Koh Rong – Karbikfeeling vom Feinsten!

Unser Abstecher auf die Insel Koh Rong steht offensichtlich unter keinem guten Stern. Nachdem wir erstmal um 20 Dollar geprellt wurden und etwas genervt doch noch auf der richtigen Fähre gelandet sind, schauen wir etwas verdutzt aus der Wäsche als nach wenigen Minuten plötzlich die Fähre aussetzt und es nicht mehr weitergeht. Na toll, ist das Boot jetzt auch noch kaputt, oder wie? Anscheinend sind die hier aber Bestens vorbereitet, denn schnell mal ein paar Reparaturen durchgeführt und schon kann die Fahrt fortgesetzt werden. Nach ca. 2 Stunden kommen wir dann auf Koh Rong an. Wir teilen uns gleich auf: ich kümmer mich um unser Gepäck, während Hank gleich aus der Fähre springt und sich in den Unterkunftskampf stürzt. Glücklicherweise stellt sich das als nicht ganz so schwierig heraus, denn nach ca. 30 Minuten sind wir in unserer spartanischen Holzhütte eingecheckt. Mit 25 Dollar für den Bungalow liegen wir preislich noch im unteren Bereich, also alles richtig gemacht. Nur, dass wir mitten in der Partymeile wohnen…

Da es auf der Insel unglaublich heiß ist und die Mittagssonne mit all ihrer Kraft herunterbrennt, gönnen wir uns erstmal ein Päuschen ehe wir uns an die Erkundung der Insel machen. Bereits nach wenigen hundert Metern wird der Strand einsamer. Der Anblick hat etwas karibisches. Wir fragen uns ernsthaft, ob wir hier in Kambodscha sind oder nicht doch etwa schon in Kuba angekommen sind. Tatsächlich befinden wir uns aber wirklich in Kambodscha. Das Meer ist einfach ein Traum. Glasklar, angenehm warm und  man kann ewig weit hineinspazieren. Wie kleine Kinder tollen wir umher und genießen den Moment.

02268_-_0203_-_IMG_9813

Einmal ums Eck kommen wir dann an einen weitaus verlasseneren Strand mit netten Treehouses, in denen man auch wohnen könnte. Leider sind die aber schon fully booked, so dass wir auch nicht hierhin umziehen können. Schade!

Nach dem chillen am Strand kehren wir in unseren „Bungalow“ zurück. Inzwischen ist es nach 17 Uhr und es gibt auch Strom. Warmes Wasser gibt es nicht und auch eine Klospülung ist nicht vorhanden. Aber wir haben fließendes Wasser, immerhin!

Den Abend lassen wir in einer Strandbar ausklingen, ehe wir ausgestattet mit Oropax (anders würde man das wohl nicht aushalten) versuchen eine Mütze Schlaf abzubekommen.

Überraschenderweise haben wir doch relativ gut geschlafen, so dass wir uns am nächsten Morgen erstmal ein ausgiebiges Frühstück gönnen. Die Auswahl ist hier immerhin um einiges vielfältiger als das Essensangebot. Wir versuchen noch für die zweite Nacht eine günstigere Bleibe zu finden, stellen dann aber fest, dass wir für rund 15 Dollar nichts finden, was einigermaßen gleichwertig ist. So bleiben wir in unserer Holzhütte und machen uns dann auf den Weg zum Long Beach, der anscheinend das Highlight der Insel sein soll.

Um dorthin zu gelangen kann man entweder einen rund 45-minütigen Marsch durch den Dschungel machen um auf die andere Inselseite zu gelangen oder man zahlt 5 Dollar und lässt sich von einem Longtailboat um die Insel rumschippern. Wir entscheiden uns für die erste Variante. Allerdings soll der Weg gar nicht so ohne sein, denn es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man festes Schuhwerk anziehen soll. Gut, dann machen wir das.

Wir wandern gegen halb 10 los, in der Hoffnung der Mittagshitze vorauszueilen, stellen dann aber zu unserem Bedauern fest, dass es auch um diese Uhrzeit schon unfassbar heiß ist und jeder Schritt in der prallen Sonne einfach unfassbar anstrengend ist. Es geht zunächst im nicht sonnengeschützten Gefilde kontinuierlich bergauf und wir fragen uns, wann wir endlich in den Dschungel kommen. Unsere Wasservorräte müssen schnell dran glauben. Wir wollen schließlich nicht dehydrieren. Erschöpft erreichen wir dann endlich den Dschungel. Die Wege sind zunächst wirklich breit. So richtig wie Dschungel-Trekking fühlt sich das nicht an. Als wir uns schon damit abgefunden haben, dass der Weg nicht wirklich spektakulär ist, kommen wir beim Abstieg an. Und der hat`s in sich. Definitiv nichts für schwache Nerven! Man muss genau aufpassen, wo man hintritt, damit man nicht schneller nach unten kommt, als einem lieb ist. Glücklicherweise gibt es an den schwierigen Passagen immer Seile an denen man sich festhalten kann.

02317_-_0204_-_IMG_0925

Heil und sicher kommen wir schließlich unten an und sind erstmal völlig geflashed. Der Long Beach lässt uns staunen. Über 7 Kilometer erstreckt sich dieser fast schon schneeweiße Sandstrand und es ist kaum jemand da. Das Wasser ist kristallklar und jetzt fühlen wir uns wirklich wie in der Karibik oder in der Südsee. Unfassbar schön. Völlig verschwitzt von der Wanderung springen wir ins kühle Nass. Herrlich!!! Hier kann man es aushalten. Hank macht sich mit dem Schnorchel, den wir vor unserem Aufbruch auf die andere Seite ausgeliehen haben, auf die Suche nach Meeresbewohnern. Hier ist aber nicht viel zu sehen, so dass er ein wenig enttäuscht wieder zurückkehrt. Wir relaxen so tiefenentspannt, dass wir beide im Sand einnicken. Der Sonnenbrand lässt nicht lange auf sich warten, aber darüber können wir hinwegsehen.

02322_-_0204_-_IMG_9854

Bevor die Sonne untergeht begeben wir uns auf den Rückweg, denn wir wollen nicht in der Finsternis durch den Dschungel wandern. Der Aufstieg gestaltet sich als einfacheres Unterfangen als der Abstieg. Beim kraxeln sind wir beide in unserem Element. Hank erblickt schließlich noch Affen, dann ist er vollends zum Mogli mutiert.

Nachdem wir uns mittlerweile schon fast standardmäßig kalt geduscht haben, begeben wir uns schließlich völlig ausgehungert zum auf der Insel alltäglichen BBQ. Seafood-Time, mmmh lecker! So lässt es sich aushalten. Koh Rong ist definitiv einen Besuch wert. Allerdings wird wohl gemunkelt, dass sich die Insel in einigen Jahren zum Koh Samui von Kambodscha verwandeln soll. Gut, bis dahin ist schon noch ein langer Weg, denn es gibt noch überhaupt keinen Infrastruktur, aber im Hinblick auf die vorhandenen Strände und das kristallklare Wasser ist es durchaus vorstellbar, dass hier der Massentourismus irgendwann Einzug bekommen soll. Also, Tipp an alle: unbedingt vorher nochmal nach Koh Rong kommen – es lohnt sich!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.