Palm Beach & Bondi Beach

Es ist soweit – wir stehen am Morgen auf und wissen noch nicht so recht, wo wir als nächstes hinfahren sollen, außer dass es in südliche Richtung gehen muss, da wir übermorgen unseren Weiterflug von Sydney aus nach Neuseeland haben.

Planlos fahren wir schließlich einfach mal drauf los. Unterwegs entscheiden wir, dass wir kurz vor Sydney an Manly vorbei bis nach Palm Beach fahren könnten. Wir überlegen, ob wir diesmal mutig genug sind, um einfach wild zu campen. Immerhin haben wir bislang aus Bequemlichkeitsgründen doch immer einen Campingplatz ausgesucht und damit unsere Ausgaben ordentlich in die Höhe getrieben. We will see! Zunächst müssen wir da erst mal hinkommen. Wir geben in unser Navi Mona Vale ein und folgen den Anweisungen. Es sind rund 200 Kilometer und aufgrund unserer diversen Stopps wird es dann am Ende doch ca. 16 Uhr bis wir am Zielort ankommen. Jetzt heißt es erstmal, einen Platz zu finden, wo wir unseren Wagen über Nacht abstellen und schlafen können. Das ist gar nicht so einfach, denn überall heißt es, dass „overnight parkung prohibited“ ist. Na toll, unsere Wildcampkarriere geht ja gut los.

Nach längerem Suchen und einigen Umdrehmanövern finden wir dann wenigstens einen schönen Park, in dem man eine Sitzgelegenheit hat und auch ein Klo vorhanden ist. Allerdings steht am Parkeingang auch ein Schild, dass man hier nicht über Nacht parken darf. Naja egal, wir kochen uns erstmal was und dann überlegen wir weiter. Diesmal haben wir uns sogar was Besonderes einfallen lassen: zur Abwechslung mal keine Nudeln, sondern Fajitas. Sehr lecker – löst aber unser Schlafproblem nicht!

Unweit entfernt – auch in besagtem Park – finden wir einen netten Parkplatz, der unmittelbar am Palm Beach liegt und  hier sind auch noch andere Campervans, die möglicherweise auch nach einem Schlafplatz suchen. Wunderbar denken wir uns – hier bleiben wir. Am Strand bietet sich uns auch ein unglaubliches Farbenspiel am Himmel. Das Abendrot ist so intensiv, so haben wir das die ganze Reise über noch nicht erlebt. Echt herrlich!

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Nach dem das Naturschauspiel vorüber ist, stellen etwas überrascht fest, dass unser Campervan inzwischen der Einzige ist, der noch da ist. Hmmm, strange – und jetzt? Sollen wir das trotzdem durchziehen und trotz dem Verbotsschild einfach hier übernachten? Da es aber auch für einen anderen Campingplatz schon zu spät ist, ziehen wir die ganze Aktion dann doch durch. Der Parkranger ist auch schon durchmarschiert und hat uns ignoriert – allerdings hat er auch die Toiletten abgesperrt und auch sonst scheint sich nichts und niemand daran zu stören, dass wir hier stehen bleiben und offensichtlich campen.

Die Nacht ist ein wenig unruhig, weil wir schuldbewusst von jedem klitzekleinen Geräusch geweckt werden. Um 5 Uhr morgens hören wir eine Reihe LKWs anfahren und es dauert auch nicht lange, bis ein LKW-Fahrer an unseren Wagen klopft, um uns mit der Begründung „I want to park my Truck right here“ versprengt. Da wir uns unserem illegalen Verhalten bewusst sind, manövrieren wir schlaftrunken das Fahrzeug auf einen anderen Platz auf der gegenüberliegenden Seite der Landzunge. Hinterher denken wir uns aber schon, dass es eigentlich ganz schön dreist von dem LKW-Fahrer war – immerhin hätte er den LKW auch einfach woanders parken können… So what!

Im Nachhinein hat sich die Umparkaktion allerdings als sehr positiv herausgestellt. Nachdem wir nochmal rund 1 ½ Stunden schlafen konnten, werden wir von einem atemberaubenden Sonnenaufgang ebenfalls am Strand geweckt. Es herrscht hier jedoch um diese Uhrzeit schon ein sehr reges Treiben, da eine Filmcrew da ist und irgendeinen Film dreht – aha. Aber auch sonst genießen bereits einige andere das morgentliche Schauspiel.

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Nachdem wir unter diesem Ausblick unserer Frühstück genossen haben, machen wir uns schließlich auf zu unserem abschließenden Australienziel: der Bondi Beach! Vor 5 Jahren ist er uns verwährt geblieben, da das Wetter in Sydney mehr als bescheiden war, aber heute scheint ein guter Tag für Strand zu werden.

Unglücklicherweise müssen wir aber zunächst die ganze Stadt umfahren, denn wir befinden uns im Norden und der Bondi Beach liegt ganz im Süden. Da man die Harbour-Bridge nur stadtauswärts kostenfrei überqueren kann, müssen wir einen großen Umweg fahren und brauchen rund 1 ½ Stunden ehe wir am Bondi ankommen. Dort trifft uns erstmal der Schlag: 8 AUSD pro Stunde fürs Parken! Das ist aber schon Wucher! Wir schauen uns mal in den Querstraßen um, aber unter 4 bis 5 Dollar pro Stunde kann man wohl nirgends parken. Wir fahren schließlich in die Denham Street (unweit vom Strand entfernt) und sehen, dass das Parkgebührenschild nur auf der einen Straßenseite steht und auf der anderen nicht. Wir stellen uns einfach mal hin, können aber nicht so recht glauben, dass wir hier tatsächlich umsonst stehen bleiben können. Hank schaut nochmal die Straße entlang, nein, hier ist wirklich kein Schild. Als auch der vorbeilaufende Postbote bestätigt, dass wir hier kostenfrei parken können, lassen wir das Auto dort stehen. Auch wenn es uns äußerst komisch vorkommt, dass wir hier den wie es scheint einzigen kostenlosen Platz gefunden haben…

Zum Strand ist es auch nicht weit. Nach nicht mal 5 Minuten Fußmarsch sind wir dort. Für das, dass heute ein Wochentag  und es noch am Vormittag ist, ist hier ganz schön was los. Ich will nicht wissen, was hier für ein Andrang ist, wenn es Samstag Nachmittag ist und das Wetter so wie heute ist. Der Strand ist sehr schön und das Wasser angenehm. Allerdings ist der Wellengang auch enorm. Ich bin gerade mal bis zu den Knien ins Wasser gegangen und bin trotzdem von oben bis unten klitschnass geworden! Wir verbringen hier einige Stunden, planschen ein bisschen, lesen und beobachten die unzähligen Surfer, ehe wir uns auf den Weg zurück zu unserem Camper machen.

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Wir werfen davor nochmal einen Blick von oben auf den Strand – inzwischen geht es zu wie am Stachus in München. Der Bondi Beach ist eigentlich wirklich ganz genau so wie man ihn sich vorstellt. Definitiv keine schlechte Badeoption für die Stadtbewohner!

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Zurück am Camper stellen wir erfreut fest, dass unser Wagen noch da steht und wir auch keinen Strafzettel bekommen haben. Jetzt müssen wir uns nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit für heute Nacht suchen. Am Bondi kann man nicht einfach irgendwo stehen bleiben. Laut unserem Reiseführer ist es hier verboten und es wird auch kontrolliert. Zugegeben, in unserer giftgrünen Lackierung und  der Jucyvan aufschrift, wären wir unschwer als Wildcamper zu entlarven.

Unglücklicherweise ist es nicht so einfach in Sydney einen Campingplatz zu finden. Wir wissen, dass es einen gibt, da wir vor 5 Jahren bereits dort waren. Wir wissen aber weder wie er heißt und wo genau er liegt. Nur dass er in Nordsydney sein muss. Das heißt dann wohl, wir müssen erneut durch Sydney durch. Da wir zufälligerweise an der Verleihstation unseres Jucyvans vorbeikommen, wollen wir da mal eben nachfragen, wo denn in Sydney eine camp site ist. Die schauen mich drin allerdings nur belustigt an und können mir nicht weiterhelfen.

Zum Glück haben wir noch ein Camp Site Register im Wagen, dass einen drin hat, der allerdings noch eine Ecke weiter draußen ist. Da uns jedoch nichts anderes übrig bleibt, geben wir die Adresse in unser Navi ein und fahren einfach mal drauflos. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir dann dort an und fallen nach den obligatorischen Campingplatzbeschäftigungen schließlich hundemüde ins Bett…

Am nächsten Morgen heißt es dann mal wieder Rucksack packen, denn es geht weiter. Mittlerweile sind wir dabei schon Profis, so dass es nicht lange dauert und wir losfahren können. Wir legen noch einen längeren Stopp bei Mc Donalds ein, ehe wir erneut die komplette Stadt umfahren, denn – surprise surprise – der Flughafen und auch die Verleihstation unseres Fahrzeuges liegt wieder im Süden von Sydney. Wir fahren wieder rund eine Stunde bis wir den Jucy Verleiher schon von weitem erkennen. Bevor wir den Wagen zurück geben, kochen wir ein letztes Mal unsere Nudeln. Diesmal machen wir das mitten in einem Stadtgebiet am Straßenrand und ernten dafür einige komische Blicke, als wir dann auch noch mit unseren Campingstühlen rumsitzen. Aber man muss sparen, sparen, sparen!

Die Wagenrückgabe verläuft unproblematisch. So schnell wir ihn bekommen haben, sind wir ihn auch wieder los. Jetzt müssen wir nur noch zum Flughafen kommen. Wir haben uns für diese etwa 3 Kilometer lange Fahrt 22,50 AUSD aufgehoben. Das Taxi kostet leider rund 25 bis 30 AUSD, also scheidet diese Option schon mal aus. Zusammen mit dem freundlichen Herrn von Jucy recherchieren wir im Internet die Busverbindung: mit dem Bus 309 bis Elisabeth Street und dann umsteigen in den 400er. Das kann ja nicht so schwer sein. Ist es auch nicht! Der erste Teil der Busfahrt kostet uns mal wieder nix, weil der Busfahrer auf den 20 Dollarschein nicht rausgeben kann. Schon verrückt, wie soll man denn da aus Tourist klarkommen? Für die einen Busse soll man das Ticket vorher haben und für die anderen soll man das Geld passend haben. Erstens weiß man nicht, was es kostet und zweitens weiß man nicht, wann man es vorher haben muss… Gut, wenn man dann trotzdem mitgenommen wird, dann geht’s ja noch.

Schließlich kommen wir mit ausreichend Zeit für den Check-In am Flughafen an und warten geduldig, bis endlich unser Flug nach Christchurch geht.

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