Kanchanaburi – mehr als nur ein Zwischenstop

Nach längerem Hin- und Herüberlegen haben wir uns entschieden von Bangkok aus in nordöstliche Richtung nach Kanchanaburi aufzubrechen. Die Stadt mit rund 54.000 Einwohnern liegt etwa 130 km von Thailands Hauptstadt entfernt und ist per Bus oder per Bahn zu erreichen. Wir versuchen, den günstigsten Transfer zu finden, scheitern aber dann daran, dass der Bahnhof, an dem der Zug abfährt etwa 20 Taximinuten entfernt ist und wir den Zugplan nicht checken können. Wir buchen also doch den Minibus für umgerechnet rund 6 Euro pro Person, was für thailändische Verhältnisse schon nicht so günstig ist. Pickup am Hostel ist wieder um 7:00 Uhr, also heißt es erneut um 06:00 Uhr aufstehen. Hoffentlich wird das nicht zur Gewohnheit auf unserer Reise… Selbstverständlich kommt der Bus wieder mit einer ordentlichen Verspätung – etwa 45 Minuten und er ist natürlich bis auf den letzten Platz gebucht. Innerhalb von rund 2 Stunden sind wir dann in Kanchanaburi.

Wir suchen uns ein nettes Hostel mit Pool und starten auch gleich los zur Brücke am Kwai, das Wahrzeichen der Stadt. Da der Thai meint, „you can walk“ marschieren wir mal los – kann ja wohl nicht so weit sein. Wir sind dann einigermaßen überrascht, dass wir doch ca. 30 Minuten laufen, bevor wir endlich ankommen. Haben wir den Thai an sich wohl in seiner Gehfreude unterschätzt. :-)

Die Brücke wurde im Jahre 1943 von Tausenden von Kriegsgefangenen unter Aufsicht der japanischen Armee erbaut. Während dem 2. Weltkrieg diente sie als logistische Verbindung zwischen Burma und Thailand. Während der Kriegszeiten war sie Ziel zahlreicher Bombardements Alliierter Truppen und wurde mehrfach vollständig zerstört. Erst nach dem Krieg wurde sie originalgetreu wieder aufgebaut. Heute kann man noch eine Teilstrecke der Todesbahn von Kanchanaburi bis Nam Tok fahren.

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Wie wir feststellen, inzwischen ein wahrer Touristenmagnet, überall interessierte Gesichter. Als der Zug einfährt verlässt niemand die Brücke, es gibt extra kleine Ausbuchtungen, auf denen man stehen kann, wenn der Zug kommt. Also, wir mittendrin.  Gemächlich tuckelt die Bahn über die Brücke und wir folgen ihr. Auf der anderen Seite des Flusses Kwai befindet sich eine Tempelanlage. Na, wenn wir schon mal da sind, dann schauen wir uns die doch auch gleich an. Das Bild, das sich uns bietet, verwirrt uns. Befinden wir uns hier in Thailand oder in China? Der Tempel hat wirklich gar nichts mit den typischen thailändischen Tempeln zu tun und auch die Schriftzeichen sind, wenn ich eins mit Gewissheit sagen kann, auf keinen Fall thailändisch. Komisch, aber interessant!

Zurück wollen wir dann nicht nochmal marschieren und fahren spontan in einem Rollerbeiwagen mit. Witzig, mit was man hier die Leute alles rumkutschiert. Wenige Augenblicke später sitzen wir schon bei leckerem Thaifood, bevor wir den Luxus unseres Hostelpools genießen. Am Abend marschieren wir nochmal in die City und stellen überrascht fest, dass Kanchanaburi gar nicht so verschlafen ist. In unserer Straße reiht sich eine Bar an die nächste und Musik ertönt aus allen Ecken. Also, ab ins Getümmel…

Am zweiten Tag unseres Aufenthalts in Kanchanaburi haben wir uns für eine Fahrt mit dem etwas schäbigen Localbus zum 60 km entfernten Erawan Nationalpark entschieden. Wir nehmen den Bus um 9:00 Uhr, der im äußerst gemütlichen Tempo dahintuckelt.

Wir wollen gleich mit unserem ersten kleinen Trail anfangen und nehmen entgegen den anderen Parkbesuchern die Abzweigung nach links. Der Wanderweg ist zwar recht unspektakulär, aber überall sind kleine Wasserfälle, was wir doch ganz cool finden. Nach etwa 45 Minuten durch den Dschungel kreuzen sich der Trail und der Hauptweg und wir kommen bei Level 4 des Wasserfalls an. Hier ist es echt super, man kann im Wasser baden, eine natürliche Rutsche hinunterflitzen und einfach relaxen. Die weiteren Levels der Wasserfälle sind nicht weniger spektakulär. Wir sind beide schwer begeistert. Neben der Bademöglichkeit müssen wir wandern, kraxeln und balancieren.

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Erst kurz vor dem letzten Level, nämlich Nummer 7 muss ich leider aufgeben, weil es hier ziemlich rutschig ist und ich in meiner angeborenen Tollpatschigkeit ein bisschen Angst habe, auf den nassen Felsen den Halt zu verlieren und mitsamt meiner kompletten Kameraausrüstung ins Wasser zu plumpsen. Das nervt mich schon sehr, aber gut, der Schaden wärs jetzt nicht wert gewesen. Hank wandert noch alleine bis ganz hoch, bevor wir dann wieder zurück kraxeln.

Kurz bevor wir beim Bus ankommen, kommt das, wovor ich die ganze Zeit am meisten Angst gehabt habe: wir erblicken eine Monsterspinne! Na toll, das geht ja gut los – wir sind ja grad mal 4 Tage unterwegs. Wenigstens hängt sie in ihrem Netz fest, so dass ich sie mir auch anschauen kann, ohne in Panik verfallen zu müssen. ;-)

Insgesamt sind wir wirklich froh, dass wir diesen Abstecher gemacht haben, denn ohne es zu merken sind wir hier gut 4 bis 5 Stunden auf Erkundungstour gewesen. Man sollte hier auf jeden Fall einen Stop in dieser Länge einplanen, weil es einfach schön ist und hinter jeder Abzweigung neue Wasserfälle warten. Am Anfang erinnert der Park ein wenig an Agua Azul in Mexiko, aber sobald man mal die Tagesausflügler, die es gerade mal bis zu Level 1 schaffen, hinter sich gelassen hat, ist es wirklich nur noch beeindruckend.

Wir sind fast ein bisschen traurig, dass wir „schon“ wieder fahren müssen, aber der letzte Bus in die Stadt geht bereits um 16 Uhr. Zurück in der Stadt lassen wir uns von einem Song Thaew am Nightmarket absetzen. Wir schlendern einmal durch, aber nachdem es hier auch nicht üblich is,t den Preis zu verhandeln, macht es hier auch nicht so wirklich Spaß und wir kehren in unsere Unterkunft zurück.

4 comments on “Kanchanaburi – mehr als nur ein Zwischenstop

  1. Hallo ihr zwei,
    kurze Info
    die rote Frucht (Foto Bangkok) ist eine Pitahaya, gibts in rot und gelb. Man löffelt das Fruchtfleisch aus. Scheckt lecker und ist sehr gesund. Haben einen hohen Gehalt
    an Mineralstoffen.
    lg
    Linda

    1. Hallo Linda,
      aha, wieder was gelernt – gut dass wir Dich haben! :-) Dann sollten wir das nächste Mal doch wirklich eine probieren.
      Liebe Grüße
      (auch an Toni und Jack :-) )

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