Milford Sound

Zeitig um 9 Uhr sind wir wieder „on the road“. Wir haben ca. 180 km vor uns, um bis nach Te Anau zu kommen und von dort aus sind es nochmal 120 km bis zu den Milford Sounds. Bei Queenstown ist das Wetter noch wunderschön, so dass wir einige Fotostopps machen, ehe das Wetter zunehmend schlechter wird.

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Vreni und ich sitzen jeweils am Beifahrersitz unserer Autos und sind beide mit der Fertigstellung von Mützen beschäftigt, via Walkie-Talkies tauschen wir Strick- und Häkeltipps aus, während sich unsere Männer aufs Autofahren konzentrieren. So vergeht die Zeit bis Te Anau relativ rasch und wir erkunden uns dort über die hiesigen Campmöglichkeiten.

Ca. 40 km vor den Sounds gibt es einen „Campingplatz“ an dem man ein BBQ machen kann, also kaufen wir noch für den Abend reichlich Fleisch, Kartoffeln und Brot ein, ehe wir uns auf den Weg machen. Die Strecke von Te Anau bis zu den Sounds soll man laut den Reiseführern eher gemütlich machen, da es einige tolle Stoppmöglichkeiten gibt. Leider ist das Wetter uns nicht so gnädig, obwohl im Touristeninformationsbüro nochmal ausdrücklich bestätigt wurde, dass das Wetter super sein soll. Hmmm, offensichtlich haben die hier ein anderes Verständnis von super Wetter. Naja, wenigstens ist es trocken! Wir fahren einige Kilometer auf der kurvenreichen Strecke bis wir schließlich unseren ersten Halt machen: eine kleine Bootsanlegestelle mit einer Ente und einem pinguinähnlichen Vogel. Die Sicht ist leider nicht ganz so toll, so dass wir uns nach wenigen Minuten wieder auf den Weg machen. Nach ein paar Kilometern halten wir wieder an. Diesmal an einem kleinen Bach. Hier ist es eigentlich recht schön. Unglücklicherweise ist hier die Wiese so matschig, dass ich mit meinen weißen Chucks direkt in den Dreck hineintrete und die Schuhe danach eher braun als weiß sind. Na wunderbar – weil ich ja so viele Alternativen dabei habe. Okay, dann eben doch die Wanderschuhe!

Wir machen noch ein paar weitere Stopps, das Wetter wird nicht wirklich besser und wir sind ein wenig frustriert. Hoffentlich wird das morgen an den Sounds schon schön. Außerdem ist es auch ziemlich frisch. Wir steuern schließlich den vorletzten Campingplatz vor den Sounds an, da wir hier die besagte Grillstation haben. Wie sich herausstellt, ist an diesem „Campingplatz“ außer eine Art Dixieklo gar nichts. Es gibt einen Grillrost und das wars. Naja, was Besseres werden wir wohl nicht mehr finden, dafür sind die Plätze hier mit 6 NZ-Dollar pro Person sehr preiswert.

Wir machen uns erstmal alle miteinander an die Arbeit um im Wald Feuerholz für unseren Grill zu sammeln, bevor Hank und Piotr sich um die perfekte Glut kümmern. Vreni und ich lehnen uns bei einem Cider zurück und warten auf ein abwechslungsreiches Mahl. Wir werden nicht enttäuscht, das Grillfleisch ist echt mal was anderes und schmeckt sehr lecker.

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Gestärkt wollen wir uns nochmal auf den Weg machen und die Gegend erkunden. Es ist recht kalt, so denken wir, können wir uns wenigstens mit Gehen noch ein wenig aufwärmen. Es gibt einen Trail durch den Wald zum Lake Gunn. Der Weg ist nicht sonderlich lang, aber führt durch einen komplett von Moos bedeckten Wald, in dem es auch einige Vogelarten zu beobachten gibt. Der Trail ist ein einfacher Rundweg und führt an dem See vorbei, wo wir uns nochmal Feuerholz für ein Lagerfeuer zusammensammeln.

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Anschließend gehen wir zurück zu unserer Campsite und sammeln dort nochmal mit Stirnlampen bewaffnet in dem mittlerweile schon dunklen Wald weitere trockene Hölzer um ein gutes Feuer machen zu können. Ganz so meins ist das zwar nicht, so im Dunkeln durch den Wald zu spazieren, aber ohne Lagerfeuer ist es hier eigentlich ziemlich ungemütlich. Mit dem Feuer können wir es wenigstens bis ca. halb zehn draußen aushalten, ehe wir uns in die Schlafgemächer (Auto und Zelt) begeben.

 Am nächsten Morgen stellen wir ernüchtert fest, dass die Sicht äußerst bescheiden ist und von dem angekündigten Superwetter nicht viel da ist, aber immerhin ist es trocken. So packen wir unsere sieben Sachen und machen uns auf die ca. 40 Kilometer bis zu den Milford Sounds.

Was nach ca. 5 Kilometer Fahrt geschieht, kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Wir fahren einmal um einen B­­erg rum und dann: strahlend blauer Himmel und keine einzige Wolke am Himmel. Wie krass ist das denn? Auf der anderen Seite war es dick von Wolken verhängt und dann ist es auf einmal absolutes Topwetter. Wir sind begeistert und uns damit sicher, dass wir an den Sounds, an denen man wirklich Glück haben muss, da es eine der regenreichsten Gegenden der Erde ist, einen wunderschönen Tag haben werden.

Je weiter wir fahren, desto mehr bestärkt sich diese Vermutung. Juppiie!! An den Sounds entschließen wir uns, eine Schifffahrt zu machen. Das ist der Klassiker hier. Das ist zwar nicht ganz günstig und es gibt ein Überangebot, aber nachdem wir alle durchgecheckt haben, buchen wir bei Mitre Peak Cruises und sitzen wenig später auf einem verhältnismäßig kleinen Boot.

Pünktlich legen wir ab und fahren durch unglaublich schöne Postkartenidylle. Der Milford Sound ist ein  15 Kilometer langer Fjord und die wichtigste Touristenattraktion des Fjordland-Nationalparks im Südwesten der Südinsel und gehört auch zum Weltnaturerbe der UNESCO. Wir sind schwer beeindruckt von dieser unglaublich schönen Landschaft, die sich heute im Sonnenschein von ihrer besten Seite zeigt.

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Es ist zwar windig und frisch, aber in der Sonne lässt es sich dann doch ganz gut aushalten. Piotr sichtet sogar einen Delfin, wobei uns dieser Anblick unglücklicherweise nicht vergönnt ist. Dafür gibt es einige Seerobben zu sehen, die sich auf den Felsen sonnen.

Neben den Steilhängen um uns rum, gibt es auch zahlreiche Wasserfälle. In einen davon fahren wir sogar hinein. Der Kapitän macht eine Durchsage „we´re going into the waterfall. Who wants to keep dry, should go inside“. Bis auf Hank, der wie der Fels in der Brandung am Bug des Schiffes steht, folgen wir anderen der Empfehlung des Kapitäns. Wirklich spektakulär! Hank kommt ziemlich durchgefroren und durchnässt wieder ins Warme, er kann aber dafür die spektakulärsten Fotos vom Wasserfall erhaschen.

Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden und es hat sich mehr als gelohnt, dass wir die 80 NZD pro Person investiert haben. Nachdem wir gegen Mittag wieder festen Boden unter den Füßen haben, entscheiden wir uns den Nachmittag mit ein paar kleineren Wanderungen zu verbringen. Die erste ist eher ein kleiner Rundweg und führt uns nochmal direkt an den Sound.

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Anschließend laufen wir ca. 1 Kilometer um die Chasm-Wasserfälle zu besichtigen, ehe wir den steilen Bergpass wieder zurückfahren, über den wir hergekommen sind, um eine 3-stündige Wanderung auf den Key Summit zu machen, von wo aus man angeblich eine herrliche Aussicht haben soll.

Das Wetter ist mittlerweile ein bisschen trügerisch. Die Sonne scheint, aber der Wind ist ziemlich kalt, beim Wandern wird einem aber ganz schnell wieder viel zu heiß, da es hauptsächlich nach oben geht. Innerhalb der vorgegebenen Zeit schaffen wir den Anstieg nach oben und werden geflashed. Die Aussicht ist in der Tat atemberaubend. Das Bergpanorama, das sich uns bietet ist sagenhaft.

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Auch der kleine Rundweg Key Summit ist herrlich. Ein wunderschöner Abschluss eines absolut traumhaften Tages. Nachdem wir noch ein bisschen die Aussicht genießen, schauen wir, dass wir zügig den Berg wieder runterkommen, denn wir wollen noch die rund 80 Kilometer bis Te Anau zurücklegen. Wir haben allesamt nicht so wirklich Lust, auch diese Nacht an einem von den Park Campingplätzen zu verbringen.

Gegen 19 Uhr kommen wir schließlich in Te Anau an, checken in einen richtigen Campingplatz ein und genießen die Vorzüge einer Küche und eines Aufenthaltsraumes.

Unsere letzte gemeinsame Unternehmung am darauffolgenden Tag ist das Bird Sanctuary in Te Anau. Vreni und Piotr haben einen straffen Zeitplan, den wir leider aufgrund diverser Erledigungen, die wir in Queenstown noch machen müssen, nicht mithalten können. Das ist wirklich sehr schade, weil wir sehr schöne gemeinsame Tage hatten und ich freue mich jetzt schon, auf unser Wiedersehen im September. Aber erstmal das Bird Sanctuary. Hier gibt es einige einheimische Vogelarten zu bestaunen, u. a. Takahes, Keas und Kakas. Das Sanctuary ist zwar jetzt nichts Spektakuläres, aber wenn man schon da ist, kann man die 20 Minuten investieren und sich die Vögel mal anschauen.

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