Christchurch

Bis nach Christchurch haben wir noch rund 300 Kilometer. Das Wetter ist nicht besonders, aber zum Fahren macht das ja nichts. Auf dem Highway Nr. 1 kommt man gut voran, da es meist nur schnurstracks geradeaus geht. Auf halber Strecke machen wir mal einen Halt – der Hunger setzt ein. Da uns die Nudeln inzwischen schon ein bisschen zu den Ohren raushängen, wollen wir mal einen der unzähligen Fish & Chips Buden ansteuern. Wir sind überrascht, wie günstig wir dabei wegkommen. 2 Portionen mit Remouladensoße kosten grad mal 12 Dollar (umgerechnet rund 8,00 Euro) und schmecken sogar recht annehmbar. Zugegeben, es ist hald Fett pur, aber dennoch eine willkommene Abwechslung.

Gestärkt setzen wir unsere Fahrt fort und kommen vor dem Einsetzen der Dunkelheit in Christchurch an. Wir suchen uns noch einen Campingplatz etwas außerhalb der Stadt und verweilen den Abend in einem Container…

Nach einer ruhigen Nacht stellen wir am nächsten Morgen etwas ernüchtert fest, dass Petrus es mal wieder nicht so gnädig mit uns meint. Die Wetterlage ist eher bescheiden und wir sind mal wieder unschlüssig, wie wir der ungemütlichen Witterung trotzen können. Zur Auswahl steht die Stadtbesichtigung oder eine Fahrt auf die Banks Peninsula. Da wir zu dem Ergebnis kommen, dass man bei schlechten Wetter in einer Stadt mehr Alternativen hat, als auf einer Insel, führt uns die Route ins Zentrum von Christchurch.

Unglücklicherweise sind sämtliche Straßen gesperrt und man kommt nicht direkt ins Stadtzentrum. Und warum? Genau, der William und seine Kate sind wieder da. Verfolgen die uns etwa? Na gut, wenns sein muss, dann stürzen wir uns eben nochmals in die Menschenmassen und winken dem königlichen Paar zu. Brav stellen wir uns hinten an und müssen dann feststellen, dass wir noch rund 1 ½ Stunden warten müssen, bis die beiden zum Cricket spielen kommen. Hmmm, blöd. Dieser William, muss der uns denn jedes Mal einen Strich durch die Rechnung machen. Solange warten wollen wir nicht, deshalb marschieren wir mal in die eigentliche Stadt.

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Christchurch war am 4. September 2010 einem Erdbeben der Stärke 7,1 ausgesetzt und wurde davon schwer getroffen. Es war das bis dato folgenschwerste Erdbeben in Neuseeland. Die Auswirkungen sind noch an allen Ecken zu erkennen. Die ganze Stadt ist eine einzige Baustelle. Sämtliche Fenster sind mit Brettern verschlagen und überall sind Schutthaufen. Echt übel. Der Cathedral Square, der das Herz der Stadt bildet, ist besonders schlimm getroffen worden. Der Turm der Kathedrale ist komplett eingestürzt und auch der Turm der Bank New Zealand existiert nicht mehr. Stattdessen gibt es jetzt hier ein Memorial und viele bunte Fähnchen. Schon ziemlich krass.

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Da es nicht so viel zu sehen gibt, sind wir nach rund 1 ¼ Stunden wieder beim William. Das Timing passt gut, denn nach ca. 10 Minuten sind die beiden da. Wahnsinn, die werden hier gefeiert wie Rockstars. Herzogin Kate schnappt sich schließlich einen Cricketschläger und schlägt ein paar Bälle und William versucht sich als Fänger bzw. Werfer. Da es uns hier aber eindeutig eine Spur zu sehr zugeht, machen wir uns aber vorzeitig vom Acker. Wie wir später sehen, sind die beiden auch nicht viel länger geblieben. Sie verfolgen uns ja schließlich. :-)

Zurück in unserem Wagen stellt sich nun erneut die Frage, was tun? Der Lonely Planet schlägt als kostenlose Option das Canterbury Museum vor, das angeblich einen Besuch wert ist. Da wir eh nichts Besseres vorhaben und kostenlos ein klares Pro-Argument ist, wollen wir uns das Museum mal anschauen.

Im Canterbury Museum gibt es eine ausführliche Sammlung an neuseeländischen Exponaten zu bestaunen. Zu Beginn gibt es eine Maori-Galerie, die das einfache Leben der neuseeländischen Ureinwohner näher bringt. Im zweiten Teil geht es im Wesentlichen um die Entdeckung Neuseelands durch den Seefahrer James Cook im Jahre 1769. Weiter kommt man in eine Halle, die sämtliche in Neuseeland heimischen Vögel zeigt und zum Abschluss läuft man noch durch die Antarktis und kann sich einen Eindruck davon verschaffen, wie die Expeditionen an den Südpol früher und heute ausgesehen haben bzw. aussehen. Ich bin überrascht, dass es mir doch sehr gut in dem Museum gefällt, da ich eigentlich nicht so der Museumstyp bin. Aber ich kann sagen, wenn man nach Christchurch kommt, dann sollte man sich die zwei Stunden Zeit nehmen und dem Museum einen Besuch abstatten.

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Nach dem kulturellen Ausflug suchen wir eine Touristeninformation auf. Wir müssen unsere weitere Route planen. Das Wetter ist ziemlich wechselhaft und wir wissen nicht so recht, wo wir hinfahren sollen. Am Ende kommen wir zu dem Entschluss, dass es am sinnvollsten ist, weiter in den Norden nach Kaikoura zu fahren. Wir machen uns gleich auf den Weg, denn wir wollen heute noch ankommen. Es sind rund 3 Stunden Fahrt und wir haben schon 17 Uhr. Also, auf geht’s!

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