Kambodscha – eine Zwischenbilanz

Es gibt natürlich auch einige spannende Fakten zu unserem Aufenthalt in Kambodscha, die wir gerne mit Euch teilen wollen:

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Zunächst wieder das Wichtigste: der Kassensturz

Die Währung in Kambodscha ist Riel. Es wird allerdings hauptsächlich in US Dollar bezahlt. Riel bekommt man quasi anstatt des US-Kleingelds. Es gibt einen fixen Tauschkurs von 1 USD = 4000 Riel. Wir haben unsere Dollar zu einem Wechselkurs von 1,35 pro EUR gekauft.

Insgesamt waren wir 18 Tage in Kambodscha und haben insgesamt 1.157,95 Dollar (= 857,39 EUR) ausgegeben. Das macht 578,98 Dollar (= 428,70 EUR) EUR für jeden von uns.

Die Ausgaben unterteilen sich wie folgt:

205 Dollar (= 151,79 EUR) für Unterkünfte

369,48 Dollar (= 273,57 EUR) EURfür Verpflegung

166,20 Dollar (= 123,06 EUR) EUR für Transport

278,50 Dollar (= 206,21 EUR) EUR für Ausflüge

138,78 Dollar (= 102,75 EUR) EUR für sonstiges

Wir kommen auf ein durchschnittliches Tagesbudget von 64,33 Dollar (= 47,63 EUR) EUR. Also pro Person 32,17 Dollar (= 23,82 EUR).

Da wir mit einem Tagesbudget von 30 Euro pro Person kalkuliert haben, liegen wir bislang ganz gut in unserer Finanzplanung.

Spannend ist auch die Auswertung unseres Transportes

Wir haben in Kambodscha folgende Fortbewegungsmittel benutzt: Taxi, Minibus, Fähre, Localbus, Fahrrad, Longtailboat, TukTuk und natürlich zu Fuß.

Wir haben im Land mit Bussen eine Gesamtstrecke von 1.352 km zurückgelegt. Insgesamt haben wir 36 Stunden und 7 Minuten im Bus und 2 Stunden und 17 Minuten wartend auf den Bus verbracht. Auf Booten haben wir weitere 7 Stunden 44 Minuten unserer Zeit gelassen.

Persönliche Auswertungen:

Carina hatte am letzten Tag einen richtigen Krankheitstag während der Zeit in Kambodscha. Ansonsten haben uns nur übliche Kreislauf- und Kopfschmerzbeschwerden sowie die obligatorischen Verdauungsproblemen gequält. Sonnenbrände hat Hank zwei abbekommen und Carina einen. Mückenstiche waren wieder unzählbar. Tränen sind auch noch keine geflossen und es ist uns tatsächlich in Kambodscha kein Gegenstand abhanden oder kaputt gegangen. Im Bücherlesen ist Hank beim vierten und Carina beim dritten.

Zu den Unterkünften noch ein paar interessante Fakten:

Wir waren insgesamt in 8 verschiedenen Unterkünften, mussten 5 mal kalt duschen, weil kein Warmwasser vorhanden war und hatten 2 Mal kein W-LAN in unserer Unterkunft.

Beste Unterkunft: Rasman Buntam Guesthouse, Krong Koh Kong

Schlechteste Unterkunft: Chez Mary Ann, Sihanoukville

Teuerste Unterkunft: Golden Dragon Bungalow, Koh Rong, 25 USD

Billigste Unterkunft: You Hong Guesthouse I, Kratie, 6 USD

Kameraauswertung

Wir haben nach erster Selektierung insgesamt 1694 Fotos gemacht und 5 Videos gedreht.

Nahrung

Wir haben uns während unseres Aufenthalts in Kambodscha hauptsächlich von Localfood ernährt. Die Auswahl ist bei weitem nicht so vielfältig wie in Thailand, aber man findet auch in Kambodscha wirklich gutes Essen zum günstigen Preis.

Teuerstes Essen: (jeweils 2 Gerichte und 2 Softdrinks) Phnom Penh: 2x Pizza + 2 Softdrink = 22 Dollar

Billigstes Essen: (jeweils 2 Gerichte und 2 Softdrinks) Phnom Penh, Central Market: fried noodels/fried beef mit Reis + 2x Softdrink = 6 Dollar

Bestes Essen: Amok Chicken im Star Rise Restaurant in Siem Reap

Schlechtestes Essen: Reis mit Chicken in Krong Koh Kong (ohne jeglichen Geschmack)

Bierranking

Unserer persönlichen Meinung nach ist die Platzverteilung der lokalen Biersorten folgendermaßen:

1. Angkor Bier

2. Cambodia Bier

3. Klang Bier

Sonstiges

Während unseres Aufenthaltes hat es 0 Mal geregnet und wir haben keine Extremsituation erlebt. Wir haben aus Kambodscha 10 Blogeinträge veröffentlicht. Während unseres Aufenthaltes haben wir 3 andere Langzeitreisende (länger als 4 Monate unterwegs) getroffen. Wir haben uns den Wecker 4 Mal vor 6 Uhr gestellt.

Unser Gesamtfazit zu Kambodscha:

Wir waren zunächst ein wenig „negativ“ von anderen Reisenden, die uns von Kambodscha berichtet haben, vorbelastet, so dass uns nach der Grenzüberquerung erstmal der totale Kulturschock überrumpelt hat. Korruption an der Grenze, nichts zu Essen wegen Chinese New Year – das waren unsere ersten Eindrücke. Glücklicherweise hat sich dieser Eindruck für uns nicht bestätigt. Wir haben bereits nach kurzer Zeit das richtige Feeling für das Land bekommen und fanden es sehr schön. Der historische Hintergrund des Landes hat uns fest in seinen Bann gezogen. Die Menschen sind trotz ihres Geschichte einfach unglaublich freundlich und die Kinder sind wahnsinnig süß. Trotz ihrer Armut scheinen die Kinder nicht unglücklich zu sein. Im Vergleich zu Thailand ist das Rucksackreisen hier nicht ganz so einfach, da das Land touristisch noch nicht so weit erschlossen ist. Es gibt Busverbindungen in alle Richtungen, aber man hat nicht besonders viele Auswahlmöglichkeiten, so dass Tickets relativ teuer sind. Die Straßen sind ziemlich schlecht und es ist keine Seltenheit, dass 3 Plätze im Minivan für 4 Personen verkauft werden. Sieht man von solchen Strapazen und den „Fahrkünsten“ der Busfahrer ab, kann man aber dennoch gut von A nach B gelangen. Das absolute Highlight ist natürlich Angkor, aber auch sonst hat das Land einiges zu bieten. Die kambodschanische Küche kann man zwar nicht mit Thailand vergleichen, da sie bei Weitem nicht so würzig und geschmackvoll ist, aber ein gutes Amok-Gericht ist durchaus einen Versuch wert. Gerade in Phnom Penh bekommt man eigentlich alles, was der Gaumen wünscht und auch sonst haben wir in Kambodscha nicht schlecht gegessen. All in all hat es uns hier, bis auf Sihanoukville, sehr gut gefallen und wir können das Land als Reiseziel wärmstens empfehlen.

4000 Islands – Don Khone

Am Vortag haben wir noch die Weiterfahrt nach Laos klar gemacht, so dass es um 7 Uhr morgens mit dem Minivan losgeht bis zur Grenze. Unglücklicherweise wird meine Reise von ziemlich bösen Magen-Darm-Problemen begleitet. Und ausgerechnet der Streckenabschnitt von Kratie bis zur laotischen Grenze glänzt mit den miserabelsten Straßenbedingungen, die ich jemals erlebt habe. Die Strecke als Straße zu bezeichnen, wäre die reinste Schönrederei. Zu allem Überfluss kommt auch noch hinzu, dass wir im Minibus ganz hinten – also direkt auf der Heckachse – sitzen und so die Schlaglöcher doppelt so hart abbekommen, wie die restlichen Insassen. Einziger Pluspunkt, im Vergleich zur restlichen Gruppe haben wir wirklich viel Platz! Wie ich den 5-stündigen Höllenritt überstanden habe, ist mir im Nachhinein ein Rätsel, jedenfalls kommen wir gegen 13 Uhr an der Grenze an und können uns aussuchen, ob wir uns um 10 Dollar pro Person abzocken lassen oder riskieren, dass unser Bus in Laos ohne uns weiterfährt, weil wir nicht kooperieren. Zumindest sind das die Geschichten, die wir von anderen Reisenden gehört haben, die den Visaantrag auf eigene Faust gestellt haben. Im Hinblick auf meine gesundheitliche Verfassung, erscheinen mir 10 Dollar ein vertretbarer Preis für eine unverzügliche Weiterfahrt.

Von der Grenze aus geht es noch eine halbe Stunde mit dem Bus weiter, ehe wir mit dem Longtailboat übersetzen zu den 4000 Inseln. Hier gibt es 2 beliebte Touristenziele: die Insel Don Det, die von den meisten Reisenden angesteuert wird und somit mehr „Nightlife“ zu bieten hat und die Insel Don Khone, die um einiges ruhiger, aber dafür auch landschaftlich interessanter ist.

Nach etwa 30 Minuten auf dem Boot erreichen wir schließlich, die von uns auserwählte Insel Don Khone und begeben uns auf die Unterkunftssuche. Zum Glück dauert das nicht allzu lange, so dass ich mich kurze Zeit später in einer Hängematte auf der Terrasse unseres Bungalows wiederfinde und in einen genesenden Tiefschlaf verfalle.

Am nächsten Morgen fühle ich mich wie neu geboren, so dass wir unsere geplante Radtour um die Insel in Angriff nehmen können. Unser erstes Ziel sind die Tad Somphamit Wasserfälle. Für eine Gebühr von umgerechnet 2,50 EUR pro Person darf man dort hin radeln. Wie sich dort rausstellt, eine absolut lohnenswerte Investition.

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Der kaskadenförmige Wasserfall ist einfach gigantisch. Zusammen mit den Khone Phapeng Wasserfällen sind dies die mächtigsten Wasserfälle in ganz Südostasien, da sie sich der Breite nach über den ganzen Mekong erstrecken. Die Wasserfälle sind auch der Grund, warum der Mekong als Transportweg nicht komplett schiffbar ist. Wir sind schwer beeindruckt, stellen aber gleichzeitig ein wenig enttäuscht fest, dass man hier wohl nicht im Fluss baden kann, obwohl es einen Strand gibt. Zu unserer Entschädigung steuern wir aber auf den wohl chilligsten Platz, den man zum Entspannen finden kann und verweilen einige Zeit in unseren Hängematten und beobachten das Treiben am Strand.

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Da sich aber doch immer wieder Leute ins Wasser wagen, verfallen auch wir irgendwann der Versuchung im Mekong eine Abkühlung zu erhaschen. Solange man sich am Rand aufhält und sich nur auf die Felsen setzt, kann nichts passieren. Schwimmen hingegen wäre jedoch aufgrund der Strömung höchst fahrlässig.

Erfrischt radeln wir irgendwann weiter zum „Big Beach“. Der Sand dort ist kochend heiß und jeder Schritt will gut überlegt sein. Allerdings kann man hier tatsächlich im Mekong schwimmen. Juppiee, also rein in den Fluss. Wir sind dabei sehr vorsichtig, da von klarem Wasser keine Rede ist und wir die Felsen, die so gut wie überall sind, nicht sehen können. Trotzdem ist das Baden super und die Abkühlung genau das, was wir jetzt wollen.

Nach einer kleinen Stärkung setzen wir unsere Tour fort. Man kann die Insel in einem Loop umrunden, allerdings zieht sich die Strecke ein wenig, aufgrund unser langen Pausen. Wir kommen am Spitz an, von wo aus man nochmal Ausflüge zu den Irawadydelfinen machen kann und erreichen irgendwann noch weitere Wasserfälle, die alleine auch schon sehenswert sind, jedoch aber den Tad Somphamit keine Konkurrenz bieten können. Da es inzwischen schon relativ spät ist und die Sonne bereits am Untergehen ist, schauen wir, dass wir unsere Runde beenden können. Wie so oft, endet der Sonnenuntergang leider auch diesmal vorzeitig hinter einer dicken Wolke.

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Da man hier am Abend nicht viel machen kann, suchen wir uns nur noch ein gemütliches Restaurant und genießen die laotische Küche.

Am nächsten Tag ist es schließlich so weit: unser erster Reisetag an dem wir uns zu überhaupt gar nichts aufraffen können! Nichtstun scheint uns heute als die absolut beste Entscheidung, die wir treffen können. Bis Mittag dösen wir in der Hängematte im Bungalow ehe wir uns ein Lokal am Mekong zum Nichtstun suchen. Herrlich! Irgendwann gesellen sich dann zu unserer gemütlichen „Nichtsturunde“ noch die beiden Mädels aus Hamburg, ein Mädel aus Berlin und ein Franzose, die wir alle auf der Minibusfahrt zu den Inseln kennengelernt haben, zu uns, so dass wir unerwartet noch einen sehr lustigen Nachmittag/Abend verbringen.

Kratie

Punkt 5 schlurfen wir aus dem Garden House und rechnen schon damit erst einmal eine halbe Stunde in der Dunkelheit sitzen zu müssen. Aber weit gefehlt, unser Pick Up Van hält nur ein zwei Minuten später vor uns an. Nachdem alle Mitfahrer aufgesammelt sind, werden wir bei unserem Bus abgesetzt. Hm, der sieht aber ganz und gar nicht so aus wie in der Beschreibung gestern. Wird wohl der günstige Bus sein. Stimmt aber nicht, ist unser Bus. Etwas verdutzt fragen wir die anderen rumstehenden Touris was sie denn für diesen Bus gezahlt haben (wir 15 Dollar p.P.). Die einen 12 Dollar, die anderen 25 Dollar. Weiter fragen wir dann nicht. Der eine Bus fungiert wohl sowohl als Billig-Liner als auch als Luxus-Bus. Aber der Bus ist dann auch gar nicht so schlecht und so geht die erste Hälfte der Fahrt relativ entspannt rum. Uns wurde zwar im „Reisebüro“ versprochen, dass dieser Bus nicht überall anhält, aber natürlich nehmen wir unterwegs jeden Bauern und seinen Reissack mit, der an der Straße steht. So brauchen wir für den ersten Teil der Strecke schon die 6 Stunden, die es insgesamt dauern sollte.

Als wir für den obligatorischen Essen-Stopp halten, holen wir uns auch zwei Portionen. Wir sitzen gerade noch an unserm Tisch, da kommt eine der anderen aus dem Bus zu uns und fragt „Ihr wollt doch auch nach Kratie, oder?“. Ja, wollen wir. So erfahren wir ganz nebenbei, dass wir hier umsteigen müssen. Nachdem wir mit einigen anderen unser Gepäck aus dem Bus geholt haben versuchen wir herauszufinden, wann und wie es denn weiter geht. Unser Busfahrer meint dazu nur, dass in einer Stunde ein Bus kommt. Mehr kann er nicht sagen. Na gut, warten wir halt. Nur kurze Zeit später werden wir von einem anderen Fahrer angesprochen und er meint dann wir fahren mit ihm weiter und deutet dabei auf seinen Minivan. OK, auch recht. Bald haben sich aber ca. 30 Leute vor dem Van versammelt. Das ist sogar für hiesige Verhältnisse zu viel. Der Fahrer weiß auch nicht so recht was er tun soll und auf mehrmaliges Nachfragen, ob wir wirklich mit ihm weiter fahren, bekommen wir eher zögerliches Nicken zu sehen. Naja, steigen wir halt mal ein. Zum Glück kommt dann noch ein zweiter Minivan, sodass alle weiterkommen. Trotzdem ist es recht eng in dem Gefährt: wir sind 8 Touris incl. großem Gepäck, 9 Einheimische – auch mit diversen Gepäckstücken – und der Fahrer. So sitzen auf jeder 3er-Bank 4 Leute und einer noch vorne am Boden. Ich hab mal wieder besonderes Glück und sitze genau an der Schnittstelle einer Reihe wo es keine Rückenlehne gibt. Die nächsten 4 Stunden sind dann echt anstrengend. Aber wenigstens lernen wir ein paar Leute kennen: von uns 8 Touris sind 6 Deutsche und 2 Schweizer.

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Nach insgesamt etwas mehr als 10 Stunden kommen wir endlich in dem kleinen Ort Kratie an. Nachdem wir uns ein Guesthouse gesucht haben sitzen wir eigentlich nur noch ein wenig in dessen Restaurant rum und überlegen uns was wir am nächsten Tag machen wollen. Ganz klar: erst mal wieder ausschlafen! Danach zu den in der Nähe im Mekong lebenden Irawadidelfinen und vielleicht noch einen Tempel anschauen. Guter Plan.

Ausschlafen wird leider nichts, da direkt neben dem Hostel der Markt ist und ab 6 in der Früh dort der Trubel losgeht. Na super! Aus diesem Grund und auch weil unser Bad kein Waschbecken hat wechseln wir nach dem Frühstück erst mal die Unterkunft. Hoffentlich ist es hier ruhiger. Den restlichen Vormittag gehen wir eine Runde durch die kleine Stadt und den Markt. Alles sehr beschaulich hier, recht viel gibt es nicht zu sehen. So sitzen wir bald wieder in der Lobby des U Hong Guesthouse II und lassen es uns mit einem Kaffee bzw. Frucht-Shake gutgehen.

Um 3 werden wir dann von einem Tuk Tuk Fahrer abgeholt, der uns zu dem ca. 15 km entfernten Kampie bringen soll. Dort kann man ein Boot zu den Delfinen nehmen. Die Fahrt ist sehr holprig und wir wünschen uns bald, wir hätten uns einen Roller ausgeliehen. Gut durchgeschüttelt kommen wir am Pier an und springen auch gleich an Bord des bereitstehenden Longtail-Bootes. Mit dem tuckern wir gute 15 Minuten zu den Delfinen. Vor Ort macht unser Fahrer (Kapitän?) den Motor aus und paddelt weiter, um die Geräusch-empfindlichen Süßwasserdelfine nicht allzu sehr zu stören. Kurz darauf macht er uns auf die Delfine aufmerksam, die in einiger Entfernung gerade zum Luft holen aufgetaucht sind. Schwups, sind sie aber auch schon wieder weg. Die nächsten 20-30 Minuten verbringen wir damit gespannt zu warten, bis wieder ein Delfin auftaucht. Man hört immer ganz gut, wie sie die Luft ausblasen. Leider tauchen sie immer nur sehr kurz auf. Gute Fotos machen ist sehr schwer bis unmöglich. Aber schön ist es trotzdem. Die Beobachtungszeit ist viel zu schnell vorbei und schon sind wir wieder an Land.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Zwischenstopp am Wat Sambok ausgemacht. Der Tempel liegt auf einem Hügel und man soll eine sehr gute Aussicht auf den Mekong haben. Wir steigen die Treppen zum Tempel hoch, nur um festzustellen, dass es hier noch weiter nach oben geht. Und nachdem die nächste Treppe bewältigt ist stehen wir gleich wieder vor einem Aufstieg. Puh, nach der dritten Treppe sind wir dann doch etwas außer Atem. Für sportliche Betätigungen ist es einfach zu warm hier! Oben werden wir aber wirklich mit einer tollen Aussicht belohnt. Wir suchen uns ein gutes Plätzchen, um den anstehenden Sonnenuntergang gut beobachten zu können. Dabei haben wir freie Auswahl, da außer uns niemand den Weg hier herauf angetreten hat. So sitzen wir auf dem Geländer und warten auf die große Show. Fängt auch ganz gut an mit einer roten Sonne und der Spiegelung im Mekong. Leider wird es eher schlechter je tiefer die Sonne kommt, da über dem Horizont ein Dunstnebel hängt. Hm, schade. Aber nicht das erste Mal, dass uns das auf unserer Reise passiert. Was solls, war ja trotzdem schön und wir hatten eh nichts anders vor ;-)

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Zurück in Kratie suchen wir wieder Zuflucht im Hotel-Restaurant. Es dauert nicht lange und wir sitzen zu sechst am Tisch: 4 der anderen Reisenden aus dem Minivan gesellen sich zu uns – ein Hamburger Pärchen, noch eine Hamburgerin und eine Schweizerin. So verbringen einen lustigen Abend und tauschen fleißig Reisegeschichten aus. Außerdem holen wir uns noch Tipps für den morgigen Tag: wir werden eine kleine Mekong-Insel Koh Trong mit dem Rad erkunden. Da die Insel aber nicht besonders groß ist können wir es gemütlich angehen lassen und noch mal versuchen auszuschlafen.

Diesmal klappt das auch sehr gut und wir gehen am späten Vormittag gut ausgeruht auf die kleine Fähre. Wir legen an einer riesigen Sanddüne an und müssen mit den Rädern über einen schmalen Bretterweg zur Insel. Dort angekommen wenden wir uns erst Richtung Süden. Gemütlich radeln wir an die Spitze der Insel und beobachten dort eine Weile das Treiben in einem vietnamesischen Fischerdorf. Die Leute leben auf ihren Hausbooten auf dem Mekong. Allzu viel rührt sich aber nicht und wir radln bald weiter bzw. erst ein Stück zurück, um auf den Rundweg zu gelangen. Vom Rad aus können wir das ländliche Leben hier beobachten. Alles ist sehr einfach und man fühlt sich etwas in der Zeit zurück versetzt. Lediglich die gelegentlich vorbeibrausenden Roller zeigen, dass wir nicht in die Vergangenheit gereist sind.

So drehen wir unsere Runde in einem sehr gemächlichen Tempo. Unterwegs gibt es noch ein kleines Picknick mit einer sehr leckeren Dragonfruit. Als wir zu unseren Rädern zurückkehren sind diese von zwei kleinen Kindern belagert. Sie versuchen sich irgendwie verständlich zu machen, aber über den Austausch der Namen kommen wir nicht hinaus. Als wir die auf einen Pappkarton schreiben deuten die beiden auf den Kugelschreiber. Den hätten sie wohl gerne. Da wir noch einen auf Reserve haben können wir uns von dem auch trennen. Wir hoffen bloß, dass der dann auch in der Schule benutzt wird und nicht daheim abgegeben werden muss…

Kurz bevor wir die Insel komplett umrundet haben kommen wir am Rajabori Villas Resort vorbei. Von dem hat uns das Hamburger Pärchen gestern berichtet. Hier gibt es einen Pool den man nutzen kann. Das kostet zwar 5 Dollar pro Person, aber es ist so warm und wir so durchgeschwitzt, dass uns das als ein sehr geringer Preis für eine Abkühlung erscheint. Die beiden anderen liegen auch schon am Pool, sie sind heute hierher gezogen. So erholen wir uns die nächsten Stunden von der – zugegeben nicht besonders langen, dafür aber sehr schweißtreibenden – Radtour am und im Pool.

Siem Reap & die Tempel von Angkor

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„Ein Busfahrt die lustig – eine Busfahrt die macht Spaß!“ Naja, nicht unbedingt, wenn man für die ca. 320 Kilometer lange Strecke von Phnom Penh bis Siem Reap den billigsten aller billigen Busse bucht. Anstatt der veranschlagten 6 Stunden dauert die Fahrt 9 Stunden. Der Bus ist nicht voll, er ist proppevoll. Es steigen Leute ein und ein und ein – wir fragen uns, wo die denn alle hin sollen, aber irgendwie scheinen die das hier gewöhnt zu sein, denn jeder Fahrgast findet einen Quadratdezimeter Platz. So kann die beengende Fahrt über die streckenweise wirklich miserablen Straßen losgehen. Es dauert rund eine Stunde, bis plötzlich alle rausspringen, weil unter dem Bus Rauch aufsteigt, na bravo! Bus kaputt? Ne, ne – kurz ein paar Kübel Wasser über die Rauchquelle geschüttet, alle Mann wieder in den Bus und weiter geht’s. Teilweise sind es wirklich üble Schlaglöcher und wir werden ziemlich durchgeschüttelt, auf den Sandstraßen dringt Sand in den Bus. Die geöffneten Dachluken lassen die Luft zwar zirkulieren, aber dennoch atmen wir häufig eine frische Brise Sand ein. Dass die Klimaanlage in regelmäßigen Abständen ausfällt und uns die Soße grad so runterläuft, versteht sich wahrscheinlich von selbst.

Wir sind völlig erschöpft, aber auch froh, dass wir endlich in Siem Reap ankommen. Dort haben wir eine Unterkunft vorgebucht, die wir mittels TukTuk kurze Zeit später erreichen. Wir schlendern am Abend noch durch die City und suchen uns ein gemütliches Lokal.

Am nächsten Morgen steht dann Teil 1 unserer Erkundung der Tempelanlagen von Angkor auf dem Plan. Zum Bericht mit Bildergalerie geht es hier.

Nach rund 9 Stunden Tempelhopping sind wir dann doch etwas reizüberflutet und nicht mehr wirklich aufnahmefähig, so dass wir völlig erschöpft die 8 Kilometer bis nach Siem Reap radeln. Eine erfrischende Dusche und ein gemütliches Restaurant runden einen wunderschönen, aber auch sehr anstrengenden Tag ab.

Am darauffolgenden Tag heißt es früh aufstehen! Um 4:30 Uhr klingelt der Wecker – wir wollen zum Sonnenaufgang am Angkor Wat. Zuvor müssen wir wieder mit unserem Drahtesel die 8 Kilometer überwinden um dann in Ruhe das Farbspiel am Himmel genießen zu können. Zum ausführlichen Bericht mit zahlreichen Fotos geht es hier.

Irgendwann kehren wir schließlich völlig erschöpft wieder nach Siem Reap zurück, genehmigen uns noch ein gemütliches Abendessen ehe wir heute vorzeitig in den großen Schlaf fallen.

Leider dauert der aber nicht besonders lange, da wir von einem unfassbaren Krach geweckt werden. Schlaftrunken definiere ich den Lärm und die Schreie einer Frau als Schießerei und verkrieche mich schutzsuchend in meinem Bett. Hank hingegen kann die Ursache des Krachs schneller deuten als ich. Der Strom ist ausgefallen und die Leute hier versuchen verzweifelt das Notstromaggregat anzuwerfen. Warum allerdings eine Frau schreit, können wir nicht nachvollziehen. Hank kehrt in der Dunkelheit wieder ins Bett zurück und dann passiert‘s… Es gibt einen Schlag und dann Stille. Hank ist über irgendwas drüber gestolpert und ist mit seiner Nase gegen den Tisch geschlagen. Völlig benebelt ist er erstmal mucksmäuschenstill. Ich ahne Böses. Die Ansage „Wir müssen ins Krankenhaus, ich muss genäht werden!“ unterstreicht zunächst meinen Verdacht. Schnell stellt sich zumindest heraus, dass die Nase ist nicht gebrochen ist! Nur eine Schnittwunde, die aber mit Sicherheit eine Narbe in seinem Gesicht hinterlässt! Puh, trotzdem nochmal glimpflich davon gekommen! Naja, da wir keine Souvenirs kaufen, gibt’s für Hank ein anderes Andenken an Angkor…

Wie sich herausstellt können wir auch gar kein Krankenhaus aufsuchen, weil es anscheinend keins gibt. Also Wunddesinfektion und Pflaster drauf und die Erstversorgung ist gesichert… Weiterschlafen!

Am nächsten Tag gönnen wir uns eine Auszeit. Die Tempelbesichtigungen gehen ganz schön an die Substanz. Zunächst frühstücken, dann suchen wir eine Apotheke auf um den Patienten besser zu versorgen. Entwarnung an alle Leser: Hank wird durchkommen! :-)

Die nächste Enttäuschung lässt allerdings nicht lange auf sich warten. Es gibt laut Lonely Planet in Siem Reap ein Restaurant/Bar, das einen großen Pool hat und der Öffentlichkeit dient. Das klingt doch verlockend. Der Marsch dorthin dauert ca. 30 Minuten, was bei der wieder aufkommenden Hitze schon eine ganz schöne Ecke ist. Endlich können wir das Schild erkennen, auf dem der Name „Aqua“ zu lesen ist – juhu wir haben es gefunden! Und dann… wir stehen vor verschlossenen Toren! Der Inhaber werkelt drinnen und kommt zu uns rüber um uns zu erklären, dass er erst später aufmachen kann, weil er kein Personal hat. Der eine Mitarbeiter hat gestern gekündigt und der andere ist heute krank. Er muss nochmal weg und einige Erledigungen machen, aber in ca. 1 Stunde schätzt er, wird er aufmachen können. Na bravo – was machen wir jetzt. In einem nahegelegenen Hotel trinken wir erstmal was und sitzen ca. 2 Stunden ab, aber der Mister Aqua hat noch immer nicht geöffnet. Jetzt ist noch nicht mal mehr jemand da… Was für ein Reinfall!!! Frustriert geben wir schließlich auf und lassen uns von einem TukTuk zurück in die Stadt bringen. Am Ende landen wir in einem Lokal, in dem wir den Nachmittag über versumpfen.

Als wir zurück an unserem Guesthouse ankommen, stellen wir fest, dass direkt gegenüber bei Mom`s Guesthouse ein Pool gewesen wäre. Das ist jetzt aber schon wirklich richtig fies. Hank ist schon sehr genervt vom heutigen Tag und als er dann zu allem Überfluss auch das Sandwich, das er sich einbildet nicht bekommt, ist es ganz vorbei. Der Tag ist für die Tonne!! Ach ja, angeblich war heute auch noch ein herrlicher Sonnenaufgang…

Naja, neuer Tag – neues Glück! Nach eingehendem Abwägen der beiden Übel (aufstehen und keinen Sonnenaufgang sehen oder nicht aufstehen und hinterher feststellen, dass der Himmel tiefblau ist) entscheiden wir uns, dem Sonnenaufgang nochmal eine Chance zu geben. Zum Bericht mit Bildergalerie geht es hier.

Insgesamt haben wir rund 30 Stunden in den Tempelanlagen zugebracht und irgendwann reichts. Wir freuen uns auf ein leckeres Amok Chicken im Star Rise Restaurant. (ein absoluter Geheimtipp, das Preisleistungsverhältnis ist einfach unschlagbar!)

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Wir machen noch unsere Weiterfahrt für den nächsten Tag klar – 4:30 Uhr aufstehen ist wieder angesagt (wenigstens nicht für die Sonne!!!) und dann sind wir froh, die Beine ausstrecken zu dürfen.

Eine interessante Information zur Korruption im Lande, die uns doch ziemlich schockiert hat, noch zum Schluss: Die Tempel von Angkor werden vom Staat an einen privaten Mineralölkonzern verpachtet, der die Eintrittsgelder kassiert. Der Staat selbst sieht nur einen geringen Anteil der Einnahmen, die mit geschätzten 6 Mio. Besuchern pro Jahr und Eintrittspreisen von durchschnittlich 30 bis 40 USD pro Besucher die Volkswirtschaft mit Sicherheit immens ankurbeln könnten. Mit der Instandhaltung/Restaurierung der Tempelanlagen hat der Konzern hingegen nichts am Hut, das wird in erster Linie von ausländischen Programmen finanziert… (wir haben alleine 3 Schilder mit „sponsored by Germany“ gesehen)

Angkor – Teil 1

Entgegen der meisten anderen Touristen haben wir uns entschieden, das Unesco Weltkulturerbe mittels Fahrrad zu erforschen. Nach kurzem Zögern fällt unsere Wahl dann doch auf die mit 3 $ pro Bike angebotenen Mountainbikes. Eine Entscheidung, die sich bereits nach wenigen Metern als eine der besten unserer bisherigen Reise herausstellt. Die einfache Strecke bis zu den Tempeln beträgt allein schon 8 Kilometer, was mit den billigen Klapprädern wahrscheinlich allein schon eine richtige Tortur gewesen wäre.

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Wir kaufen ein 3-Tagesticket für 40 $ pro Person für die Tempel, das wir an 3 beliebigen Tagen innerhalb einer Woche einlösen können. Aufgemerkt: die Ticketschalter hier nehmen KEINE Kreditkarten! Verdammt, jetzt haben wir nur noch knapp 20 $ für den ganzen Tag dabei.

Unser Tempelerkundungsplan sieht zunächst vor, die kleineren Nebentempel in Angriff zu nehmen, bevor wir uns auf die großen Attraktionen stürzen. Also radeln wir heute erstmal den großen Rundweg, der uns zu den Tempeln Sra Srang, Leak Neang, östlicher Mebon, Krol Ko und Preah Khan führt. Die Runde ist etwa 20 Kilometer lang, was aufgrund der Temperaturen zwischen 35 und 38 Grad eine echte Herausforderung ist. So viel können wir gar nicht trinken, wie wir wieder ausschwitzen. Ich kann nur nochmal betonen, die Entscheidung mit den Mountainbikes war die Beste, die wir treffen konnten!

An den einzelnen Tempeln kraxeln, erforschen und bestaunen wir alles, was der jeweilige Tempel zu bieten hat. Jeder von ihnen hat seinen Reiz für uns, so dass wir uns jedes Mal aufs Neue wieder losreißen müssen. Irgendwann geht aber dann doch nix mehr…