Taupo & Rotorua

Nach unserer Tageswanderung lässt natürlich am nächsten Tag der Muskelkater nicht lange auf sich warten. Zu einer weiteren Wanderung können wir uns heute nicht überwinden, obwohl unser nächstes Ziel, der Lake Taupo, mit wahrscheinlich vielen ebenfalls tollen Wanderwegen auftrumpfen kann. Das Wetter ist heute ohnehin mehr als bescheiden, es regnet in Strömen und uns wird bewusst, dass wir zumindest für unser Alpine Crossing wirklich alles richtig gemacht haben. Aber was machen wir nun in Taupo? Im Lonely Planet haben wir gelesen, dass es dort auch Hot Springs gibt, in denen man einfach relaxen kann und das klingt für uns heute einfach perfekt.

Voller Vorfreude auf ein wenig Entspannung in den heißen Quellen springen wir ins Auto und fetzen die rund 80 Kilometer ohne weiteren Stopp einfach durch. Im Örtchen Taupo müssen wir mal wieder Einkaufen, bevor wir uns einen Campingplatz suchen. Wir landen schließlich beim De Bretts Spa Resort Holiday Park. Das klingt auf dem ersten Blick nach einem ziemlich teuren Platz, da wir jedoch damit nur den halben Eintrittspreis zu den Thermalquellen bezahlen müssen, relativiert sich der Preis dann doch ganz ordentlich. Das Besondere an dem Platz ist, dass er genau neben den Quellen ist und man mit einem Tagesticket den ganzen Tag hin und her marschieren kann. Perfekt! Bevor wir uns allerdings ins heiße Wasser stürzen, gibt’s noch ein leckeres und abwechslungsreiches Mittagessen und dann stehen wir auch schon vor den Toren.

Es ist echt kaum zu beschreiben, wie wohltuend dieses Thermalwasser für unsere brennenden Muskeln ist. Wir könnten echt stundenlang in dem badewannengleichen Wasser bleiben, aber nachdem das nicht sonderlich empfehlenswert ist, müssen wir irgendwann doch auch mal rauskommen. Aber danach fühlen wir uns wie neugeboren!

20140425094313IMG_4879 - Kopie

Den Rest des Tages verbringen wir ganz relaxed in der TV-Lounge des Campingplatzes, nur Hank zieht es zu später Stunde nochmal ins Thermalwasser. Meine Wenigkeit kann sich leider nicht mehr aufraffen nochmal in den Bikini zu springen…

So, genug gefaulenzt. Am nächsten Tag geht’s weiter nach Rotorua, die Stadt, in der man sich insbesondere mit der Geschichte der Maori auseinandersetzen und zudem jede Menge Geysire und Schlammlöcher bestaunen kann. Von Taupo aus sind das rund 80 Kilometer. Unterwegs kommen wir an den Huka Falls vorbei, bei denen wir einen Stopp einlegen. Das Besondere an diesen Wasserfällen ist, dass das Wasser beim Brechen von der Klippe eisblau und beim Auftreffen im Becken arktisweiß ist. Das ist schon ziemlich beeindruckend und der lohnt den Stopp. Es gibt hier einige Wanderwege, aber so richtig motiviert eine größere Loop zu laufen sind wir auch heute noch nicht. Also machen wir es diesmal wie die unzähligen Japaner um uns rum – Klick: 3 Fotos sind im Kasten – und weiter geht’s!

20140425112224IMG_4904 - Kopie

Eine weitere Stoppmöglichkeit sind die Craters oft he Moon, die allerdings laut Reiseführer 6 Dollar Eintritt kosten. Naja, können wir ja mal anschauen. Im Information Center schauen wir uns ein paar Postkarten an und stellen fest, dass wir unser Geld nicht in diesen Walk investieren wollen und doch auf direktem Weg weiter nach Rotorua fahren.

Gegen Mittag kommen wir schließlich an und stehen vor den T­­­oren von Te Puia. Etwas enttäuscht müssen wir dann feststellen, dass uns ein Ausflug in die Welt der Maoris kaum unter 50 Dollar pro Person hergeht. Naja, wenn wir schon da sind, müssen wir die Dollar wohl oder übel in die Hand nehmen. Inmitten der Stadt gibt es aber noch in den Kurirau Park, in dem man kostenlos zumindest ein paar Schlammlöcher bestaunen kann. Naja, das ist dann für heute nach einem Thai-Lunch unser Ziel. In der ganzen Stadt herrscht der Geruch von Schwefel, was daran liegt, dass Rotorua in einem der geothermisch aktivisten Gebiete der Erde liegt.

Der Park ist echt ganz nett anzusehen. Überall dampft und blubbert es. Wir sind schon ziemlich beeindruckt von diesem Schauspiel, auch wenn man eigentlich innerhalb einer halben Stunde durchgelaufen ist, aber als kleiner Vorgeschmack für morgen ist es schon nicht schlecht.

20140425163336IMG_4916 - Kopie

Ansonsten schlendern wir heute noch ein bisschen durch die Gässchen von Rotorua, bevor wir uns einen Campingplatz suchen, an dem ich feststelle, dass ich fix und fertig bin und eigentlich nur noch meine Ruhe haben will.

Gut ausgeschlafen und motiviert starten wir am nächsten Tag unser Kulturprogramm. Für insgesamt 105 Dollar erwerben wir die Eintrittskarten für die Maoristätte Te Puia und sind kurz nach der Öffnung an den Toren. Das erste Maorikonzert beginnt um 10:15 Uhr und da wir bis dahin noch ein wenig Zeit haben, steuern wir als erstes Ziel das Kiwi-House an. Juppie, endlich haben wir die Gelegenheit auf unserer Reise einen zu sehen, auch wenn er nicht in freier Wildbahn lebt. Der Kiwi ist ein flugunfähiger und nachtaktiver Vogel, der ein Nationalsymbol von Neuseeland darstellt. Er ist vom Aussterben bedroht und steht unter Artenschutz. In freier Wildbahn kann man ihn tagsüber nur ganz im Süden von Neuseeland, auf Stewart Island beobachten. Zum Glück gibt es aber einige Sanctuarys, die dem Kiwi einen künstlich geschaffenen Lebensraum bieten und man als Tourist die Möglichkeit hat, ihn zu bestaunen. Unglücklicherweise darf man ihn nicht fotografieren…

In Te Puia gibt es zwei Kiwis, ein Männchen und ein Weibchen. Letztere ist nicht sonderlich aktiv bei unserem Besuch, das Männchen hingegen pickt fleißig im Boden rum und präsentiert sich unmittelbar vor der Glasscheibe. Wir haben den Raum ein paar Minuten für uns alleine, bis schließlich die obligatorische Busladung Japaner eintrifft. Das ist dann auch der Zeitpunkt in dem wir die Flucht ergreifen.

Inzwischen ist es auch schon Zeit für das Maorikonzert. Es ist zwar recht touristisch, aber dennoch ziemlich cool. Die Krieger präsentieren ihren Haka – das ist der Tanz, der zur Abschreckung der Feinde eingesetzt wird und insbesondere aufgrund der gefährlichen Gesichtsausdrücke besonders einschüchternd ist. Die Maorifrauen führen den traditionellen Poi, einen Tanz mit Flachskugeln, auf. Highlight ist allerdings, dass wir irgendwann ebenfalls in die Veranstaltung eingebunden werden. Hank wird der Haka-Tanz auf der Bühne gelehrt und ich muss mich an den Poi-Kugeln versuchen. Beide haben wir leider ungefähr Null Taktgefühl und das Wort „Rhythmus“ kennen wir auch eher vom Hören-Sagen, so dass wir Euch von unseren gedrehten Videos verschonen wollen. ;-)

20140426112032IMG_4961

Nach diesem interessanten und äußerst unterhaltsamen Konzert geht auch schon unsere Führung durch die Anlage los. Carol, unsere Guidin, ist eine Maori und sie erzählt uns viel von der Geschichte ihres Volkes, deren Lebensstil und wie die Maoris in Neuseeland heute leben. Insgesamt gibt es momentan rund 65.000 Menschen mit Maori-Wurzeln. Die Einen leben mehr nach den alten Lebensweisen, die anderen weniger. Von den typischen Tätowierungen im Gesicht sehen die meisten aber mittlerweile ab, da es damit für die Maoris schwer ist Jobs zu finden. Stattdessen tätowieren sie sich inzwischen mehr am Rücken. Klingt ja auch vernünftig. Die paar Maoris, die wir noch mit den Gesichtstätowierungen gesehen haben, haben schon wirklich ein wenig furchteinflößend ausgeschaut.

Auf der Tour schauen wir uns die Schnitzschule und die Webschule an. Beides wichtige Maorikunst, die wirklich beeindruckend ist. Außerdem marschieren wir noch einmal durch das Kiwi-House und als abschließendes Highlight kommen wir zum Pohutu, ein Geysir, der bis zu 20 Mal täglich ausbricht und dabei heißes Wasser bis zu 30 Meter hoch in die Luft spritzt. Laut Carol passiert das innerhalb der nächsten 15 Minuten, also warten wir brav, aber es passiert nichts. Erst etwa eine Stunde später beginnt das atemberaubende Ereignis. Wir sind wirklich begeistert von der Wucht dieses Geysirs und sind froh, dass wir nicht vorzeitig abgebrochen haben, auch wenn unsere Geduld schon ein wenig am Ende war.

20140426131140IMG_5014

Im Anschluss an Te Puia fahren wir heute noch in den Redwoods – Whakarewarewa Forest. Ein Wald voll Giant Redwoods. Die sind schon spektakulär, auch wenn sie noch nicht so alt sind. Naja, wenn wir schon dabei sind, dann machen wir neben Birdwatcher hald auch noch einen auf Treewatcher…

Nach einem abschließenden Besuch am Lake Rotorua haben wir unser Tagespensum für heute wieder erreicht und können zufrieden in einem Campingplatz einkehren…

2 comments on “Taupo & Rotorua

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.