17. Tag: Khao Lak – Bangkok

Aufwachen gegen 7 Uhr und was stellen wir fest? Welch eine Ueberraschung es pisst aus Eimern! Oh Mann, des is doch alles Kacke! Was machen wir jetzt? Wir stehen genau an der gleichen Stelle wie am Vortag, nur dass die Hoffnung auf Wetterbesserung heute noch geringer ist. Und Roller fahren mag ICH heute definitiv nicht… vielleicht morgen wieder! :-P Ne im Ernst, ob ich nochmal im Regen fahr, das glaub ich eher weniger, aber bei schoenem Wetter, warum nicht? So ein kleiner Sturz gehoert doch irgendwie dazu, oder? (Hank stimmt mir da eher nicht zu)

Nach Abwaegung aller Vor- und Nachteile und unter Beruecksichtigung der Wettervorhersagen faellt unsere Entscheidung relativ schnell – es geht zurueck nach Bangkok, da schaut es laut wetter.com erheblich besser aus (falls nicht, wissen wir wenigstens, wem wir die Schuld geben koennen). Wie wir im Planet gelesen haben, faehrt ab Khao Lak ein Nachtbus nach Bangkok, der insgesamt 12 Stunden unterwegs ist. Klingt zwar irgendwie gruselig, 12 Stunden (Thai-)Bus zu fahren, aber der Preisvorteil gegenueber fliegen ist schon erheblich und vor allem brauchen wir dann eine Uebernachtungsgelegenheit weniger…

Aber erstmal muessen wir diesen Tag bis 17 Uhr irgendwie rumbringen – also was machen? Hier gibt es ein Tsunami-Museum, das klingt doch spannend. Kurzerhand machen wir uns zu Fuss auf den Weg. Fuer Thais irgendwie unfassbar, dass man freiwillig mal rund 3 Kilometer zu Fuss gehen mag, aber warum auch nicht, wir haben ja eh nix besseres zu tun. Mit Regenjacken ausgeruestet, ist der Regen auch nur halb so schlimm.

Das Museum ist zwar nicht so spektakulaer wie wir erwartet haben, aber es ist schon ziemlich krass, Videos ueber die Ereignisse zu sehen und vor allem zu wissen, dass der Ort, in dem man sich gerade befindet, vor 6 Jahren komplett verwuestet wurde und zig Menschen getoetet wurden. Um uns das Ausmass der Katastrophe noch naeher vorstellen zu koennen, marschieren wir noch zu einem Polizeiboot, das sich ganz in der Naehe befindet. Dieses gut 20 Meter lange und vor allem massive Stahlboot wurde vom Tsunami einfach so rund 2 Kilometer ins Landesinnere geschwemmt, wo es bis heute unveraendert als Memorial steht. Uebel, was hier passiert sein muss…

Nach diesem Ausflug in die Geschichte Thailands setzen wir uns wieder in ein fahrendes Irgendwas (mittlerweile haben wir herausgefunden, dass die Dinger Songthaeos heissen) und lassen uns zurueck fahren, wo wir uns dann eh schon schoen langsam fuer die Busfahrt startklar machen koennen.

Nachdem Thais ja eher nicht fuer ihre Puenktlichkeit bekannt sind, muessen wir noch einige Zeit im Regen stehen, ehe endlich der richtige Bus kommt. Und schon beginnt die Marathonfahrt. Wir sammeln noch ein paar weitere Passagiere ein, bis wir dann irgendwann in der Pampa eine Pause einlegen, wo es ein Abendessen serviert gibt. Heidanei, dieses Red-Curry ist aber wirklich uebel spicy! Liegt vielleicht daran, dass wir unter den ganzen Einheimischen die einzigen Touristen sind, die diesen Bus gewaehlt haben.

Inzwischen ist es schon stockfinster und wir sind eigentlich schon im Schlafmodus, als wir auf einmal einen erneuten Stop machen und ein Soldat den Bus betritt. Personenkontrolle!!! Krass, wo sind wir denn hier gelandet? Gott sei Dank sind wir nicht der Staatsfeind Nr. 1, so dass wir die Kontrolle einfach mit einem seltsamen Gefuehl hinter uns lassen und die Fahrt fortsetzen koennen.

Ich bin gerade wieder eingeschlafen, als sich die Szenerie ploetzlich nochmal wiederholt! Die ham doch hier alle einen an der Waffel, oder? Fahren wir hier mit dem Schwerverbrecherbus, oder wie schauts aus? Zum Glueck findet der Soldat aber wieder nichts und weiter gehts… anscheinend, wie ich hinterher erfahren hab, hat es noch eine dritte dieser Kontrollen gegeben, aber die hab ich verschlafen…

Eine Stunde frueher als erwartet, naemlich um 4 Uhr in der Nacht, erreichen wir dann unser Ziel Bangkok – und jetzt? Auf gut Glueck fahren wir einfach mal zum Hotel, dass wir bereits online gebucht haben und schauen mal, wann wir das Zimmer beziehen koennen. Zu unserer positiven Ueberraschung duerfen wir tatsaechlich rund 10 Stunden vor der Check-In-Time das Zimmer beziehen und noch ein wenig „normalen“ Schlaf tanken! Im Bus war es doch relativ unbequem, da es kein reiner Sleeping-Bus war…

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