönen Insel.

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Im Supermarkt decken wir uns noch mit den notwendigen Lebensmitteln und Getränken ein. Es ist eindeutig teurer als in Neuseeland, aber hingegen eine Flasche Corona gibt es für 3 NZ-Dollar. Das ist ja billiger als bei uns. GEKAUFT! J

Schwer bepackt machen wir uns auf den Rückweg mit dem Anti-Clockwise-Bus und genießen noch einen herrlichen Sonnentag an „unserem“ Hausstrand.

Der nächste Tag gehört einem anderen Strandabschnitt der Insel. Paul, der Inhaber unserer Unterkunft, hat uns diesen Strand als Snorkling-Spot empfohlen. Bei ihm bekommen wir auch kostenloses Schnorchel-Equipment und schon machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum 3 Kilometer entfernten Strand. Puh, der Weg zieht sich doch etwas mehr als erwartet, vor allem weil es am Strand immer wieder steinige Abschnitte gibt, so dass wir gelegentlich auf die Straße ausweichen müssen.

Am Strand angekommen, sind wir schwer beeindruckt. Das Meer ist so unglaublich klar, so herrlich türkis und der Strand isteinfach wunderschön. Wir fühlen uns pudelwohl.

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Wir ziehen uns den Schnorchel über, schlüpfen in die Taucherflossen und schon sind wir im kühlen Nass. Man muss noch nicht mal weit ins Wasser gehen, bereits nach 5 Metern befindet man sich in einer Unmenge an bunten und wundervollen Fischen. Es ist wirklich traumhaft und das Beste, es ist umsonst. Wir müssen nicht die unfassbar teuren Schnorchelausflüge buchen, um die bunte Unterwasserwelt zu erforschen, nein, sie befindet sich auch schon unmittelbar an der Küste. Gut, es ist kein Mega-Riff, aber trotzdem ist es herrlich. Hank, die alte Wasserratte kann gar nicht genug bekommen und verfolgt die Fische stundenlang mit der Kamera. Ich glaub, er hat mittlerweile schon Schwimmhäute, während ich hingegen nach einiger Zeit im Wasser, das Brutzeln in der Sonne vorziehe. Hach – Urlaub ist schon was Schönes!!

Auf dem Rückweg zu unserem Beach Hut ernten wir noch eine Avocado von einem Baum. Früchte sind hier relativ teuer im Supermarkt, aber man findet hier an allen Ecken irgendwelche tropischen Früchte, die man ernten kann. Unglücklicherweise war die Avocado noch nicht reif…

Für den darauffolgenden Tag haben wir wieder große Pläne. Wahrscheinlich ist es mal wieder total verrückt, aber wir können es irgendwie dann doch nicht lassen. Auf der Insel gibt es einen „Cross-Island-Track“, der ca. 4 Stunden dauert und den 420 m hohen Needle überquert. Es hat ca. 30 Grad und somit die perfekten Voraussetzungen um anstatt sich am Strand zu sonnen, eine Halbtageswanderung zu machen.

Wir fahren mit dem Bus bis kurz vor Avarua und gehen von dort aus zum Beginn des Wanderpfades. Unterwegs entdecken wir Papaya-Bäume, die ganz offensichtlich reife und leckere Früchte tragen. Lediglich die Ernte gestaltet sich als schwierig. Hank versucht es mehrmals mithilfe eines Steines, den er verzweifelt nach oben wirft, sowie einem Stock, aber alle Versuche bleiben erfolglos. Wir sind schon ein wenig frustriert, weil wir uns bereits auf das leckere Obst gefreut haben, bis wir schließlich ein paar Meter weiter ein paar Papayas auf Augenhöhe entdecken. Juppie, die lassen sich einfach pflücken. Zufrieden und gut ausgestattet geht es sodann zum Startpunkt unserer Wanderung. Hier trägt man sich in eine Liste ein und am anderen Ende kann man sich dann wieder austragen. Wir sind die Nummer 9 und 10 für die Tageswanderung. Puh, es gibt also noch weitere ebenso Durchgeknallte, die ebenfalls den Dschungel dem Strand vorziehen.

Ich bereue bereits, dass ich meine Wanderschuhe in Auckland gelassen habe, denn mit den Chucks erweist sich dieser Track doch als ein wenig tricky. Zu Beginn geht es einen einfachen Weg, aber bereits nach ca. 15 Minuten befinden wir uns mitten im Dschungel. Glücklicherweise gibt es auf der Insel weder Schlangen noch giftige Insekten, so dass ich mir darüber wenigstens keine Gedanken machen muss. Es geht steil bergauf, über Wurzeln und Matsch, daher ist es teilweise ziemlich rutschig. Ich habe bereits ein wenig Angst vor dem Weg nach unten, da ich mit meinen Schuhen sehr wenig Halt habe, aber bergauf kommen wir dann doch ziemlich gut.

Wir brauchen etwa eine Stunde bis wir am Needle ankommen und genießen dort eine herrliche Aussicht auf die Insel. Man kann von diesem Punkt noch weiter nach oben am Felsen entlang klettern, da wir aber keine erfahrenen Kletterer sind und auch keine vernünftige Ausrüstung haben, lassen wir das dann doch lieber.

Nachdem wir diesen atemberaubenden Ausblick genossen haben, starten wir unseren Weg nach unten. Dieser gestaltet sich doch tatsächlich als Herausforderung, da es ganz schön steil und unbefestigt nach unten geht. Der Abstieg macht dafür aber auch wirklich Spaß. Wir schlingen uns an den Wurzeln hinunter, überqueren gefühlte 100 Mal einen fließenden Bach, der in einem Wasserfall enden soll und waten durch den Matsch. Dreck klebt mittlerweile überall an uns, aber es ist trotzdem ein Spaß. Irgendwann wird es mir nur ein wenig zu viel mit den Bachüberquerungen. Immer wieder müssen wir aufpassen, dass wir nicht auf den nassen Felsen ausrutschen und mit all unseren Habseligkeiten ins Wasser plumpsen. Ein paarmal wird es ziemlich knapp und wir können uns gerade noch retten.

Glücklicherweise kommen wir trocken und unversehrt nach den vorgegebenen 4 Stunden am Wasserfall an. Der ist allerdings ein wenig enttäuschend – zumindest für uns. So begeben wir uns unmittelbar auf den Weg zur Hauptstraße um einen Bus zu erwischen.

Wir wollen gerade nachschauen, wann der Clockwise-Bus kommt, als er auch schon eintrifft. Ja wunderbar, perfektes Timing. Wenig später sind wir wieder in unserer Unterkunft, genießen ein leckeres Essen und verweilen noch eine Weile am Strand. Herrlich!

Nach diesem erlebnisreichen Tag ist danach wieder ein ruhiger Tag angesagt. Wir müssen uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass wir genau deshalb eigentlich hier sind: Ruhe und Erholung! Und das machen wir dann auch: Faulenzen, lesen, in der Sonne braten, ein bisschen im Meer rumtollen, essen, Kaffee trinken, was man hald so macht, wenn man nix macht… :-)

Schließlich heißt es am nächsten Vormittag unseren Bungalow verlassen und weiter ziehen. Was aber gar nichts macht, denn uns erwartet noch die Perle der Cook Inseln – Aitutaki. Unser Flug geht allerdings erst um 15:30 Uhr, so dass wir die Zeit vom Check-Out bis zum Flug noch ein wenig vertrödeln müssen. Zum Glück haben wir ausreichend Lesestoff mitgebracht, so vergeht die Zeit bis unserer Bus fährt dann doch recht schnell. Wir fahren zum Flughafen und sind erstaunt: wir brauchen weder unseren Reisepass, noch die Buchungsbestätigungen oder eine Sicherheitskontrolle. Wir sagen nur unsere Namen und bekommen sodann Zettel in die Hand gedrückt, die als Boardingpässe fungieren sollen. Aha, na dann warten wir mal bis wir die Mini-Maschine betreten dürfen…

Boardingpässe von Air Rarotonga
Boardingpässe von Air Rarotonga

Pukekohe – Familientreffen im Kiwi-Land

Der nächste Tag besteht zum Großteil wieder nur aus Fahren. Unterwegs halten wir nur zum Essen kochen und an einem schönen Strand (wo wir schon gerne länger bleiben würden, aber leider keine Zeit haben), ansonsten zieht die Landschaft am Fenster vorbei. Wir quartieren uns auf einem Campingplatz etwa 35 km nördlich von Auckland ein, so dass wir morgen problemlos in die Stadt kommen.

Aufräumaktion im Auto
Aufräumaktion im Auto

Bevor es in die City geht müssen wir aber noch unser Auto auf Vordermann bringen. Das nimmt dann auch schon wieder den ganzen Vormittag ein und wir starten erst gegen 12 Richtung Süden. Vor der Autoabgabe treffen wir uns noch mit Sabine, einer ehemaligen Arbeitskollegin von Carina. Sie ist für ein paar Wochen hier, um einen Sprachkurs zu machen. Das trifft sich ganz gut für uns, dann können wir bei ihr ein paar Sachen lagern, die wir auf den Cook Islands nicht brauchen und deren Platz im Rucksack wir lieber mit Lebensmitteln (=Nudeln) auffüllen, da diese auf den Inseln sehr teuer sein sollen. Und nach unserer Rückkehr von den Cook Islands können wir mit ihr noch was unternehmen. Als Treffpunkt machen wir den weithin sichtbaren Auckland Skytower aus, den kann man nicht verfehlen. So klappt das Treffen dann auch problemlos und wenig später fahren wir zu dritt zu Sabines Unterkunft, die wiederum nicht sehr weit vom Autovermieter weg ist. Dort schlagen wir dann gegen 4 auf und geben unser Auto mit etwa 4500 Kilometern mehr auf dem Tacho ab.

Von der Vermietung ist es nicht weit zur Penrose Station, wo wir in einen Zug nach Papakura steigen. Am Bahnhof dort werden wir dann von meiner Großtante (ich denke das ist die richtige Bezeichnung für die Schwester von meiner Oma, oder?) Heli abgeholt. Sie ist 1961 nach Neuseeland ausgewandert und ich habe sie zuletzt von 21 Jahren gesehen, als sie zu Besuch in Deutschland war. Wir erkennen uns gleich wieder und das Hallo ist groß. Sie hat ihre 12-jährige Enkelin Amber im Schlepptau und so sitzen wir wenig später zu viert im Auto Richtung Pukekohe, wo sie wohnen. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt kommen wir in dem kleinen Vorort an, und ich lerne Carman, Helis Tochter und somit die Cousine meiner Mum, ihren Partner Rob und ihren Sohn Dylan kennen. Außerdem sind da noch Shelby die Rottweilerin, Ray und Garfield die beiden roten Kater und ein etwas zerrupfter Kanarienvogel (oder so was ähnliches). Wir werden sehr herzlich aufgenommen und fühlen uns sogleich wohl. Den Abend lauschen wir dann Helis Erzählungen oder berichten selber von zu Hause.

Den nächsten Tag beginnen wir dann mit einem sehr guten Frühstück und fahren dann mit Carmen, Rob und Amber auf den Markt. Heli kann leider nicht mitkommen, sie muss arbeiten. So schlendern wir über den Markt und begutachten die verschiedenen Stände. Carmen und Rob fragen uns immer wieder was wir machen möchten und meinen wohl sie müssen uns etwas Besonderes präsentieren, aber Carina und ich sind eigentlich ganz zufrieden damit einen normalen Tag zu verbringen. Das tut auch mal wieder ganz gut. Nachdem wir alle Marktstände gesehen haben schlendern wir noch durch die Stadt und schauen in das ein oder andere Geschäft. Nichts besonders aufregendes, aber wie gesagt, wir sind ganz glücklich und zufrieden damit. Auf dem Heimweg halten wir dann noch auf einem kleinen Aussichtshügel, von dem aus man das Örtchen überblicken kann. Außerdem erkennt man am Horizont den Skytower in Auckland (immerhin 60 km entfernt) sowie einige Berge (ehemalige Vulkane) und Hügel.

Als wir schließlich wieder zuhause ankommen machen wir nicht mehr viel, außer ein wenig quatschen und Katzen streicheln ;-) Carina lernt dann noch von Amber die aktuell in Neuseeland topmoderne Art Armbänder aus kleinen Gummi-Bändchen zu machen und ist damit beschäftigt. Abends gibt es dann ein richtig gutes von Heli gekochtes Essen mit Knödeln und Sauerkraut. Wir sind begeistert! Aber danach auch ziemlich voll…

Karioitahi-Beach
Karioitahi-Beach

Am nächsten Morgen bekommen wir wieder ein ausgiebiges Frühstück, wir werden hier richtig gemästet. *g* Danach fahren wir mit Carmen, Rob, Amber und Shelby zum etwa 30 Minuten entfernten Karioitahi-Beach. Der Strand ist echt sehr toll! Schwarzer Sand und überall Muscheln, traumhaft. Ist zwar nicht wirklich zum Baden geeignet, da das Wasser recht frisch und der Wellengang sehr hoch ist, aber es gefällt uns hier trotzdem sehr gut. Shelby ist auch begeistert und fetzt rum. Lediglich die Wellen gefallen ihr gar nicht und sie weicht erschrocken zurück, wenn das Wasser zu ihren Füssen hochkommt. Lustig anzusehen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Strand fahren wir wieder Heim, wo Heli schon mit dem nächsten Festmahl auf uns wartet. Das ist dann aber auch schon wieder gleichzeitig unser Abschiedsessen, da heute Abend unser Flug zu den Cook Islands geht und wir schon Nachmittag am Flughafen sein müssen. So verabschieden wir uns schweren Herzens von der neuseeländischen Verwandtschaft und sind etwas traurig als wir von Heli am Flughafen abgesetzt werden und dort allein zurück bleiben. Aber nur kurz, neue Abenteuer warten auf uns! ;-)

Familientreffen
Familientreffen

Cape Reinga & The Far North

Wir setzen unsere Fahrt weiter fort gen Norden. Heute wollen wir Kaitaia erreichen, von wo aus man Tagesausflüge zum Cape Reinga machen kann. Bis dahin sind es rund 100 Kilometer, für die man unter normalen Bedingungen ca. 1 ½ Stunden benötigt. Also, keine Eile – wir können unterwegs noch ein paar Stopps einlegen. Den ersten machen wir bereits, bevor wir den Ort Paihia wirklich verlassen bei den Haruru Falls. Naja, denken wir uns – mal wieder einer von vielen. Schnell die obligatorischen Fotos geschossen und schon sind wir wieder „on the Road“.

Weit kommen wir allerdings nicht, denn es gibt noch die Rainbow Falls, die wir bei der Gelegenheit natürlich nicht verpassen wollen. Unglücklicherweise sind wir allerdings am falschen Ende angekommen. Wir müssten rund 4 Kilometer marschieren, um hinzukommen, während es noch einen weiteren Parkplatz gibt, von dem aus man unmittelbar zu den Wasserfällen kommt. Aber der Stopp ist trotzdem kein Reinfall, denn hier gibt es ein wunderschönes Steinhaus (das älteste Neuseelands), einen kleinen Hafen und insgesamt ein sehr nettes Ambiente. Wir marschieren zum Steinhaus und erkunden den darin befindlichen Shop mit lokalen Nippes. Da wir aber aus bekannten Gründen keine Souvenirs kaufen können, müssen wir auch diesen Shop mit leeren Händen verlassen.

Unser Weg führt uns dann unmittelbar zu den Rainbow Falls. Am richtigen Ende muss man nur ca. 150 Meter gehen und schon steht man oben am Aussichtsplateau. Ja, die schauen schon ein wenig spektakulärer aus. Da unten am Becken ein nettes einsames Bänkchen in der Sonne steht, entscheiden wir uns, den Weg nach unten anzugreifen und ein bisschen Sonnenschein zu tanken. Herrlich!

Es dauert auch nicht lange bis Bettina und Nils ebenfalls erscheinen. Sehr witzig – wir haben nämlich gar nichts ausgemacht. So sitzen wir hier, ratschen ein bisschen und lassen uns braten. Wir vereinbaren mit den beiden schließlich, dass wir uns heute Abend noch absprechen werden zwecks Campingplatz – wir wollen einen mit Sky-TV, damit wir Fußball gucken können.

Nach unserer Rückkehr am Auto ist auch schon wieder Essenszeit angesagt. Kurzerhand schmeißen wir unseren Gasofen mal wieder an Ort und Stelle an und kochen uns ein „abwechslungsreiches“ Gericht.

Gestärkt geht es dann endlich mal richtig los und wir fetzen die kurvenreiche Strecke bis Kaitaia durch. Wir erreichen den Ort gegen halb 5, also haben wir noch eine halbe Stunde Zeit um die i-Site aufzusuchen und uns hinsichtlich der Ausflüge für morgen zu informieren und die Campingplatzlage zu checken. Wir legen uns gerade fest, was wir machen und wo wir schlafen wollen und verfassen eine Nachricht an Nils und Bettina, als die beiden ebenfalls in der i-Site auflaufen und sich unseren Plänen anschließen. Sehr schön!

Am Campingplatz vergewissern wir uns nochmal, ob wir tatsächlich Sky-TV haben und verbringen dann zufrieden den restlichen Abend mit Rugby-Games.

Uaaah, der Wecker klingelt um 5:45 Uhr – genauso wie wenn wir in die Arbeit gehen müssten. Hmmm, dislike! Naja, aber wir haben uns das ja selbst eingebrockt, nachdem wir Fußball schauen wollten und um die besten Plätze zu sichern, stehen wir eben zu dieser unwürdigen Uhrzeit auf.

Dass wir in Anbetracht des Spielverlaufs lieber im Bett geblieben werden, will ich jetzt nicht zu weit ausführen. Der Schmerz sitzt noch zu tief.

Wenigstens unser Busshuttle ist pünktlich um 8:30 Uhr da und holt uns vier ab. Wir werden mit einem kleinen Bus zu einem größeren chauffiert und finden uns schließlich in einer Horde Touristen und in einem Giftshop wieder. Na wunderbar – haben wir hier eine Verkaufsveranstaltung gebucht? Die Holzschnitzereien sind zwar wirklich toll, aber wir haben weder das Geld für diese ausgefallenen Stücke noch die notwendige Transportmöglichkeit. Die in Kauri-Holz eingearbeitete Treppe ist allerdings schon ein echtes Highlight.

So, genug geshoppt, wir wollen los. Unsere erste Station ist der Gumdiggers Park. Ein Park, in dem früher nach Harz gegraben wurde und heute die zigtausend Jahre alten Kauri-Bäume ausgegraben und verarbeitet werden. Der Park ist ganz nett, aber als ein Must-Have-Seen würde ich ihn jetzt nicht bezeichnen. Die Runde durch den Park endet mal wieder in einem Giftshop – welch eine Überraschung!

Wir fahren schließlich weiter in den Norden und freuen uns auf das Kap. Wendy, unsere Busfahrerin und gleichzeitig Guide, macht allerdings nach wenigen Augenblicken einen neuen Stopp. Wir stehen an einem weiteren Shop – hier gibt es angeblich das beste Eis und so passiert es, dass so ziemlich alle Touristen – auch wir – auf diese Falle hereinfallen. Also langsam glaube ich ernsthaft, dass wir hier wirklich auf einer Verkaufsfahrt sind…

Offensichtlich wars das aber jetzt mit den Shops – wir fahren tatsächlich durch bis zum Cape Reinga.

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Das Wetter ist traumhaft und die Aussicht phänomenal. Wir haben rund eine Stunde Zeit um umherzuspazieren und so machen wir uns gleich auf den Weg zum Leuchtturm und zum Aussichtshügel. Das besondere an Cape Reinga ist, dass man an klaren Tagen – so wie heute – das Aufeinandertreffen des Pazifischen Ozeans mit dem Tasmanischen Meer sehen kann. Wirklich beeindruckend. Das Wasser hat verschiedene Blautöne und die Wellen von beiden Meeren klatschen aneinander. Auch die Steilküste rechts und links von uns ist sagenhaft. Allein wegen diesem Anblick war der Ausflug sein Geld schon wert! Schade nur, dass wir hier nicht mehr Zeit haben, denn man könnte hier schon einige richtig tolle Wanderungen machen.

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Wendy hat allerdings zur Pünktlichkeit ermahnt, da wir schließlich zum Lunch müssen. Wir geben unser Bestes, um den Ruf der deutschen Pünktlichkeit zu zerstören, denn wir sind die letzten. Kaum sind wir in den Bus gehüpft, startet Wendy auch schon.

Zum Mittagessen gibt es ein „Büffet“, in dem man sich nicht selbst bedienen kann. Seltsam! So bekommt jeder einige Fleischfetzen von Chicken und Beef, ein paar Pommes und drei verschiedene Salate auf seinen Teller geklatscht und das nennt sich dann Büffet. Naja, keine Offenbarung, aber wenigstens mal was anderes wie Nudeln…

Nach dem Mittagessen steht ein weiteres Highlight auf dem Programm. Wir fahren zum Ninty Mile Beach, auf dem man mit Mietfahrzeugen nicht fahren darf und werden mit Body-Boards ausgestattet.

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Mit diesen flotten Brettern klettern wir eine große Sanddüne hinauf und fetzen Schuss hinunter. Wow, das ist echt ein ziemlicher Spaß! Der Aufstieg ist ein wenig anstrengend, aber die Fahrt entschädigt für die Mühe vollends. Wir sind gerade voll in Action, als Wendy ihre Schützlinge wieder zusammentrommelt. Wir vier sind mal wieder die letzten im Bus.

Jetzt geht es mit dem Bus auf den Strand. Der Ninty Mile Beach ist wirklich wunderschön, allerdings ist er nicht wirklich neunzig Meilen lang. Tatsächlich sind es nur 88 Kilometer. Nichtsdestotrotz ist es aber ziemlich cool, mit ca. 100 km/h im Bus über den nicht enden wollenden Strand zu fetzen.

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Gegen 17 Uhr kehren wir dann schließlich wieder zur Abfahrtsstelle zurück und werden an unserem Campingplatz abgeliefert. Insgesamt war das heute wirklich ein wunderschöner Ausflug, auch wenn der Anfang etwas unglücklich war.

Wir verbringen nochmal einen geselligen Abend mit Nils und Bettina, bevor wir uns morgen leider von den beiden verabschieden müssen…