30.03.: Cancun – München

Tja, nach 3 wunderschönen Wochen ist es nun soweit – die Reise neigt sich dem Ende zu. Da unser Flug jedoch erst um 15:20 Uhr geht, können wir nach dem Frühstück noch ein paar letzte Sonnenstrahlen genießen, ehe wir ins kalte Deutschland zurück kehren müssen.

Wir lassen es uns ein letztes Mal am Pool nochmal richtig gut gehen und schlendern außerdem am Strand entlang, bis schließlich um 11 Uhr Zeit zum Packen und fertig machen ist. Um 12 Uhr müssen wir aus dem Zimmer auschecken. Leider hält das Frischegefühl nicht lange an, denn die Außentemperatur beträgt gut 30 Grad und die Flugzeugklamotten sind eher für kältere Temperaturen…

Mit dem Stadtbus fahren wir dann schon angschwitzt in die Stadt und nehmen dort den ADO-Bus zum Flughafen, zusammen mit einer Horde 0815-Touristen. Man erkennt ganz deutlich, dass wir jetzt im touristischen Teil von Mexiko sind, denn die Busse sind so luxuriös wie nirgendwo sonst im Land. Die Fahrt zum Airport dauert ca. 15 Minuten. Dort werden wir gleich am richtigen Terminal abgeliefert und besorgen uns auch gleich unsere Boarding-Pässe. Nachdem wir 3 verschiedene Personen gefragt haben, gehen wir davon aus, dass wir tatsächlich unser Gepäck bis München nicht abholen müssen.

Wir gönnen uns noch die letzten Quesadillas, ehe wir mit unseren letzten 49 Pesos zum Gate spazieren. Der Flug nach Mexico City verzögert sich ca. eine halbe Stunde, aber ob wir jetzt hier am Flughafen warten oder dann in der Hauptstadt, macht ja auch keinen Unterschied. Außer ein paar Cracker und ein Getränk ist auf dem 2 stündigen Flug nicht viel geboten. Die erste Etappe haben wir schnell überstanden.

In Mexico City müssen wir dann erstmal Terminal wechseln, zum Glück wissen wir das diesmal und dann müssen wir noch ausreisen, wobei wir allerdings nirgends in einen Ausreisebereich kommen. Wir stehen eigentlich sofort an unserem Gate und das kommt uns dann doch etwas merkwürdig vor. Auf unsere diversen Nachfragen, erhalten wir die Auskunft, dass das nicht notwendig ist. Hallo? Das ist ja schon sehr seltsam, wir können doch nicht das Land verlassen ohne auszureisen! Wenn wir wieder kommen wollen, sind wir ja dann illegal in Mexiko… Aber gut, alle sagen das gleiche, also glauben wirs am Ende. Der Flughafen Mexico City ist echt unglaublich schlecht, hab ich das schon gesagt!?

Der Flug nach Amsterdam startet pünktlich und es gibt neben einem guten Film auch ein leckeres Abendessen. Mit vollen Mägen schlafen wir dann auch beide relativ schnell ein. Als wir wieder aufwachen, ist schon Frühstückszeit und es dauert nicht lange, bis wir zum Landeanflug ansetzen. Die 10 Stunden sind im wahrsten Sinne, wie im Flug vergangen ;-)

In Amsterdam müssen wir dann nochmal 2 Stunden rumbringen, bis wir dann in der kleinen, fast ein bisschen lächerlichen Fokker 70 nach München abheben. Wahnsinn, kaum gestartet, merkt man auch schon wieder, wie die Maschine nach unten geht.

Bereits 10 Minuten früher sind wir dann wieder auf deutschem Boden und nehmen entsetzt zur Kenntnis, dass der Frühling daheim wohl noch auf sich warten lässt…

29.03.: Cancun

In der Früh wollen wir uns erstmal den Strand hier ansehen. Was leider gar nicht so einfach ist, da eine riesige Hotelanlage neben der anderen steht. Wir finden aber dann doch ein schmales Gässchen und stehen kurz darauf auf dem schmalen streifen Sand. Die Hotelanlagen sind wirklich nah ans Wasser gebaut und es ist nicht mehr wirklich viel Platz. So richtig schön ist das auch nicht unbedingt. Typischer Hotelanlagen-Strand halt. Vermutlich war dieser Landstreifen vor einigen Jahren traumhaft schön – bis der Massentourismus kam. Schade drum. Zurück zum Hostel nehmen wir dann die Abkürzung durch die nächste Hotellobby. Dass wir nicht hierher gehören erkennt man leicht daran, dass wir die einzigen ohne All-inclusive-Armband sind.

Jetzt steht erstmal der Umzug in ein anderes Hotel an. Wir springen in den nächsten Bus und ich bitte den Busfahrer uns an dem Hotel rauszulassen. “Si si” sagt er. Und fährt dann natürlich an unserem Hotel vorbei. Also marschieren wir die 1,5 Kilometer eben zurück. Bei der Hitze zieht sich der Weg ganz schön. Wir sind froh als wir endlich an der Rezeption stehen. Leider können wir unser Zimmer erst um 15 Uhr haben. Jetzt ist es etwa 11. Aber wir können zum Glück unsere großen Rucksäcke abgeben. So machen wir uns auf an den Hotelstrand. Ich hab kein Problem damit bis um 3 in der Sonne zu relaxen. Carina schon eher. Auf unserem Stadtplan ist Werbung für das Cancun-Outlet. Da will sie unbedingt hin. Sofort. Aber ich will erst Abends, wenn die Sonne weg ist. Deswegen grantelt sie ein bissl vor sich hin. Ich hätte ihr die Werbung gar nicht erst zeigen sollen ;-)

So richtig schwimmen kann man hier leider nicht, weil überall Seegras wächst und das Wasser auch eher flach ist. Also gehts dann noch ab in den Hotel-Pool. Aber erst nachdem Carina ihre “imposante” Sandburg fertiggestellt hat *g*

Nachdem wir noch was gegessen haben bekommen wir dann auch endlich unser Zimmer. Und damit auch ein schickes Armbändchen. Tja, Carina ist jetzt nicht mehr zurückzuhalten und so nehmen wir den nächsten Bus in die Stadt. Glücklicherweise hält der gleich in der Nähe von dem Outlet. Also verbringen wir den Rest des Tages mit Shoppen.

28.03.: Tulum – Cancun

Natürlich klappt es auch heute nicht, länger als bis 6 Uhr zu schlafen, so dass wir mal wieder unter den ersten sind, die sich fürs Frühstück anstellen. Gestärkt sind wir bereit für neue Abenteuer.

Heute wollen wir Tulum verlassen und Richtung Playa del Carmen aufbrechen. Zwischen Tulum und Cancun fahren Collectivos, die einen zu günstigen Tarifen in kleinen Bussen transportieren und losfahren, sobald sie Insassen haben. Also springen wir mit all unserem Gepäck in den Bus und schon geht’s los. Man muss nur in Kauf nehmen, dass die Busse überall halten, weil an jeder Ecke wieder Leute aufgegabelt werden. Wahrscheinlich geht die Fahrt aber trotzdem schneller, als mit einem „richtigen“ Bus, weil der Fahrer mal wieder wie ein Irrer rast. Nach ca. 45 Minuten kommen wir dann in Playa del Carmen an und beschließen, erstmal an den Strand zu schauen und uns dann spontan zu überlegen, ob wir in Playa bleiben, oder doch die letzten 60 Kilometer bis Cancun auch noch abrackern. Gott sei Dank ist es nicht besonders weit, bis wir am Strand stehen. Naja, er ist nicht schlecht, aber überragend ist er auch nicht. Man merkt hald doch ganz deutlich, dass wir in einer Touristenhochburg sind, denn es stehen Liegen an Liegen, Sonnenschirme an Sonnenschirme. Also wegen mir müssen wir hier nicht bleiben, recht viel schlimmer kanns ja in Cancun auch nicht sein.

Wir checken daher erst noch die kleinen Gäßchen, was da noch so geboten ist und schnell zeigt sich, dass es hier unzählige überteuerte Giftshops und Lokale gibt. Also ein richtiges Touristenörtchen und die sind bekanntermaßen nicht ganz unser Fall. Wir entscheiden uns daher spontan, doch noch nach Cancun weiterzufahren, denn dort kann man wahrscheinlich dann doch mehr machen als in Playa. Wir springen wieder in ein Collectivo und legen die restlichen Kilometer unserer Rundreise zurück.

Gegen Mittag erreichen wir dann Cancun und stellen fest, dass wir Mexiko verlassen haben und in USA angekommen sind. Die Zona Hoteliera gleicht eher Las Vegas, als irgend etwas, dass wir in Mexiko gesehen haben. Naja, wir checken zunächst in das einzige Hostel in der Zone ein und erkunden dann mal die Umgebung. Hier finden wir das Hard Rock Cafe, Hooters, Bars en masse und natürlich Bubba Gump, das Lokal, in das ich unbedingt gehen wollte. Also, ab zu den Shrimps! Zum Glück ist Hank auch von den gefühlten 2 kg Shrimps begeistert und als ihm die Kellner auf seinen Wunsch hin, auch noch das Spiel FC Bayern – Olympic Marseille in der Live-Übertragung herschalten, ist er glaub ich auch zum Fan geworden! :-) Das Essen schmeckt einfach unglaublich lecker, aber ich glaube, danach haben wir auch einen guten Eiweiß-Schock!

Da während der kompletten Reise das Shoppen ein wenig zu kurz gekommen ist und wir uns ja hier in USA befinden, möchte ich endlich die Shoppingcenter mal abchecken. Es ist auch eins von Bubba Gump aus zu Fuß zu erreichen, allerdings stellt sich heraus, dass die Preise doch eher europäischen Charakter haben. Hmm, so was Blödes. Wenigstens muss ich nicht mit komplett leeren Händen wieder nach Hause gehen, denn irgendwas finde ich dann doch immer.

Am Abend machen wir uns wieder auf den Rückweg und laufen nochmal beim Hard Rock Cafe und den ganzen Bars vorbei. Überall laufen aufgebretzelte Teenies rum, während wir in unseren Gammelklamotten eher nicht ins Bild passen. Wie überlegen noch, ob wir noch weggehen wollen, aber irgendwie sind wir beide doch ziemlich erschöpft, so dass wir zur Unterkunft zurück kehren. Ich falle auch sofort, so wie ich bin, ins Bett und schlaf auf der Stelle ein…

27.03.: Tulum

Heute wollen wir die ganz in der Nähe gelegenen Cenoten erforschen und noch ein wenig an den Strand. Unser Hostel hätte zwar ein Hostel zum Strand, aber wir sind lieber unabhängig von dessen Fahrzeiten und leihen uns Räder aus. Im Reiseführer steht, dass alles problemlos per Rad erreichbar ist. Soviel zur Theorie. In der Praxis sieht das Ganze etwas anders aus: die geliehenen Räder sind etwas schwerfällig und haben natürlich auch keine Gangschaltung. Aber hilft nix, jetzt sind sie schon ausgeliehen. Also auf zu den Cenoten. Es gibt die Gran Cenote, die ca. 3 km von der Stadtgrenze weg sein soll und auf dem Weg dorthin noch zwei kleinere. Radweg gibt es leider keinen, also sind wir auf der Landstrasse unterwegs und der Verkehr rauscht an uns vorbei. Zum Glück haben wir einen Seitenstreifen der breit genug für uns ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir bei der ersten Cenote an. Die Anlage sieht sehr verlassen aus. Wir parken die Räder und folgen dem Hinweisschild zur Cenote. Am Weg steht dann ein kleiner Plastiktisch hinter dem ein Mexikaner sitzt. Er kassiert 100 Peso für den Besuch der Cenote. So richtig offiziell sieht das Ganze aber nicht aus. Keine Ahnung ob der Kerl wirklich dazu da ist Eintritt zu kassieren oder sich nur gerade dachte “Hey, Touris, super, die finanzieren mir dann gleich mal mein Bier heute Abend”.

Die Cenote selbst ist eher klein. Man kann durch ein rundes Loch im Boden von ca. 5 Meter Durchmesser die 3 Meter nach unten springen. Oder über eine Leiter runterklettern, aber das wäre ja langweilig. Wir machen mehrere Sprünge und schwimmen ein wenig. Bis auf uns sind nur noch 3 Arbeiter hier, die das Gelände beackern. Dann kommen auch noch einige Taucher und bringen ihre Flaschen die Leiter runter. Man muss hier wohl noch in irgendwelche Höhlen tauchen können. Das wär glaub ich nix für mich. Da spring ich lieber noch ein paar mal ins Wasser. Carina wird aber inzwischen so von irgendwelchen Stechmücken maltretiert, dass wir beschließen aufzubrechen. Der Typ der vorhin das Geld kassiert hat ist inzwischen verschwunden. Vielleicht ist meine Bier-Theorie gar nicht mal so falsch…

Da das Radeln doch eher anstrengend ist, wir nicht glauben, dass die anderen Cenoten so viel Neues zu bieten haben und wir auch nicht noch zweimal Biergeld äh Eintritt zahlen möchten, zieht es uns gleich Richtung Strand. Wir müssen zurück nach Tulum und von dort ca. 4 km zum Strand. Hier gibt es jetzt wenigstens einen Radlweg. Aber die Kilometer ziehen sich ewig dahin. Es ist schon etwas anstrengend. Carina ist nur noch am Fluchen. Und heiß ist es inzwischen auch wieder. Inzwischen bereuen wir unsere Entscheidung pro Räder und contra Bus echt. Als wir endlich am Strand ankommen bestellen wir uns im hiesigen Lokal erst mal ein Erfrischungsgetränk. Das tut gut und ist dringend nötig!

Dann geht es endlich an den Strand. Tja, leider sieht der hier doch etwas anders aus, als der ganz am Anfang unserer Reise. Zwar immer noch schön, aber nicht so Postkarten-traumhaft. Und der Postkarten-Strand liegt ca. 7 km entfernt. Definitv zu weit, um mit diesen Rädern bei diesen Temperaturen hin zu fahren. Also suchen wir uns hier ein gemütliches Plätzchen. Das Restaurant oder auch das nächste Hotel haben am Strand kleine schattige Holzverschläge errichtet. Wir suchen uns eines mit Hängematten aus und legen uns rein. Wird schon jemand was sagen, wenn wir das nicht dürfen. Macht aber niemand.

Nach einiger Zeit macht sich dann Hunger bemerkbar und wir kehren in das Restaurant zurück. Es stellt sich heraus, dass die Auswahl an Gerichten aber sehr beschränkt und außerdem unverschämt teuer ist. Da schwingen wir uns dann doch lieber auf unsere Drahtesel und kehren in die Stadt zurück. Hier finden wir auch promt ein Fischrestaurant in dem wir eine riesige Portion zu einem kleinen Preis bekommen. Zum Fischfilet gibts allerlei Beilagen. Da wir nicht so recht wissen was wir mit den Tortillas anfangen sollen experimentiere ich ein wenig und baue mir einen Pommes-Wrap. Interessante Kombi, aber hat nicht das Zeug zur ganz großen Karriere.

Es wäre zwar noch Zeit wieder zum Strand zu radeln, aber irgendwie sind wir dazu jetzt zu faul. Also erkunden wir die gestern noch nicht aufgesuchten Souvenirshops. Ich bin ja auch immer noch auf der Suche nach einem Mayakalender. Dummerweise ist der in der Art wie ich ihn in Chichen Itza gesehen habe hier nirgends zu finden :-( Naja, es findet sich dann aber doch noch ein akzeptabler Ersatz und nach einigem Feilschen ist auch der Preis annehmbar. Wäre das auch erledigt. Dazu kommen dann noch eine Tischdecke mit Maya-Symbolen und ein geschnitzter schlafender Mexikaner in den Rucksack.