Tag 23: Vancouver

Im Hotel “Marion” erhalten wir zum Frühstück leckere Pfannkuchen, ehe wir um ca. 9:30 Uhr losmarschieren zum Stanley Park, wo wir uns Fahrräder ausleihen wollen und den Park umrunden. Der Weg bis dorthin zieht sich ganz schön, aber gegen 10:15 Uhr haben wir dann unsere Radl und den dazu gehörenden Helm in Händen.


Es geht den Stanley Park Drive am Hafen entlang, von wo aus man einen sehr schönen Blick auf die ganzen Yachten und die dahinter liegenden Wolkenkratzer hat.


Unterwegs gibt es immer wieder Statuen, Säulen, usw. bei denen man Halt machen muss.


Leider kann man beim Vancouver Aquarium nicht – wie von Marion angenommen – auf die dort befindlichen Wale schauen, so dass wir weiterhin am Ufer entlang radeln.

Unterwegs sehen wir dann am Rand einen süßen kleinen Waschbären, der hier fast ein wenig fehlplatziert wirkt, aber er lässt sich von uns schaulustigen Radlfahrern nicht aus der Ruhe bringen.

Es geht an einigen Stränden vorbei und die Tour endet schließlich nach ca. 11 km an der English Bay, vo wo aus wir zurück zum Radlverleih fahren. Insgesamt war dies ein sehr schöner Ausflug und definitiv seine 1 1/2 Stunden wert, lediglich der Preis für die Radl ist ganz schön gesalzen.

Mittlerweile haben wir bereits wieder ordentlich Hunger, so dass wir beschließen zurück zu Marion zu marschieren und uns dort etwas leckeres zu kochen. Wir schlendern weiterhin am Ufer entlang und kommen so zum Canada Place, wo aufgrund des Canada Days bereits einiges los ist. Überall werden Kanada-Fahnen, Anstecker und Tattoos verschenkt, so dass wir nicht umhin kommen, mit einer kompletten Montur das Geschehen zu verlassen. Sogar das olympische Feuer ist extra für den Canada-Day angeworfen worden!


Da uns aber der Hunger antreibt, gehts erstmal zurück zur Marion, wo wir uns ein leckeres Mittagessen zubereiten und anschließend erstmal eine gute Stunde einfach nur Rasten, ehe wir uns wieder auf die Straßen von Vancouver begeben! Wir denken noch einmal eingehend über die Möglichkeit des Britney Spears Konzertes nach, wobei Marion und ich drauf und dran sind, los zu laufen und Karten zu organisieren, nur Hank zieht nicht und weigert sich strikt, einen Fuß in die durch dieses Konzert entweihte Rogers Arena zu setzen! Tja, der Klügere gibt ja bekanntlich nach, also machen wir Mädels einen Rückzieher! ;-)

Wir klatschen uns schließlich die Kanada-Tattoos ins Gesicht und schreiten wieder des Weges.

Wir kommen dabei an einem sehr alternativen Hippie-Place vorbei, an dem man an allen Ecken völlig legal Drogen aller Art kaufen kann. Genauso krass, wie die Geschäfte ist der Konsum an diesem Platz. Wäre man länger stehen geblieben, wäre man wohl allein wegen dem Geruch dort total high geworden! Voll übel, die Kanadier! Dürfen in der Öffentlichkeit zwar kein Bier trinken, Gras rauchen ist völlig in Ordnung! :-)

Am Canada-Place sind aktuell gerade einige Konzerte, die wir noch so ein bisschen mitbekommen, bis dann um 7 die große Parade beginnt! Wir suchen uns gute Plätze und beobachten die vorbei laufenden Tanzgruppen, Sportgruppen und sonstige Begeisterte. Die Highlights sind die verkleideten Starwars-Figuren, allen voran Boba Fett, die Blues Brothers und mittendrin die örtliche Müllabfuhr! Total crazy! Nachdem die Parade aus ist, hüpfen alle auf die Straße und tanzen fröhlich und ausgelassen! Echt witzig!

Wir verweilen dann noch eine Weile in einem Cafe, bevor wir die Fähre nach Nord Vancouver nehmen, um einen schönen Blick auf die Skyline zu erhaschen und das anstehende Feuerwerk super beobachten zu können. Unglücklicherweise liegt mitten vor der Stadt ein rießiger Frachter, der das Gesamtbild ein wenig zu Nichte macht, aber alles in Allem sehen wir ein wunderschönes Feuerwerk und können so die Reise nochmal mit einem Höhepunkt abschließen!

Tag 22: Chiliwack – Vancouver

Heute müssen wir um 11:30 unseren Camper abgeben. Vorher müssen wir ihn noch auf Vordermann bringen und ca. 90 Minuten nach Vancouver fahren. So gibts mal wieder recht früh Frühstück. Carina hat recht gut geplant und so bleibt nur wenig übrig. Nach Eiern, Toast und Müsli heißt es packen & putzen. Zuerst bringe ich mal den ganzen Müll weg, der sich so angesammelt hat. Unglaublich was wir während unserem 10-tägigen Trip alles an Flyern, Beschreibungen etc. bekommen haben. Ein riesiger Papierberg. Beim Packen zeigt sich schnell, dass unser Gepäck deutlich angewachsen ist. Aber wir kriegen alles unter. Dann noch kurz rauskehren und fertig. Naja, nicht ganz, Abwasser müssen wir noch ablassen. Bei der dafür vorgesehenen Station stelle ich fest, dass sich unsere Tanks nicht leeren. Da läuft nix ab. Na toll, Rohre verstopft! Irgendwie haben wir in diesem Urlaub nicht so richtig Glück. Naja, hilft nix, wir müssen los.

Nach 90 Minuten Autobahn finden wir dann problemlos zu Fraserway, dem Camper-Verleih. Die Abnahme geht recht schnell. Eigentlich werden nur die gefahrenen Kilometer kontrolliert und der äußere Zustand. Die verstopften Rohre fallen gar nicht auf. Auch nicht, dass wir unterwegs zwei Gläser zerdeppert haben (bin wohl zu wild gefahren). Bei den Kilometern sind wir knappe 500 zuviel gefahren. Tja, da hab ich mich etwas verkalkuliert. Ist eh nervig, dass man die Kilometer extra dazukaufen muss. In Australien konnte man so viel fahren wie man wollte, war kein Problem.

Beim Checken der Windschutzscheibe fällt unser “kleines” Malheur natürlich sofort auf. Also bekommen wir nen fetten roten Eintrag in unser Protokoll. Den Rest müssen wir dann im Büro regeln. Dort angekommen dürfen wir auch gleich die Kreditkarte zücken. Wir wollen eine Extra-Abrechnung und Zahlung für die 500 Dollar Selbstbehalt, die wir dann daheim bei der Versicherung einreichen können. Kein Problem. Carina fragt vorher extra noch ob zu den 500 Dollar noch Steuern kommen. Nein sagt die Dame hinter der Theke. Sie verscheindet dann ins Büro, um uns noch die komplette Schadensrechnung zu besorgen. Während sie weg ist schauen wir uns nochmal an was wir so gezahlt haben. Dabei fällt uns auf, dass wir für die Zusatz-Kilometer deutlich mehr gezahlt haben als es kosten dürfte. Bei ihrer Rückkehr sprechen wir unsere Dame darauf an. Sie meint da seien noch die 60 Dollar Steuern für die 500 Dollar dabei. Wie bitte?! Doch Steuern? Blöde Kuh! Sie stopselt ein bissl rum und meint das ist normal so und sie könnte das vom Programm her nicht anders machen, blabla. BLÖDE KUH! So kriegen wir die 60 Dollar bestimmt nicht von der Versicherung in Deutschland erstattet. B L Ö D E K U H !!!

Um 12 werden wir dann wieder in die City gefahren. Zurück zu Marion. Die ist aber im Moment in der Arbeit. Da das Büro schon ein Stückchen von ihrer Wohnung entfernt ist lassen wir uns samt Gepäck vor der Wohnung absetzen. Carina setzt sich dann mit dem Koffer, den 2 großen Rucksäcken, ihrem kleinen Rucksack und einer Tüte in den Starbucks um die Ecke. Ich mache mich auf zu Marion, den Schlüssel holen. Nach einer kurzen Wanderung stehe ich auch schon im hiesigen Bulthaup Laden.


Marion gibt mir den Schlüssel und wir machen aus, dass Carina und ich sie später aus der Arbeit abholen.

Zurück in Marions Wohnung versetzen wir diese zum 3. Mal ins Chaos. Lulu die Hauskatze ist daovn begeistert! Nachdem wir noch ein bisschen aus- und umgepackt haben laufen wir wieder los und schauen uns die Stadt noch ein wenig an. Erst geht es noch kurz durch ein paar Geschäfte, dann muss ich endlich zum Stadium der Vancouver Canucks.


Dort angekommen dann die Enttäuschung: man kann heute nicht rein. Und morgen auch nicht. Der Grund: Britney Spears! Die gibt hier morgen ein Konzert. Meine einzige Möglichkeit das Statium zu betreten ist also das Britney Spears Konzert. Super! Das grenzt ja an Blasphemie! Carina wär zwar gar nich so abgeneigt, aber das geht gar nicht.

Also machen wir uns auf den Weg zu Marion. Unterwegs stehen wir unverhofft vor einem Costco-Markt. Das ist ein riesiger Supermarkt bei dem es alles in riesigen Portionen gibt und bei dem man nur als Mitglied einkaufen kann. Marion hat dort über ne Bekannte getrocknete Mangos für den Trail besorgt. Und die haben echt super geschmeckt. Weit besser als alle Sorten die wir sonst so gesehen haben. Also schaun wir einfach mal rein. Wir informieren wir uns über eine Mitgliedschaft. Kostet leider. Als wir erklären, dass wir übermorgen wieder nach Deutschland fliegen und nur ein Teil kaufen wollen bekommen wir kurzerhand eine Tageserlaubnis. Cool. Schnell zwei 800g Packungen Mangostreifen geholt, fertig. Wieder etwas mehr Gepäck ;-)

Wir holen Marion von der Arbeit ab und schlendern noch ein wenig durch das Viertel Gastown. Nachdem wir einmal hin und her gelaufen sind werden wir hungrig und suchen Salathai auf, ein thailändisches Lokal. Danach geht es auch schon zurück in die Wohnung, Isomatten und Schlafsäcke auspacken.

Tag 21: Kamloops – Chilliwack

Wir haben uns zwar gedacht, dass wir wenigstens ein einziges Mal während des gesamten Urlaubs ausschlafen könnten und haben dementsprechend den Wecker erst auf 9 Uhr gestellt, sind aber dennoch beide bereits um 7:30 Uhr wieder hellwach. Dafür haben wir den Tag eher gemütlich mit einem längeren Frühstück und einer Internetsession begonnen. Sowohl unser Reisebüro als auch mein Dad haben uns mitgeteilt, dass wir nicht auf dem Schaden sitzen bleiben und in Deutschland unser Geld wieder zurück bekommen. Super, wenigstens eine gute Nachricht gleich am Morgen!

Jetzt stellt sich nur die Frage: Was machen wir heute, außer Autofahren? Mangels besserer Alternativen beschließen wir, dem anliegenden BC Wildlife Park einen Besuch abzustatten. Uns ist zwar von vorn herein bewusst, dass es nicht das Gleiche ist, die lokale Fauna in einem Tierpark zu sehen, aber weil wir sonst nichts machen können, schlendern wir zwischen den Gehegen durch und beobachten die eingesperrten Cougars, Büffel, Kojoten, Wölfe, Wapitis, Elche, Ziegen und auch Bären von draußen.

Wir haben schon echt Mitleid mit den armen Tierchen, die sich hier nicht so frei bewegen können, wie sie es gerne machen würden. Als wir allerdings im Vogelgehege ankommen und dort lesen, dass die eingesperrten Seeadler allesamt verletzt sind und in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig sind, finden wir die ganze Einrichtung gar nicht mehr so schlecht.


Ob die Bären auch bewegungseingeschränkt sind glauben wir allerdings nicht, zumindet sieht es nicht danach aus. Es gibt Black Bears und einen Grizzly-Bär. Letztere sind schon gigantisch groß und haben furchteinflößende Krallen.

Gegen 12 Uhr machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Chilliwack, wo wir heute Nacht bleiben wollen. Bis dahin sind es allerdings noch etwa 350 km. Zunächst kommen wir sehr gut voran und nähern uns mit großen Schritten unserem Ziel. In dem Örtchen Hope, ca. 70 km vor Chilliwack machen wir dann Halt für unser Mittagspäuschen, denn ab dort ist der Highway 1 gesperrt und man muss auf den Highway 7 ausweichen. Wie wir erfahren, hat es auf dem Haupthighway einen Erdrutsch gegeben und es geht gar nichts. Unglücklicherweise ist der Ausweichhighway so überfüllt und durch einen Unfall behindert, dass die Fahrt eine einzige Warterei ist. 15 Minuten warten – 3 km fahren – 15 Minuten warten – 3 km warten, usw. Gelegenheit für den Fahrer ein Buch zu lesen! :-)

Insgesamt brauchen wir für die letzten 70 km satte 4 Stunden, bis wir schließlich endlich erschöpft am Campingplatz ankommen. Wir müssen noch unsere Habseligkeiten zusammen packen, wobei wir überhaupt keine Lust mehr haben, irgendwas zu machen…

Tag 20: Yoho – Kamloops

Wir sind uns nicht so ganz sicher, was wir heute machen sollen. Noch wandern und viele Stops, oder doch Gas geben und Kilometer machen. Immerhin müssen wir übermorgen schon wieder in Vancouver sein. Mal sehn was sich ergibt.

Für den Anfang haben wir noch einen Plan: wir wollen dem Emerald Lake einen Besuch abstatten und eine kleine (nur 1 km) Wanderung zu den Hamilton Falls machen. Auf dem Weg zum Lake liegt noch das kleine Örtchen Field, wo man laut Lonely Planet unbedingt anhalten soll. Wir folgen diesem Tip, sind aber eher ratlos, was hier so toll sein soll. Naja, wems gefällt.

Weiter zum Lake. Wir halten unterwegs auch noch an der “Natural Bridge” an. Das ist eine Felsformation, die aussieht wie eine Brücke und über einen Gebrigsbach führt. Vor langer Zeit war hier ein Wasserfall über diese Felsen, bis sich das Wasser in den Stein gefressen hat und die Brücke zurück gelassen hat. Interessant.


Am Emerald Lake ankommen stehen wir wiedermal vor einem schönen ruhigen Bergsee. Tolle Farbe und die Berge spiegeln sich im Wasser.

Nach einigen Minuten am Ufer geht es los in den Wald zu den Hamilton Falls. Es geht stetig leicht bergauf einen schmalen Weg entlang. An einer kleinen Kurve stossen wir auf ein Flüsschen mit etwas “Wildwasser”.

Weiter gehts es. Der Weg gabelt sich hier. Aber nach links ist der Weg sehr schmal, also nach rechts. Es wird steiler. Viel steiler. Wir kriechen im Schneckentempo im Zick-Zack-Kurs den Berg hinauf. Nach der x-ten Kurve fängt Carina langsam zum Mosern an sie wollte nicht Bergsteigen gehen sondern nur eine leichte Wanderung machen. Ausserdem glaubt sie nicht, dass wir hier richtig sind. Hm, ich hab zwar auch kein Plan ob wir richtig sind, aber jetzt sind wir schonmal auf dem Weg nach oben, dann können wir ja weiterschaun. Also noch ein paar Kurven. Schließlich sehe auch ich ein, dass wir hier wohl falsch sind. Also wieder zurück.

Unten stellet sich heraus, dass der linke schmale Weg der richtige gewesen wäre. Mist. Aber dann halt jetzt. Nach wenigen Metern sehen wir dann auch die Hamilton Falls. Schaut ganz cool aus, weil die Fälle quasi im Felsen sind.
Wir verweilen ein wenig und kehren dann zurück zum Camper. Weiter gehts auf dem Highway.

Ich brause gemütlich dahin als es plötzlich einen Schlag tut der mich ganz schön erschrecken laesst. Was wars? Ein Stein ist uns in die Windschutzscheibe gedonnert und hat einen riesigen Steinschlag hinterlassen.


Na super! Ich habe keine Ahnung wo dieses Ding hergekommen ist. Vor uns ist der Highway frei. Nur Gegenverkehr hatten wir gerade von drei Autos. Aber ich hatte das Gefuehl der Stein sei auf uns zugeflogen. Komisch. Wie dem auch sei, unsere Laune ist jetzt erstmal am Boden. Wir sind uns nicht sicher, was wir beim Buchen der Reise für eine Versicherung abgeschlossen haben. Wir wissen nur, dass wir in Kanada bei dem Camperverleih für Schäden eine Selbstbeteiligung von 500 Dollar (+ Tax) haben. Und das kostet die Scheibe mit Sicherheit. Ganz grosse Klasse!

Wir halten im nächsten Örtchen und stürmen ins Info-Center. Wir brauchen unbedingt ein Internet-Cafe, um mit unserem Reisebuero Kontakt aufzunehmen. Ausserdem holen wir auch noch Infos über die kommende Strecke ein. Nachdem wir dann die Mail nach good old Germany geschickt haben, haben wir uns wieder etwas beruhigt. Wir sind uns uns inzwischen doch relativ sicher, dass wir daheim eine gute Versicherung haben. Wird dann scho passen.

Wir konzentrieren uns wieder aufs Wesentliche und steuern die nächste Sehenswuerdigkeit an, den Rockgarden-Trail. Hier sollen am Wegesrand Felsen liegen, in denen man gut Versteinerungen und Fossilien erkennen kann.


Wir laufen den nur etwa 500 Meter langen Rundweg ab. Ich betrachte immer wieder die markierten Felsen, kann da aber rein gar nichts erkennen. Das wär wohl eher was für nen Geologen. Da es inzwischen schon wieder Mittag ist gibt es erstmal die obligatorischen Nudeln. Als wir weiterfahren wundere ich mich etwas, dass der vorhin noch stark befahrene Highway in unsere Richtung fast leer ist.

Nach wenigen Kilometern sind wir am nächsten Stop ,dem Helmlock Grove Trail. Wieder ein 500 Meter langer Rundweg. Und wieder hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Ist zwar schon ganz schön und nett, aber verglichen mit dem was wir auf unserer Reise schon gesehen und erlebt haben eher ein Trostpreis. Also wieder weiter auf den immer noch leeren Highway. An einer Baustelle müssen wir dann 10 – 15 Minuten warten bis wir weiter koennen. In dieser Zeit sammeln sich ganze 5 Fahrzeuge hinter uns an. Einer der Bauarbeiter kommt zu uns und fragt uns ob wir x gesehen hätten. Da er aber sehr undeutlich redet verstehen wir nicht was x sein soll. Carina sagt kurzerhand mal nein und läßt das Fenster wieder nach oben. Ich hätt ja schon gern gewusst was genau wir sehen hätten sollen. Aber schön langsam dämmert es uns. Der Highway ist so leer, weil hinter uns ein größerer Unfall passiert ist.

Am nächsten Stop fragen wir dann mal einen der Parkwächter, der bestätigt uns den Verdacht. Genaueres als dass die Strasse im Moment komplett dicht ist weiss er aber auch nicht. Puh, da haben wir wohl Glück gehabt, dass wir früh genug auf der Straße waren und jetzt nicht im Stau stecken. Hier war übrigens auch wieder eine kurze Runde durch den Dschungel angesagt. Diesmal gilt es die Giant Cedars zu bewundern.

Nach diesen kleinen Abstechern in die Natur schlagen wir in der Kleinstadt Revelstoke auf. Weil wir keine grosse Lust haben in ein Museum oder den Nationalpark zu gehen suchen wir wieder die Public Library auf, um ein wenig zu bloggen. Wir haben zwar im Laufe des Tages wegen dem erneuten Überschreiten der Zeitzone wieder eine Stunde gewonnen, aber es ist auch schon wieder fast Abend. Da wir hier aber nicht bleiben wollen fahren wir noch weiter bis kurz vor Kamloops. Das Office des angesteuerten Campingplatzes hat leider schon geschlossen. Als wir etwas unschlüssig in der Einfahrt stehen kommt ein Angestellter (der Hausmeister?) in seinem Golfbuggy angebraust und meint wir sollen uns einfach irgendwo hinstellen und dann morgen früh zahlen. Das machen wir doch glatt.

Tag 19: Lake Louise – Yoho Nationalpark

Oh man, was war denn das heute Nacht? Erstens hat es mich gefroren wie nochmal was und ausserdem sind die ganze Nacht direkt neben uns Züge vorbeigefahren, die den Eindruck erweckt haben, direkt durchs Wohnmobil zu brausen. Die Bahngleise waren auch nur wenige Meter von unserem Camper entfernt! So ein Mist – aber die Sonne scheint, wenigstens etwas!

Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Moraine Lake, der ca. 14 km vom Örtchen Lake Louise entfernt ist. Am Parkplatz zeigt sich sehr schnell, dass wir in einer touristischeren Gegend gelandet sind, denn überall wurlt es an Schaulustigen. Insbesondere die typischen Busladungen an Japanern sind wieder am Start. Die sind doch wirklich überall!!!

Wir besichtigen den See zunächst vom Ufer aus und stellen fest, dass man eine kleine Wanderung auf einen Geröllberg machen kann, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf den herrlichen Bergsee hat, abgesehen von den Menschenmassen ist der See wirklich sehr schön! Die Sicht aus der Vogelperspektive ist schon echt atemberaubend, genau so, wie man sich die kanadischen Rockies vorstellt. Ein türkisblauer See mit einigen Kajaks umgeben von schneebedeckten Bergen und Waldstücken. Herrlich!

Nach dem relativ kurzen Walk auf den Berg entscheiden wir uns, eine richtige Wanderung zu machen und statten uns entsprechend aus, Wanderschuhe, Rucksack, Powerbar, Getränk, etc. Voll bepackt geht es in Richtung Consolation Lake, für die Wanderung sind ca. 2 Stunden veranschlagt, die wir auch tatsächlich brauchen. Es geht durch ein Waldstück ein bisschen bergauf, dann durch Matsch und Schneereste, ehe wir am anderen See ankommen.

Dort wuseln lauter kleine Murmeltiere rum. Voll süss!

Und das Allerbeste: es ist menschenleer. Lediglich ein vereinzelter Japaner hat sich hierher verirrt! Es geht über einige Felsen, bis zum Ufer, aber was sich uns dort bietet ist Wahnsinn! Die Landschaft hier ist einfach unglaublich schön. Die Wanderung hierher war absolut lohnend, ein Traum!!

Wir verfolgen mit unseren Kameras ein wenig die Murmeltiere, die hier miteinander raufen und spielen, ehe wir uns wieder auf den Rückweg machen – immerhin haben wir noch ein volles Programm vor uns!

Wir stärken uns noch mit unseren leckeren Cliff-Powerbars, als uns eine deutsche Kanadierin ueber den Weg läuft und uns ein bisschen ueber das Leben in Kanada berichtet. Sehr interessant!

Anschliessend geht es an den Lake Louise See. Hier stellen wir zu unserem Entsetzen fest, was der Lonely Planet mit einem „Touristenmagneten“ gemeint hat. Alleine der Parkplatz gleicht der Theresienwiese und die Menschenmenge, die sich hier um den Bergsee versammelt hat, könnte wahrscheinlich die Allianz Arena füllen! Okay, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber man kann sich ungefähr vorstellen, wie es hier aussieht!

Dementsprechend zügig ergreifen wir die Flucht, da hilft selbst der an sich wunderschöne See nichts!


Es geht wieder zurück in das Lake Louise Village. Wir steuern zunächst das Info-Center an, um uns über eine Fahrt mit der Gondel zu infomieren.

Da auch das Wetter paßt beschliessen wir, uns auf den Gipfel des Mount Whitehorn befördern zu lassen. Nach einem kurzen Einweisungsfilm geht es via Sessellift etwa 15 Minuten bergauf. Das Panorama ist einzigartig! Man hat einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berge und den Lake Louise See, der sich mit seiner einmaligen Farbe wunderschön in Szene setzt.

Leider geht die Fahrt nicht bis zum Gipfel, sondern lediglich zur Mittelstation! Hier gibt es eine Ausstellung ueber die Grizzlybären in der Gegend und einen knapp 30 mins. dauernden Film ueber diese faszinierenden Bewohner Kanadas, den wir uns interessiert anschauen, ehe wir mit dem Sessellift wieder ins Tal fahren.

Unten angekommen, greifen wir noch eine ca. 60 km lange Fahrstrecke in den Yoho Nationalpark an. Mittlerweile merke ich doch ein ziemliches Hungergefühl und bin dementsprechend lästig, als wir noch Halt machen bei den Spiral Tunnels, die vielleicht in architektonischer Hinsicht faszinierend sein moegen, aber aus meiner Sicht eher langweilig sind. Auch dem Stop bei den Takakkaw Falls, die immerhin mit ihren 380 m die 2. Höchsten Wasserfälle in Kanada sind, kann ich aufgrund meiner vorgenannten Beeinträchtigung nicht mehr ganz so viel Begeisterung entgegen bringen.

Was bin ich froh, als wir dann endlich einen Campingplatz gefunden haben und ich mich vor einem Teller Pesto-Nudeln wieder finde! ☺