Thailand – eine Zwischenbilanz

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Es gibt einige spannende Fakten zu unserem Aufenthalt in Thailand, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

1. Zunächst natürlich das Wichtigste: der Kassensturz

Die Währung in Thailand ist Baht. Wir haben sie zu einem Wechselkurs von 43,91 Baht pro EUR gekauft.

Insgesamt waren wir 22 Tage in Thailand und haben insgesamt 37.536 Baht (= 854,84 EUR) ausgegeben. Das macht 18.768 Baht (= 427,42 EUR) EUR für jeden von uns.

Die Ausgaben unterteilen sich wie folgt:

11.500 Baht (= 261,09 EUR) für Unterkünfte

10.652 Baht (= 242,59 EUR) EUR für Verpflegung

5.812 Baht (= 132,36 EUR) EUR für Transport

6.098 Baht (= 138,88 EUR) EUR für Ausflüge

3.474 Baht (= 79,12 EUR) EUR für sonstiges

Wir kommen auf ein durchschnittliches Tagesbudget von 1706,18 Baht (= 38,86 EUR) EUR. Also pro Person 853,09 Baht (= 19,43 EUR) EUR.

Da wir mit einem Tagesbudget von 30 Euro pro Person kalkuliert haben, liegen wir bislang ganz gut in unserer Finanzplanung.

2. Spannend ist auch die Auswertung unseres Transportes

Wir haben in Thailand folgende Fortbewegungsmittel benutzt:

Transit am Flughafen, Skytrain, Taxi, Minibus, James Bond Boat, Rollerbeiwagen, Localbus, Song Thaew, Fahrrad, Ladefläche von Pick-Up, Longtailboat, Fahrradrikscha, Zug, Tuk Tuk, Roller, VIP-Bus, Aufstiegsfläche vom Song Thaew, Fähre, Auto und natürlich zu Fuß.

Wir haben im Land eine Gesamtstrecke von 2.568 km zurückgelegt, davon insgesamt 2.093 km mit Bus, 330 km mit Zug und 145 km sind wir selbst mit dem Roller gefahren. Sämtliche Kurzstreckenfahrten sind hierin der Einfachheit halber nicht erfasst.

Wir haben insgesamt 42 Stunden und 42 Minuten im Bus verbracht und 5 Stunden und 47 Minuten auf den Bus gewartet. Außerdem haben wir 6 Stunden und 4 Minuten im Zug verbracht und 1 Stunde und 51 Minuten auf den Zug gewartet.

3. Persönliche Auswertungen:

Krankheitstage haben wir bislang bis auf den Hangover in Koh Chang Gott sei Dank beide keine, außer den üblichen Verdauungsproblemen in Asien. Sonnenbrände gab es auch noch keine. Bei den Mückenstichen hat Carina am 2. Tag zu zählen aufgehört. Tränen sind auch noch keine geflossen und es ist bis auf ein Paar Socken von Hank noch kein Gepäckstück abhanden oder kaputt gegangen. Im Bücherlesen sind wir beide beim Zweiten.

4. Zu den Unterkünften gibt es zwar noch eine separate Auswertung, aber hier sind dennoch noch ein paar interessante Fakten:

Wir waren insgesamt in 10 verschiedenen Unterkünften, mussten 6 mal kalt duschen, weil kein Warmwasser vorhanden war und hatten 0 Mal kein W-LAN in unserer Unterkunft.

Beste Unterkunft: Bang Bao Cliff View Cottage, Koh Chang

Schlechteste Unterkunft: Good Luck Guesthouse, Ayutthaya

Teuerste Unterkunft: Bang Bao Cliff View Cottage, Koh Chang

Billigste Unterkunft: Noom Guesthouse, Lopburi

5. Kameraauswertung

Wir haben nach erster Selektierung insgesamt 1908 Fotos gemacht und 10 Videos gedreht.

6. Nahrung

Wir haben uns während unseres Aufenthalts in Thailand ausschließlich von Localfood ernährt. Hier bekommt man für verhältnismäßig wenig Geld wirklich gutes Essen.

Teuerstes Essen: (jeweils 2 Gerichte und 2 Softdrinks) Bangkok: 1x Chicken mit Cashew + 1x Green Curry mit Chicken + 2 Softdrinks = 350 Baht

Billigstes Essen: (jeweils 2 Gerichte und 2 Softdrinks) Tempelanlage von Sukhothai, zentrale Zone: 2x Pad Thai + 2x Softdrink = 100 Baht

Bestes Essen: Massaman Curry im Bang Bao Cliff View Cottage + Paul Peang Restaurant in Kanchanaburi

Schlechtestes Essen: Straßenstand in Bangkok – Hank: fried rice with chicken, Carina: Kokossupp

7. Bierranking

Unserer persönlichen Meinung nach ist die Platzverteilung der lokalen Biersorten folgendermaßen:

  1. Tiger Bier (sehr süffig und sehr gut im Geschmack, allerdings auch teurer als die anderen)
  2. Chang Bier (die billigste Biersorte, gut im Geschmack, etwas bitterer als Tiger, stärker)
  3. Leo Bier (süffig und gut zu trinken, günstigere Biersorte)
  4. Singha Bier (bitteres Bier, kann man trinken, wenn nichts anderes verfügbar ist)

8. Sonstiges

Während unseres Aufenthaltes hat es 0 Mal geregnet und wir haben keine Extremsituation erlebt. Von dem landesweit ausgerufenen Notstand wegen den Protesten gegen die Regierung haben wir nichts mitbekommen.

Wir haben aus Thailand 9 Blogeinträge veröffentlicht. Während unseres Aufenthaltes haben wir 8 andere Langzeitreisende (länger als 4 Monate unterwegs) getroffen. Wir haben uns den Wecker 0 Mal vor 6 Uhr gestellt.

Unser Gesamtfazit zu Thailand:

Wir sind nunmehr das zweite Mal in Thailand. Wir waren bereits im Jahre 2010 hier, allerdings hatten wir damals ziemliches Pech mit dem Wetter, so dass uns die Route in den Norden verwehrt geblieben ist und wir uns seinerzeit ausschließlich auf den Süden konzentrieren mussten. Diesmal hatten wir weitaus mehr Glück und wir haben unser Hauptaugenmerk auf den Norden gelegt. Der Norden ist völlig anders als der Süden. Während der Süden hauptsächlich von wunderschönen Stränden geprägt ist, ist der Norden wesentlich historischer. Wir haben sehr viele Tempelanlagen besichtigt und eine Zeitreise in die Vergangenheit des Landes gemacht.

Eines kann man aber mit absoluter Gewissheit sagen: Thailand hat wesentlich mehr zu bieten, als die Strände von Ko Samui und Phuket, auf die das Land aufgrund des herrschenden Pauschaltourismus oftmals reduziert wird.

Für uns ist Thailand ein wunderschönes Reiseland, denn hier gibt es unglaublich viel zu sehen und es ist für jeden etwas dabei, die Leute sind freundlich und hilfsbereit, die thailändische Küche ist einfach unglaublich gut und an Aktivitäten mangelt es hier auch nicht.

Koh Chang – what a wonderful place

So, ein Tag Pattaya ist dann auch wirklich genug für uns. Wir haben nur ein Problem: wir haben keinerlei Info wie wir von hier weiterkommen zu unserem nächsten Ziel, Koh Chang. Eine unabhängige Touristeninformation konnten wir leider nicht finden. Es gibt zwar Angebote für die Pauschaltouristen dorthin zu kommen, die sind aber mit 700 Baht doch recht teuer. Wir wollen lieber wieder einen normalen Bus nehmen. Die Dame an unserer Hotelrezeption sagt uns wir sollten einfach zur Hauptstraße gehen und dort einen Bus anhalten. Na gut, versuchen wir das. Zuvor müssen wir aber erst zu besagter Straße marschieren. Auf dieser Strecke fahren leider keine Song Thaews. Wir kommen durch ziemlich verlassene Seitensträßchen, die wohl nie zuvor ein Tourist gesehen hat. Nach etwas über einer schweißtreibenden halben Stunde Marsch kommen wir dann auch an der Autobahn-ähnlichen Hauptstraße an. Wir versuchen unser Glück mit dem Anhalten eines Buses, aber die sind alle recht unbeeindruckt von unseren Handzeichen und brausen einfach vorbei. Soviel zu unserem tollen Plan…

Also lassen wir uns von einem Song Thaew zu der Bushaltestelle mitnehmen, an der wir gestern angekommen sind. Hier wird uns aber verständlich gemacht, dass es keinen Bus gibt der weiterfährt. Komisch, zumindest in die nächste Stadt Rayong müsste man doch gelangen, weil wir das auch gleich von Chiang Mai mit demselben Bus ansteuern hätten können. Naja, hilft wohl nix. Schön langsam macht sich schlechte Laune breit und wir befürchten hier heute gar nicht mehr wegzukommen. Die Fahrer der Motorradtaxis erklären uns dann, dass man nur mit dem Minivan Richtung Koh Chang kommt und sie uns zum Minivan-Bahnhof fahren würden. Ok, versuchen wir das mal. Klappt auch. Für den Minivan zahlen wir dann 400 Baht pro Person. So viel wollten wir zwar nicht für die Fahrt ausgeben, aber mit dem Minivan bloß nach Rayong zu fahren und dort wieder unser Glück mit dem Bus zu versuchen haben wir auch keine große Lust.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt stehen wir dann am Fährterminal Richtung Koh Chang. Schnell ein Ticket für 80 Baht p.P. gekauft und schon sind wir auf der Fähre. Nach der Überfahrt heißt es zur vorgebuchten Unterkunft zu kommen. Leider stellt sich heraus, dass wir von der Anlegestelle ganz im Norden in den südlichsten Zipfel müssen. Wir fragen den nächsten Song Thaew Fahrer nach dem Preis und er nennt ihn uns: 150 Baht p.P.. Das lässt und doch stutzen. Wir überlegen noch wie wir anders weiterkommen könnten, da kommen 3 weitere Backpacker (2 Schweden und 1 in Madrid lebender Rumäne) an. Sie müssen nicht ganz so weit wie wir und sollen „nur“ 100 Baht zahlen. Einer erklärt resolut „I will not pay 100 Baht“. Wir tun uns zusammen und wollen zu fünft einen besseren Preis herausschlagen, aber die Fahrer lassen absolut nicht mit sich verhandeln. Na gut sagen wir uns, marschieren wir mal los und schauen was uns erwartet. Wir kommen auf die Idee per Anhalter zu fahren und es hält auch gleich der erste Einheimische mit einem PickUp an. Wir springen glücklich auf die Ladefläche und die Fahrt geht eine steile Straße hoch. Da hätten wir ja Spaß gehabt mit unseren Rucksäcken!

Doch auf einmal wird hinter uns wild gehupt (noch wilder als hier normal ist). Wir sehen uns um und erblicken ein leeres Song Thaew, das uns hupend und aufblendend verfolgt. Als wir über die Kuppe sind werden wir überholt und der Taxler bremst unseren hilfsbereiten Fahrer voll aus, springt aus seinem Gefährt und rennt zu uns hinter. Wir erklären ihm, dass wir seine Preise nicht zahlen und hier umsonst mitfahren können. Er droht daraufhin mit der Polizei weil er meint wir zahlen unserem Fahrer doch was und der hätte keine Lizenz Leute mitzunehmen. Als ob das hier wirklich jemand interessieren würden. Naja, der unangenehme Geselle bedrängt unseren Fahrer aber immer mehr, woraufhin wir dann von der Ladefläche springen. Wir wollen unserem Helfer ja keine Schwierigkeiten machen. Ins Song Thaew steigen wir aber auch nicht ein. Bei dem sicher nicht! Der Fahrer macht sich dann beleidigt und sauer davon.

Wir warten kurz und halten gleich mal den nächsten PickUp auf. Klappt wieder hervorragend. Wir werden etwas stutzig, da auf der Ladefläche schon 3 Leute sitzen, aber kein Problem, 3 von uns und 5 Rucksäcke haben da locker noch Platz. Die beiden anderen batzen sich mit auf die Rückbank. Und los geht die Fahrt. Diesmal kommen wir ohne Probleme weiter. Naja, bis auf die Tatsache, dass das Auto in einer Haarnadelkurve mal abgesoffen ist und wir schon dachten mit anschieben zu müssen *g* Hat aber auch ohne unsere Unterstützung im zweiten Anlauf geklappt. Nach einigen Kilometern und Serpentinen (zu Fuß wäre das eher anstrengend geworden…) halten wir an einem Supermarkt. Unser Fahrer muss noch kurz einkaufen. Nach wenigen Minuten kommt er wieder raus und drückt jedem von uns 5 eine Dose Cola in die Hand mit den Worten „welcome to Thailand“. Als wir ihm wiederum etwas Trinkgeld zustecken wehrt er sich vehement dagegen und nimmt unser Dankeschön erst nach einiger Überzeugungsarbeit an. Wahnsinnig nett der Mensch. So kommen wir dann irgendwann müde und erschöpft aber um eine tolle Erfahrung reicher in unserer Unterkunft, dem Cliff View Cottage, an und beziehen unseren Bungalow.

Den nächsten Morgen lassen wir gemütlich angehen. Die Gegend hier heißt Bang Bao. Wie wir feststellen ist das eigentlich nicht recht viel mehr, als ein Pier mit Häusern auf Stelzen drangebaut und ein paar Bungalowanlagen. Nachdem wir den Pier einmal auf und ab gelaufen sind leihen wir uns mal wieder einen Roller aus, um mehr von der Insel zu sehen. Mir ist zwar etwas mulmig zumute, da die Straßen hier doch ziemlich steil und kurvig sind, aber bei den Erfahrungen mit den hiesigen Taxlern haben wir quasi gar keine andere Wahl. Erster Halt ist der Lonely Beach. So richtig lonely ist man da zwar nicht, aber es ist ein wirklich schöner Strand. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und plantschen ein wenig im angenehm warmen Meer. Hach, so lässt sichs leben!

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Dann geht es wieder auf die Straße in Richtung eines – Überraschung! – Wasserfalls. Unterwegs halten wir noch kurz an einem Viewpoint, von dem man einen herrlichen Blick auf ein paar kleinere vorgelagerte Inseln hat. Bei den Wasserfällen stehen wir aber wiedermal an einer Kasse und man will von uns 200 Baht p.P.. Da wir im Grunde ja schon genug Wasserfälle gesehen haben und das hier sicher kein must-see ist drehen wir wieder um. Da erforschen wir doch lieber noch einen anderen Strand. Wir landen an einem Strandabschnitt, der sich Armari nennt und staunen sehr: hier siehts ja noch toller aus als an dem Strand vorhin. Und weniger Leute sind hier auch. Wir lassen uns nicht zweimal bitten und machen es uns auf einer Liegefläche gemütlich.

Bevor wir nach Bang Bao zurückkehren machen wir es uns noch mal Lonely Beach gemütlich. Als wir dann noch kurz zum nächsten Supermarkt gehen, treffen wir das schwedische Pärchen von gestern wieder. Die hatten nichts vorgebucht und wollten hier gestern Abend noch was finden. Aber auch nach 3 Stunden Suche hat sich nichts gefunden. Sie waren schon total verzweifelt, da hat ihnen die Besitzerin eines Internet-Cafes angeboten, dass sie bei ihr am Boden schlafen könnten. Dusel ghabt.

Zurück im Cliff View, gehen wir dann Richtung des im Namen erwähnten Cliffs, schnappen uns dort zwei Hängematten und erwarten den Sonnenuntergang. Der fällt aber leider mal wieder aus, da die Sonne in einer Dunstwolke verschwindet. Wir sind etwas enttäuscht und überlegen gerade was wir noch mit dem Abend anfangen sollen, da hören wir hinter uns „bringst de zwoa Bia mit viara“. Wir müssen beide lachen, da es doch etwas absurd ist hier am anderen Ende der Welt genau den Dialekt aus der Heimat zu hören. Wir sich herausstellt haben sich hier heute zwei Mühldorfer Geschwister einquartiert. Kurzerhand kommen wir ins Ratschen, gehen dann mit den beiden Essen und kehren dann zusammen mit ein paar Bierchen zum Cliff zurück…

So fällt uns das frühe Aufstehen am nächsten Morgen dann doch etwas schwer. Wir haben noch einiges vor in der Früh: ich muss den Roller zurückbringen, den heute geplanten Schnorcheltrip buchen und wir wollen in einen günstigeren Bungalow wechseln. Nach kleinen Startschwierigkeiten klappt aber alles. Gegen 9 sitzen wir dann auf unserem Ausflugsboot. Das Boot ist doch etwas größer, als es auf dem Prospekt ausgesehen hat. Schade, mit weniger Leuten sind solche Ausflüge ja eigentlich immer besser. Naja, hilft ja nichts. Kurze Zeit später schippern wir dann auch los. Als wir beim Austeilen der Schnorchel-Ausrüstung keine Flossen bekommen wundern wir uns etwas. Ohne die kommt man ja nicht wirklich gut voran. Also frage ich nach und man erklärt uns die könne man für 100 Baht extra mieten. Also das stößt uns dann doch etwas sauer auf. Wir sind der Meinung Flossen gehören zur Standardausrüstung beim Schnorcheln. Interessiert nur keinen. Zähneknirschend drücken wir also noch mal 200 Baht ab. Naja, so what…

Nach ca. 90 minütiger Fahrt sind wir beim ersten Schnorchelpunkt angekommen. Leider sind hier außer unserem Boot noch 2 andere, es geht also gut zu im Wasser. Aber wir halten uns am Rand des ganzen Trubels und haben so einigermaßen unsere Ruhe beim Beobachten der Unterwasserwelt. Es gibt einiges zu sehen und ich tauche immer wieder nach unten, um näher an alles ranzukommen. Da haben sich die 100 extra Baht für die Flossen auf jeden Fall gelohnt. Nach etwa einer Stunde müssen wir wieder an Bord und bekommen auch gleich das Mittagessen serviert. Bzw. stellen wir uns an der Schlange vorm Buffet an. Die Stärkung kommt genau richtig. Kurze Zeit später wird der Anker vor dem Strand einer kleinen Insel geworfen und wir können hinüberschwimmen und ein wenig relaxen. Danach kommen noch zwei 45-minütige Schnorchel-Stopps die ich gute ausnutze und viele Fotos mit unserer Unterwasserkamera schieße. Schon steht die Rückfahrt an. Unterwegs sehen wir ein paar Fische aus dem Wasser springen. Doch sie tauchen nicht gleich wieder in die Fluten ein wie es sich für Fische eigentlich gehört, sondern segeln lieber eine große Strecke über die Wasseroberfläche. Nein, kein Scherz und Sonnenstich hab ich auch keinen! Diese fliegenden Fische gibt’s wirklich. Da der Tag dann doch eher anstrengend war sieht das Abendprogramm so aus: Carina pennt um 8 weg und ich lese noch etwas.

Am nächsten Morgen drängelt Carina dann zum Aufbruch, sie will weiter nach Kambodscha. Hm, so recht Lust dazu habe ich nicht und hier gefällts mir ganz gut. Ich kann sie davon überzeugen, dass wir noch einen Tag bleiben und einfach nichts tun. Nichts tun heißt in diesem Fall natürlich Strand ;-) Also marschieren wir Richtung des nächsten Strandes. Als wir an einem Wegweiser was von 3 km lesen verlieren wir aber die Lust zu wandern. Kurzerhand probieren wir es wieder per Anhalter und werden auch nach wenigen Versuchen mitgenommen. So waten wir nach wenigen Minuten durch die Brandung am Bang Bao Beach. Der Strand gefällt uns auch ziemlich gut: es ist nicht so viel los und sieht einfach traumhaft aus hier. Gut, dass wir nicht schon weiter sind. Während Carina sich dann eine einstündige Thai-Massage gönnt schwimme ich ein wenig und erkunde den Strand.

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Gegen Mittag hungerts uns und wir machen uns zurück auf den Weg Richtung Pier. Waren dann doch keine 3 km, das schaffen wir locker zu Fuß. Unterwegs kommen wir an einer sehr gemütlich aussehenden Strandbar vorbei. Hier gefällts uns so gut, dass wir den restlichen Nachmittag mit ein paar Fruit-Shakes hier rumbringen.

Als wir dann schließlich zurück im Cliff View sind treffen wir die beiden Mühldorfer wieder. Sie wollen heute am Cliff grillen. Es kommen noch zwei weitere Freuden von ihnen, auch aus Mühldorf. Außerdem sind noch zwei Kalifornier von hier mit dabei. Wir haben zwar schon gegessen, aber auf das ein oder andere Bierchen gesellen wir uns gerne dazu. Es wird ein super Abend und sehr spät. Der gegrillte Fisch hat auch sehr gut ausgesehen. So machen wir mit den 4 aus das Ganze morgen zu wiederholen. Das ist doch ein guter Grund noch einen Tag dranzuhängen!

Tja, was soll ich sagen, das waren dann wohl doch ein paar Bierchen zu viel gestern bzw. der Whisky, der irgendwann dazugekommen ist hat mir wohl das Kreuz gebrochen. Mir geht’s gar nicht gut. Oje… Naja, ich verbringe dann so ziemlich den ganzen Tag im Bungalow. Carina kehrt alleine zu der Strandbar von gestern zurück, dort trifft sie dann auch glatt auf unsere 4 neuen Freunde. Sie gehen dann noch zusammen einkaufen für unser heutiges Grillen. Zum Glück bin ich am frühen Abend wieder so weit hergestellt, dass ich daran teilnehmen kann :-D Wir bereiten alle zusammen das Seefood-Buffet vor: es gibt kleine Shrimps, Muscheln, Tintenfisch, einen White Snapper im Bananenblatt und noch für jeden einen riesigen Tiger-Prawn. Und noch ein wenig Grünzeug als Deko *g*

Als dann alles zubereitet ist schlemmen wir zusammen und sind alle schwer begeistert! An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Lisa unsere Chef-Köchin! :-)

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Nach dem Wahnsinns-Essen sitzen wir noch ein wenig zusammen und plaudern bis es Abschied nehmen heißt. Morgen müssen wir wirklich weiter.

Pai to Pattaya via Chiang Mai

Unser Localbus zurück nach Chiang Mai geht um 8:00 Uhr, d. h. 6:00 Uhr aufstehen ist angesagt. Leider ist es um diese Herrgottsfrühe in Pai noch arschkalt. Wir haben einen 2 Kilometermarsch mit unserem Gepäck vor uns, um den Bus zu bekommen. Dick eingepackt machen wir uns auf den Weg.

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Unterwegs werden wir von ein paar Thaikids aufgehalten, sie wollen ein Foto mit uns machen. Offensichtlich ist es für sie unverständlich, wie man bei diesen Temperaturen, diese Uhrzeit und mit dem vollgepackten Rucksäcken schon so weit marschieren kann… Wir verstehen selbst nicht, warum wir das machen. Leider haben wir auch nicht bedacht, dass es im Bus ja genauso kalt sein wird. Naja, jetzt ist es zu spät.

Pünktlich um 8:00 Uhr fahren wir los. Wir fahren vielleicht 5 Kilometer bis der Busfahrer anhält und uns erklärt, dass er ein technisches Problem mit der Lenkung hat. Wir und die 9 anderen Insassen im Bus denken uns, dass wir gleich von einem anderen Bus aufgesammelt werden, aber falsch gedacht. Der Busfahrer telefoniert kurz mit irgendjemand und dann setzen wir unsere Fahrt fort. Hach, das ist ein beruhigendes Gefühl und genau das, was man hören will, wenn man weiß, dass der Bus, der in Deutschland maximal einen Platz im Deutschen Museum als Kriegsantiquität bekommen würde, eine defekte Lenkung hat und eine ca. 80 Kilometer lange Serpentinenfahrt über die Berge ansteht. Da kommt Freude auf!! Wir werden nach links und nach rechts geschleudert, die Sitzflächen der freien Plätze fliegen durch den Bus, aber am Ende kommen wir Gott sei Dank heil in Chiang Mai an. Dort stehen wir vor unserem nächsten Problem: was nun? Je mehr wir in den Norden kommen, desto kälter wird es. In Laos liegen die Temperaturen in der Nacht zwischen 10 und 15 Grad. Das gefällt uns nicht gerade. Wir ändern schließlich unseren Kurs und wollen das Feld wieder von unten anrollen. In den Süden solls gehen, von wo aus, wir uns dann über Kambodscha wieder in den Norden durchschlagen wollen.

Nach eingehenden Recherchen buchen wir ein VIP-Busticket für den Nachtbus nach Pattaya. Unglücklicherweise haben wir dazu keinerlei Informationen, aber laut der Dame am Schalter gibt’s da einen Strand. Na dann, denken wir uns, wird’s schon passen. Es ist immerhin die günstigste Option um in den Süden zu kommen, ohne über Bangkok zu stolpern, was aufgrund des von der Regierung ausgesprochenen Notstandes wahrscheinlich besser zu vermeiden ist.

Da der Bus allerdings erst am Abend geht, fahren wir nochmal in die City von Chiang Mai und schlendern ein bisschen umher. Es gibt ja noch einige Wats zu erkunden. J Gleich am ersten werden wir von einem Mönch mit einem langen Leben gesegnet. Er bindet uns Bändchen um den Arm, vergießt Weihwasser über unseren Köpfen und spricht ein Gebet für uns.

Wir marschieren noch ein bisschen durch die Märkte, bis wir schließlich surfenderweise auf der Einstiegsfläche eines total überfüllten Song Tahew wieder zurück zur Busstation gebracht werden.

Die Fahrt mit dem Nightbus ist wirklich komfortabel. Wir haben sehr viel Beinfreiheit und können eigentlich fast die ganze Zeit schlafen.

 Um 6:30 Uhr kommen wir schließlich in Pattaya an. Leider haben wir weder einen Plan noch ein Ziel, noch sonst irgendwelche Informationen zur Stadt, so dass wir unsere Taktik ändern müssen. Wir gehen in das nächstgelegene Hotel, täuschen Interesse für ein Zimmer vor und erhaschen sodann einen Stadtplan. Hui, das ist ja riesig. Mit einem Song Tahew fahren wir in die Beach Road. Was uns dort erwartet, lässt uns erahnen, warum der Lonely Planet Pattaya mit keinem Wort erwähnt hat. Man könnte meinen, wir sind in Osteuropa gelandet und nicht in Thailand, hier kommt man wohl mit Russisch weiter als mit Englisch. Im Übrigen ist Pattaya wohl bekannt für seine Lady Boys und sein Rotlichtmilieu. Heidanei, wo sind wir denn da gelandet? Dennoch brauchen wir erstmal eine Unterkunft, denn nach der langen Reise bis hierher, wollen wir zumindest eine Nacht bleiben. In einem Internetcafe buchen wir eine „günstige“ Unterkunft. Bei Ankunft genießen wir erstmal den Pool, bevor wir uns schließlich in das lebhafte Treiben stürzen.

Unfassbar, was hier los ist. Selbst Cancun wirkt da noch einladender als Pattaya. Am Strand, eigentlich nur eine 5 Meter breite Sandfläche, die sich über mehrere Kilometer erstreckt und von einem Hotelbunker neben dem nächsten beherrscht wird, reiht sich ein Sonnenschirm anden anderen. Überall extreme Weißhäuter und Bierbauchträger, die in der Sonne bruzeln.

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Eines kann man wohl mit Gewissheit sagen, Pattaya kann man ohne Weiteres auf seiner Reise auslassen. Wir fühlen uns hier gänzlich fehl am Platz. Einzig das Beobachten der umherirrenden Pauschaltouristen ist kurzweilig. So schlendern wir plan- und ziellos – wohl unser neues Motto – umher und kommen durch Gassen, in den ein Ladyboy neben dem nächsten wartet. Wir beschließen, zunächst wieder in unsere Unterkunft zurück zu kehren und uns am Abend nochmal in das bunte Treiben zu mischen. Was uns da erwartet ist eine Mischung aus Reeperbahn, Ballermann und Moskau. Die Preise hier sind entsprechend. Gott sei Dank gibt es 7/eleven-Supermärkte an allen Ecken,  so dass wir unser Tagesbudget nicht mit überteuertem Bier übersteigen müssen. :-)

Pai

Wieder mal brechen wir unsere Zelte ab und marschieren vollgepackt los. Mit dem Song Thaew geht es zum Busbahnhof, von dort wollen wir weiter nach Pai. Das soll ein ziemlich relaxtes Örtchen in den Bergen sein. Leider kommen wir 15 Minuten zu spät, der Bus ist gerade weg. Und der nächste ist inzwischen schon voll gebucht. Also heißt es 1 ½ Stunden warten. Die Wartezeit nutzen wir dann, um im nächsten Cafe mit kostenlosem WiFi in Pai gleich eine Unterkunft zu buchen. Wenn das wirklich so ein kleiner Ort ist wollen wir nicht auf der Straße stehen.

Bald geht es in einer alten Klapperkiste von Bus los. Alle Plätze sind voll besetzt und im Gang stehen Rucksäcke. Sogar ich mit meinen 1.72 m Größe gehe mit den Knien am Vordersitz an. Beinfreiheit nicht vorhanden. Und das für die nächsten vier Stunden. Die Serpentinen nach Pai sollen es in sich haben – sogar Kotztüten wurden in einem Bericht im Internet erwähnt. Ich bin gespannt. Letztendlich ist die Fahrt aber dann halb so schlimm und wir kommen gut an. In Pai heißt es dann vom Busbahnhof zur Unterkunft marschieren. Wie sich herausstellt habe ich eines der am weitesten entfernten Guesthouses ausgesucht. Aber wir sinds ja gewohnt unseren Rucksack weiter zu tragen…

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Als wir im Misty View Guesthouse ankommen sind wir dann aber doch froh unser Gepäck endlich los zu werden. Der Besitzer erwartet uns schon. Nachdem wir uns in unserem kleinen Bungalow häuslich eingerichtet haben geht es wieder zurück in die Stadt. Netterweise fährt uns der Bruder des Besitzers mit dem Roller. Zu dritt auf einem Roller ist hier ja nichts Ungewöhnliches und geht problemlos. Hier gibt es eine Fußgängerzone, die sich ganz auf die Bedürfnisse von uns Touris spezialisiert hat: Souvenirstände, Lokale, Bars, Reisebüros und Garküchen reihen sich aneinander. Und es geht hier schon gut zu. Laut Reiseführer hat Pai 2000 Einwohner. Ich habe das Gefühl hier sind noch mal genauso viele Touris unterwegs! Aber das Flair und die Stimmung sind hier sehr schön und es gefällt uns durch die Straße zu schlendern und den ein oder anderen Stand zu inspizieren. Lediglich die Temperatur ist nicht so optimal, es ist hier abends doch ziemlich frisch. Als wir dann genug haben leihen wir uns gleich noch einen Roller für die nächsten 24 Stunden aus.

Am nächsten Morgen ist es dann noch kälter. Und da der Bungalow natürlich keine richtigen Fenster hat ist es auch hier drin ziemlich kalt. Wir wollen eigentlich gar nicht unter unserer Decke hervorkommen. Aber muss wohl sein. Und ich muss an ein Fach meines Rucksacks, das eigentlich nicht so schnell wieder geöffnet werden sollte: das Jackenfach! Echt frustrierend. Naja, um uns etwas aufzuwärmen düsen wir in die Stadt zum Frühstücken. Danach packen wir unsere Rucksäcke für die Rollertour um Pai. Laut Wetterbericht wird es ab 11 wieder wärmer und soll gegen 1 dann schon 26 Grad haben (jetzt sind es ca. 12 Grad). Wir hoffen das stimmt so.

Erster Stopp ist der nahe gelegene Tempel am Berg Wat Phra That Mae Yen. Vom Parkplatz aus führt ein unbefestigter Weg steil bergauf zu einem Großen Buddha, der über das Tal blickt. Die Aussicht von dort oben ist auch wirklich gut. Einziges Manko ist, dass die Berge immer noch in einem ziemlichen Dunst hängen und man sie mehr erahnen als sehen kann. Trotzdem schön. Weiter geht die Rollerfahrt Richtung der hiesigen heißen Quellen. Unterwegs kommen uns dann mal wieder Elefanten entgegen und wir halten kurz darauf an einem der Elefanten-Camps. Eigentlich mag ich sowas ja nicht wirklich, aber ich möchte dann doch mal näher an die Dickhäuter ran und kaufe einen Strauß Bananen, um sie zu füttern. Der Elefant weiß genau was jetzt kommt und greift mir auch schon mit seinem Rüssel entgegen. Und schwups ist die erst Banane auch schon weg. Zum Glück habe ich noch einige und kann das Spielchen noch ein paar Mal wiederholen. Die letzte Banane will ich unter zwei Elefanten aufteilen, was dem einen gar nicht recht ist, er will sie lieber ganz haben. So bin ich gleich mal von einem Rüssel eingewickelt als er versucht dranzukommen – und von oben bis unten voll Elefantensabber!

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Kurz darauf stehen wir am Eingang zu den Hot Springs. Leider ist der Eintritt von 200 Baht für Ausländer dann doch recht hoch und wir entschließen uns weiterzufahren. Somit kommen wir zur Memorial Bridge, die über ein sehr schönes Flusstal führt. Nachdem wir den Ausblick in uns aufgenommen haben heißt der nächste Stopp Pai Canyon. Inzwischen wird es auch wirklich schon recht warm und wir müssen erst mal Klamotten wechseln. Im Canyon gibt es einige Wanderwege. Wir marschieren ein wenig herum und enden 2 3 mal vor recht abenteuerlichen Wegen, wo man mehr kraxeln als gehen muss. Dafür sind Carinas Chucks dann leider nicht so geeignet. Also geht es weiter Richtung Pambok Wasserfall. Der Weg dahin zieht sich ganz schön und ist ziemlich holprig. Wir fragen uns schon ob wir wirklich richtig sind, kommen dann aber doch an einem verlassenen Parkplatz mit Wegweiser zum Wasserfall an. Der kurze Weg zu der Attraktion ist schnell zurückgelegt und wir haben sie ganz für uns allein. Schön. Als wir uns dann auf den Rückweg machen kommen uns immer wieder Leute entgegen und der vorhin noch leere Parkplatz ist inzwischen gut mit Rollern vollgeparkt. Sind wir gerade noch rechtzeitig gekommen.

Jetzt geht es zurück nach Pai, um eine kleine Stärkung einzunehmen. Wie immer gibt es gutes Thai-Food. Danach fahren wir weiter zum nächsten Wasserfall, dem Mo Paeng Fall. Hier ist es ziemlich voll und es tummeln sich einige Leute vor dem Wasserfall. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und entspannen ein wenig. Als die Sonne weg ist machen wir uns auf den Weg zu dem Tempel am Berg den wir in der früh schon besucht haben. Von dort wollen wir den Sonnenuntergang beobachten. Auf die Idee sind noch mehrere Leute gekommen und so teilen wir uns die Aussicht mit einigen anderen. Der Sonnenuntergang ist dann aber leider wenig spektakulär und wir ziehen etwas enttäuscht wieder ab.

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Abends schlendern wir dann noch mal durch die Fussgängerzone und denken darüber nach, ob wir noch einen Tag hierbleiben sollen oder wieder zurück Richtung Chiang Mai fahren. Es ist hier zwar schon recht schön und entspannt, aber die Temperaturen morgens und abends sagen uns einfach überhaupt nicht zu. So beschließen wir Pai wieder zu verlassen und organisieren uns auch gleich ein Busticket für morgen um 8 Uhr.

Chiang Mai – Touristenhochburg des Nordens

Nach längerem Hin- und Herüberlegen wohin die weitere Reise gehen soll fällt unsere Entscheidung auf Chiang Mai. Hauptsächlich eigentlich deshalb, weil ich meine Bedenken hinsichtlich Hank’s Vorschlag nach Umphang zu fahren, habe. Das wäre ein Abstecher ins absolut Ungewisse gewesen, weil das abseits jeglicher Touristenrouten liegt. Grundsätzlich wäre die Idee ja wirklich super gewesen, aber so gar nicht zu wissen, wie und wo, das ist dann auch mir zu crazy. Also landen wir nach rund 5 Stunden Busfahrt in Chiang Mai. Leider kommen wir dort aber relativ spät erst an. Bis wir in der Innenstadt sind, ist es bereits 16:30 Uhr und es ist Samstag. Wir haben auch noch keine Unterkunft. Die Suche gestaltet sich unerwartet schwierig, da viele Guesthouses bereits ausgebucht sind. Völlig ausgehungert machen wir erstmal einen Essensstop und landen zufällig in einem äußerst gemütlichen kleinen Lokal, namens Salad plus, dass wir in den kommenden Tagen permanent aufsuchen werden. Hank marschiert danach schließlich alleine los, um uns eine Übernachtungsmöglichkeit zu beschaffen. Am Ende landen wir im Sumit Hotel, das für 350 Baht (umgerechnet rund 7,75 EUR) auch wirklich günstig ist. Allerdings hat unser Zimmer ungefähr so viel Flair und Gemütlichkeit wie ein Krankenhauszimmer, aber das ist uns egal, die Matratze ist weich, es gibt eine heiße Dusche und kostenloses WiFi. Für unser mittlerweile angeeignetes Anspruchsdenken mehr als genug…

Nach dem Einchecken marschieren wir mal los, um die Gegend zu erkunden. Man merkt deutlich, dass Chiang Mai eine Touristenhochburg ist. Die Preise sind höher, die Auswahl an Lokalen ist vielfältiger und auch die Modebranche ist hier eindeutig mehr vertreten als in anderen Ecken Thailands. Laut unserem Reiseführer bietet Chiang Mai für jegliche Aktivitäten ausreichend Möglichkeiten, das klingt vielversprechend. Einzig das Überangebot macht es einem nicht gerade leicht, sich zu entscheiden. Für den ersten Tag reicht uns aber ein Spaziergang durch die Gässchen und ein Kneipenbesuch.

Am zweiten Tag wollen wir den ganzen teuren Ausflugsangeboten trotzen und entscheiden uns, die umliegende Landschaft mitsamt eines Rollers zu erkunden. Aus Kostengründen beschränken wir uns darauf, nur einen auszuleihen. Leider haben wir beide keinerlei Erfahrungen dabei, einen Roller mit zwei Personen beladen zu steuern. Da Hank allerdings der vernünftigere Verkehrsteilnehmer von uns beiden ist, fällt die Wahl als Fahrer schnell auf ihn. Die Spuren meines Rollercrashs in Khao Lak vor gut 3 Jahren sind schließlich immer noch sichtbar…

Die Verkehrsregeln für Rollerfahrer in Thailand sind einfach. Es gibt nur eine Regel und die lautet: wo der Roller durchkommt, da kannst Du fahren. Hank hat das Prinzip schnell verstanden und wir schlängeln uns durch den Verkehr, mal links vorbei, mal rechts vorbei, mal genau in der Mitte durch – so fetzen wir an den ganzen Autos vorbei und verlassen die City, hinaus in die Berge.

Erster Stopp ist an einem Wasserfall, bei dem man ein wenig kraxeln kann. Ist zwar nix besonderes, aber trotzdem eine willkommene Abwechslung zu den mittlerweile Überhand gewinnenden Tempelbesichtigungen. Weiter geht’s bergauf. Es stellt sich schnell heraus, dass wir für eine Rollertour in die Berge zu frisch gekleidet sind, da der Fahrtwind zunehmend kälter wird. Ich krall mich hinten an meinen Fahrer fest, wie ein kleines Klammeräffchen, weil mich richtig friert. Schließlich kommen wir an unseren nächsten Stopp. Es ist ein… surprise, surprise… Tempel! Hier wurlt es nur so an Touristen, das ist ja unfassbar und auch wirklich nicht schön. Die einheimischen Kinder werden hier zur Schau gestellt und betteln um jeden einzelnen Baht. Eigentlich ein ziemlich trauriges Bild.

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Im Tempel gibt es eine Nachbildung des Jade-Buddhas in Bangkok, dem meist verehrten und wichtigsten Buddha Thailands. Wir besuchen im Anschluss noch eine Jade-Fabrik, in der der kostbare Rohstoff bearbeitet und geschliffen wird. Der Buddha in der Größe, wie er im Tempel steht, hat, wie wir erfahren, einen unglaublichen Wert. Er sieht in seiner grünen Farbe auch wirklich besonders aus.

Nach einer kurzen Mittagspause setzen wir unsere Fahrt fort und enden in einem Bergdorf der Karen, wahrscheinlich war’s kein authentisches, weil viel zu viele Leute hingekommen sind, aber es wurde zumindest als solches angepriesen. Wir haben uns das auch irgendwie ganz anders vorgestellt. Laut dem Lonely Planet sind die Karen das größte thailändische Bergdorf. Sie leben im Tiefland und bauen Feldfrüchte an. Von allen Bergvölkern haben sie sich am meisten in die thailändische Gesellschaft integriert. Sie sind wirtschaftlich am unabhängigsten und tragen normalerweise grob gewebte, bunte Tuniken. Beim Besuch eines Karendorfes gibt es laut Lonely Planet einige Verhaltensregeln, die man einhalten sollte, da man sonst die sozialen Tabus überschreitet. Man darf beispielsweise nicht flirten. Das wäre nur erlaubt, wenn man vorhat, sein Gegenüber zu heiraten… Wir verhalten uns mal unauffällig, wir wollen ja nicht negativ auffallen.

Nach dem Abstecher in das Bergdorf fahren wir zurück in die Stadt. Allerdings ist das ein langer und kalter Weg. Ich bin unendlich froh, als wir endlich wieder in unserer Unterkunft für einen kurzen Zwischenstopp ankommen. Wir machen uns dann gleich wieder auf den Weg und erkunden den Nightmarket, da dieser hier so besonders sein soll. Von den Angeboten her ist er auf jeden Fall besonders. Ein Essenstand reiht sich an den nächsten und ein Verkaufsstand neben dem anderen. Allerdings könnte es Samstag Mittag am Stachus auch nicht mehr zugehen und das nervt ein bisschen. Wir drehen eine Runde, verfallen den Leckereien und kehren dann erschöpft in unser Krankenhauszimmer zurück…

Mitten in der Nacht werden wir plötzlich von unglaublichen Lärm geweckt. Im Nachbarzimmer sind wohl eine Gruppe Betrunkener in ihr Quartier zurückgekehrt, wovon einer ein eingeschlagenes Gesicht hat. Das ist zwar tragisch, aber dennoch sind wir mehr an unserem Schlaf interessiert als an der Lösung deren Problems, so dass Hank schlaftrunken eingreift und die Meute zum Schweigen bringt. Um 7:30 Uhr heißt es aber dann tatsächlich aufstehen, denn wir werden abgeholt für unseren Ausflug zum Thai Cooking Course. Unsere Gruppe besteht aus 5 Personen. Wir beide, ein Pärchen aus Deutschland und ein Australier, der mit den beiden unterwegs ist. Wie wir später erfahren, sind wir hier die Oldies, denn die anderen 3 sind allesamt frisch von der Schule. Naja, irgendwann musste es ja so kommen… ;-)

Unser Kurs beginnt schließlich mit einem Besuch in einem lokalen Markt. Dort erklärt uns Neung, unsere Lehrerin, die örtlichen Gewürze und verschiedenen Zutaten. Das ist wirklich sehr interessant. Wir sehen, wie die Thais ihre Kokosmilch zubereiten, die wesentlicher Bestandteil vieler Gerichte ist und welche gravierenden Unterschiede es bei den Reissorten gibt. Außerdem lernen wir viele neue Gemüsesorten kennen und erfahren, dass die Thais viel mit Hühnerblut zubereiten. Das ist zwar eine Information, die ich lieber nicht gehabt hätte, aber gehört wohl dazu. In der Fleischerei gibt es sogar ganze Schweinsköpfe und in der Fischecke sind die Fische sogar noch lebendig und winden sich im Halbtrockenen.

Nach dem Abstecher im Markt geht es weiter zu unseren Kochstellen. Jeder von uns darf sich 5 verschiedene Gerichte aussuchen, die wir dann unter der Anleitung von Neung zubereiten. Zunächst eine Suppe, dann machen wir mit dem Mörser unsere eigene Currypaste und das dazugehörige Curry, sowie fried Chicken with Cashew Nuts (eines unserer liebsten Gerichte). Es schmeckt alles zusammen wirklich unglaublich gut und wir sind eigentlich nach den 3 Gerichten schon voll. Neung gönnt uns dann eine einstündige Pause in der Hängematte, bevor wir noch Pad Thai, bzw. Fried Rice with Pineapple und eine leckere Nachspeise zaubern und genüsslich verzehren. Ja, die thailändische Küche ist zurecht eine der Besten überhaupt. Die Vielzahl der Gewürze und Geschmacksrichtungen sind wirklich faszinierend und die Zubereitung ist wesentlich einfacher als man meint. Vor allem die Nachspeise Sticky Rice with Mango schmeckt uns unglaublich gut.

Nachdem wir mit dem Kochen fertig sind, fährt Neung mit uns noch zu einem Fruit Market und erklärt uns dort noch die Unterschiede der Früchte und deren Reifegrad. Es ist sehr interessant und wir hören ihr gespannt zu. Na hoffentlich nehmen wir das Erlernte nicht nur theoretisch in dem von Neung verteilten Rezeptheft mit nach Hause, sondern können die Gerichte auch tatsächlich daheim umsetzen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir die Best Trip Cooking School jedem wirklich wärmstens empfehlen können. Das familiäre Ambiente und die individuelle Kursgestaltung machen den Ausflug unvergesslich. Wir haben uns nicht wie in einer strikt durchgeplanten Massenabfertigung gefühlt, was ja oftmals bei organisierten Touren der Fall ist.

Nachdem wir wieder am Hostel abgeliefert wurden, ziehen wir noch zum Plus Salad auf das ein oder andere Bierchen…