Bangkok – der Kreis schließt sich

Um 6 Uhr in der Früh kommt unser Nachtbus in Bangkok an. Wir lassen uns von einem Taxi für 120 Baht zum Siam Square bringen, da wir die letzten Tage hier mit Shopping verbringen wollen. Als wir vor dem im Reiseführer ausgesuchten Hostel stehen erleben wir aber eine böse Überraschung: das angegebene Hostel gibt es nicht mehr. Es wird gerade umgebaut oder renoviert und eröffnet morgen seine Pforten. Naja, das hilft uns nichts, also gehen wir zu den nächsten Unterkünften in der Straßen. Im ersten kostet ein Zimmer aber 1200 Baht, was uns eindeutig zu viel ist und im zweiten werden wir nicht wirklich freundlich empfangen, so dass wir dem auch den Rücken kehren (der Zimmerpreis war mit 980 Baht auch nicht recht viel besser). Wir finden uns schon damit ab, eine weitere Taxifahrt in eine günstigere Gegend antreten zu müssen, als wir an der White Lodge vorbeikommen. Hier kostet uns das Zimmer nur 650 Baht und es ist gar nicht mal so schlecht. Wieder einmal stellen wir fest, dass die Tipps im Reiseführer nicht immer die besten sind.

Nachdem wir uns etwas erfrischt und ausgeruht haben brechen wir Richtung Zentrum auf. Heute steht noch kein Shopping auf dem Programm sondern eine besondere Abwechslung: wir wollen einen Meditationskurs besuchen. Als Transportmittel haben wir uns das Boot ausgewählt. Ja, richtig, wir sind mitten in Bangkok und fahren Boot. Hier gibt es viele Kanäle die die Stadt durchziehen, sogenannte Klongs, und auf einige davon verkehren Linienboote. So kommen wir für 10 Baht pro Person schnell Richtung Zentrum. Von der Zielhaltestelle wollen wir dann mit einem Tuk Tuk oder Taxi weiter Richtung Wat Mahathat, wo der Kurs stattfindet. Die ersten Tuk Tuk Fahrer rufen natürlich einen total überzogenen Preis von 200 Baht auf und wir lassen sie links liegen. Doch auch vorne an der Hauptstraße will keiner für unter 100 Baht fahren. Einige fahren sogar einfach davon nachdem wir ihnen gesagt haben wo wir hin wollen. Der Verkehr ist wohl momentan so dicht, dass eine Fahrt ins Zentrum einfach nicht lohnt. Letztendlichen akzeptieren wir dann die 100 Baht als Fahrpreis, da es zum Gehen viel zu heiß ist und wir den Kursbeginn nicht verpassen wollen.

Klong Boot
Klong Boot

Beim Wat angekommen betreten wir dann rechtzeitig Gebäude 5 und registrieren uns für den Kurs. Zum Einstieg bekommen wir ein Heftchen über die Meditationstechnik ausgehändigt und lesen uns ein. Dann werden wir von der Leiterin in den Keller geführt und es geht los mit der Praxis. Wir sollen uns ganz und gar auf das Ein- und Ausatmen konzentrieren. Beim Einatmen denken wir „rising“, weil sich der Bauch hebt, beim Ausatmen „falling“. Das sollen wir dann die nächsten 20 Minuten machen. Es ist ganz schön schwierig nichts anderes als „rising falling“ zu denken. Nach ein paar Mal schweifen die Gedanken immer irgendwie ab. Mal überlegt man was man abends noch machen will, dann denkt man noch mal an eine Situation aus dem Tagesverlauf, dann hört man wieder irgendwo was, usw. Nächste Lektion ist das Meditieren während man geht. Man setzt immer langsam einen Fuß vor den anderen, denkt nur an die Füße, die Bewegung, das zwischenzeitliche Stehenbleiben, das Umdrehen. Das ist ein wenig leichter finde ich, da man dabei wenigstens etwas tut und nicht nur rum sitzt. Allerdings schweift man als Anfänger natürlich auch hier immer wieder ab. Meine Konzentration ist endgültig hinüber, als ein anderer Kursteilnehmer sich mit geschlossenen Augen gegen die Tür meditiert. Es fällt mir sehr schwer nicht laut aufzulachen. Ihm übrigens auch seinem Gesichtsausdruck nach. Zu guter Letzt wird noch 30 Minuten im Schneidersitz mit „rising falling“ meditiert, was ich dann fast schon als körperlich anstrengend empfinde, da das Sitzen auf Dauer etwas unangenehm ist.­ Nach ca. 3 Stunden ist unser Kurs rum und wir verlassen den Tempel um eine Erfahrung reicher. Ich glaube das Meditieren kann schon Entspannung bringen, man muss das aber auch erst mal üben und sich daran gewöhnen.

Den Rückweg zu unserer Unterkunft treten wir wieder mit einem Boot an, diesmal nicht auf einem Klong, sondern auf dem großen Chao Phraya Fluss. Damit kommen wir zu einer Skytrain (=S-Bahn) Station und können von dort wiederum fast direkt zu unserer Unterkunft fahren. Zwischen Unterkunft und Bahnstation liegen aber noch die Einkaufszentren Siam Center, Siam Paragon und Siam Discovery und da kann ich Carina natürlich nicht dran vorbeischleusen. Also verbringen wir den restlichen Tag damit die einzelnen Geschäfte zu durchforsten, müssen aber leider feststellen, dass die meisten Sachen hier gar nicht so günstig sind wir angenommen haben.

Siam Center
Siam Center

Der nächste Tag ist dann komplett fürs Shopping eingeplant und wir verbringen ihn auch fast komplett im MBK. Das ist ein riesiges Einkaufszentrum mit allerlei kleinen Shops drin. Es gibt hier wirklich alles: vom T-Shirt zum maßgeschneiderten Anzug, vom Radiowecker zum 80 Zoll Plasmafernseher, vom Souvenir-Krimskrams zu Wohnzimmermöbeln. Außerdem gibt es noch gefühlte 1.000 Schuhläden. Und Carina ist auf Schuhsuche… Das läuft dann so ab: wir betreten einen Schuhladen, Carina stürzt sich auf die Regale, ich suche mir eine Sitzgelegenheit und übe „rising falling“ ;-) So verbringen wir die nächsten 8 Stunden in ein und demselben Shopping-Center, unsere Ausbeute: ein neuer Rucksack für mich, ein Dryback für eventuelle künftige Wasserausflüge und eine Schale für Carinas IPhone. Keine Schuhe. Carina ist enttäuscht.

Als wir das Gebäude verlassen ist draußen gerade die MBK-Fight-Night im Gange. So kommen wir völlig kostenlos in den Genuss einiger Muai-Thai-Boxkämpfe. Ich muss sagen die prügeln ganz schön auf sich ein. Ein Kampf wird dadurch entschieden, dass der eine dem anderen ein paar Mal das Standbein heftig wegtritt (und der andere dann irgendwann einfach nicht mehr stehen kann und raushumpelt), ein anderer durch eine rechte Gerade mit anschließendem Ellbogen mitten ins Gesicht. Also wie einem so eine Sportart Spaß machen kann bleibt mir einfach ein Rätsel. Nach den Kämpfen beobachten wir noch ein wenig den abendlichen bunten Verkehr auf Bangkoks Straßen.

Muai Thai Boxen
Muai Thai Boxen

Tja, nun ist es so weit, unser letzter Tag in Asien steht an. Wir haben noch etwas Zeit erneut ins MBK zu gehen und ein paar weitere Shops zu durchstöbern. Dann heißt es unsere Rucksäcke neu zu organisieren und aus der White Lodge auszuchecken. Bevor wir die Fahrt zum Flughafen mit dem Skytrain antreten setzten wir uns noch in ein kleines Thairestaurant und gönnen uns ein letztes Curry.

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